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Single und Familie - geht das eigentlich? Ja, und das sogar schon seit 13 Jahren…! Sicher leben wir ein eher ungewöhnliches Modell und ich als Single hatte zunächst auch etwas ganz Anderes im Sinn: Mein Plan A war ursprünglich der Wunsch nach einer eigenen Familie mit Partner und Kindern. Als sich die Erfüllung dieses Traums mit etwa 30 Jahren immer noch nicht abzeichnete, entwarf ich angeregt durch die Impulse von Astrid Eichler Plan B: Es muss noch was Anderes geben!

Eine WG oder Lebensgemeinschaft mit anderen Singles war mein neues Ziel, um auch als Single nicht allein, sondern in Gemeinschaft zu leben. Aber vor Ort andere Singles zu finden, die den gleichen Traum hatten wie ich, gestaltete sich gar nicht so einfach. Und dann hat Gott mich mit Plan C überrascht: In meiner Gemeinde wuchs die Freundschaft zu einer Familie mit fünf Kindern, die allmählich intensiver wurde. Den „göttlichen Spülimpuls“ brachte Viktoria ins Rollen, als sie mich beim gemeinsamen Geschirr abspülen fragte, ob ich mir nicht eine Wohngemeinschaft mit einer Familie aus meinem Hauskreis vorstellen könnte. Und plötzlich schoss mir der „Impuls“ durch den Kopf: „Nein! Eigentlich könnte ich mir eine Lebensgemeinschaft mit euch vorstellen!“ Diesen Gedanken sprach ich jedoch nicht gleich aus.

Es brauchte noch einige schlaflose Nächte und unseren ersten gemeinsamen Urlaub in Schweden, bis ich mich traute, Steffen und Viktoria zu fragen, ob sie sich mit mir eine Lebensgemeinschaft vorstellen könnten. Sie reagierten ganz spontan positiv und so fuhren wir wenig später gemeinsam auf ein „Werkstattwochenende Gemeinschaftlich Leben“ mit Astrid Eichler und Familie Wiedmer. Dort dachten wir über die konkrete Form unseres Zusammenlebens nach und legten gemeinsam Verbindlichkeiten fest: Wir verbringen seitdem einen Nachmittag und Abend in der Woche gemeinsam, essen etwa einmal im Monat sonntags zusammen Mittagessen und fahren mindestens einmal im Jahr gemeinsam in den Urlaub.

Anfangs lebten wir noch 20 km voneinander entfernt, bis neben der Familie ein Haus frei wurde. Seitdem leben wir Haus an Haus in „Puschen-Nähe“ und können das Leben und den Alltag noch mehr teilen. Jeden Abend essen wir gemeinsam Abendbrot, aber auch ganz praktische gegenseitige Hilfe, Kinderbetreuung, Computerhilfe, Auto teilen … sind ganz unkompliziert möglich.

Neben diesen Verbindlichkeiten unseres Zusammenlebens hat sich aber im Laufe der Jahre immer wieder deutlich gezeigt, wie wichtig auch die Flexibilität ist. So wie sich das Leben ändert, ist auch eine Offenheit für Veränderungen in unserer Lebensgemeinschaft immer wieder notwendig: Für ein Jahr lebten zwei Kinder aufgrund der Platznot bei mir im Haus, bis wir dieses Modell wieder rückgängig machten. Nun werden die Kinder größer, ziehen langsam aus und auch das hat Auswirkungen auf unser Zusammenleben. Zeitweise lebte auch ein junger Auszubildender mit in meinem Haus und war Teil unserer Gemeinschaft.

Nach 13 Jahren kennen wir inzwischen unsere „Macken“ und Eigenheiten ganz gut und trotzdem ist es noch immer schön und spannend, miteinander unterwegs zu sein…