Sehnsucht muss neue Heimat finden

Seit 10 Jahren lebe ich wieder in Deutschland; nie hätte ich mir während meiner 21 Missionsjahre (Mittlerer Osten/Ostafrika) vorstellen können, wieder in meinem Heimatdorf oder gar im Elternhaus zu leben. Doch Gottes Gedanken und Pläne sind größer als unsere.
Als ich mich in den 80er Jahren bekehrte, war mein größter Wunsch, Gott mit allem, was ich bin und habe, zu lieben und zu dienen, egal wo. Meine Missionszeit habe ich mit allen Höhen und Tiefen geliebt und oft gesagt: „Ich lebe meinen Traum.“
Zurück in Deutschland spürte ich nach dem Einleben eine innere Leere, obwohl ich wie bisher meine Beziehung zu Jesus pflegte. In dieser Zeit verliebte ich mich und erwog bereits das mögliche Ende meines Single-Daseins – wobei Gott mir zu Beginn meiner Missionszeit klar gesagt hatte, dass er mich für sich „ausgesondert“ hätte. Nach der Verliebtheit blieb eine große Sehnsucht, für die ich mir wünschte, dass sie eine Heimat finden möge.
Damals fuhr ich mit einer Freundin nach Israel, wo ich in Magdala ein persönliches Erlebnis mit Jesus hatte: Maria Magdalena war nach ihrer Befreiung und Bekehrung nicht mehr von Jesu Seite gewichen. Das berührte mich, und ich spürte den feinen, aber großen Unterschied zwischen „Jesus folgen und dienen“ und „ganz bei ihm sein“.
Das führte mich zurück zu meinen katholischen Wurzeln, und ich entdeckte als tiefes Geheimnis „Jesus Christus in mir“, womit meine Herzenssehnsucht anfing, eine Heimat zu finden. Unterwegs stieß ich auf die alte Lebensform der „Geweihten Jungfrauen“, die ehelos blieben, um als Braut ganz Jesus zu gehören. Für diesen Schritt entschied auch ich mich und ließ mich Ende 2023 weihen.
Übrigens: Es gibt auch bei Solo&Co Frauen, die sich aus Liebe zu Jesus ganz bewusst für die Ehelosigkeit entschieden haben. Der Austausch mit einer von ihnen bereichert uns beide. Kontakt: solo4life@soloundco.net
Gefragt, welchen Platz Mission für mich in den letzten 10 Jahren hatte: Weiter in einem Projekt meiner alten Missionsarbeit aktiv zu sein, hätte mich zerrissen. Ich musste ganz in Deutschland landen. Zugleich begann ich nach meiner Rückkehr, einige Missionarinnen im Rahmen meiner früheren Missionsgemeinschaft bzgl. Member Care zu begleiten, und auch im Gebet bin ich mit einigen weiter verbunden.
Die Reise zu Gottes Herz endet erst, wenn ich Jesus von Angesicht zu Angesicht sehe. Darauf freue ich mich schon!
Christa Sorg
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