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Solo aber nicht allein | 4

von Walter Lutz | 17. Apr. 2020 | Allgemein

Alle sprechen von Social Distancing – was für ein geschraubter Begriff und ungenau dazu. Er suggeriert geradezu das Gegenteil dessen, um das es den Epidemiologen geht. Wir sollen räumliche Nähe vermeiden, nicht aber doch das sozial-emotionale Band untereinander. Gerade für uns Alleinlebende ist dieser Unterschied doch (über)lebenswichtig. Die wichtigste Einsicht: Damit ich mich verbunden fühle, muss einfach was Anderes her: ein Kontakthalten auf räumliche Distanz. Dafür sind jetzt vor allem Fantasie und Initiative gefragt.

Warum nicht mit Eltern oder Geschwistern per Skype klönen, so dass man auch mal was zeigen kann, das derzeitige Strickprojekt oder den frisch gestrichenen Tisch zum Beispiel. Es ist mit mehreren auch viel entspannter mit Bild zu telefonieren, weil man sehen kann, wer gerade was sagen will. Das Lächeln um die Mundwinkel oder die sorgenvolle Mine kriegt man auch gleich mit. Am Ostersonntag hab ich mit fünf anderen Solisten zusammen das Osterfrühstück per Videokonferenz geteilt, nicht alle kannte ich vorher, aber herzerwärmend war’s trotzdem. Für den Video-Anruf muss man sich nur auf eines der gängigen Programme einigen wie Zoom, Skype, jitsi, oder Facetime. Laptop oder Tablet auf den Tisch stellen und los geht’s. Man kann auch miteinander Karten spielen auf Distanz oder beim Scrabble knobeln, in der Facebook-Gruppe haben sich bereits ein paar Spielkinder zusammengefunden. Warum nicht am Gemeindegottesdienst per Video-Schalte teilnehmen? Da ist oft über die Chat-Funktion auch Interaktion mit anderen Teilnehmern möglich. Die Schul- und Studienfreunde sind nun abends regelmäßig zuhause anzutreffen und ebenso ausgedörrt wie man selbst. Mit denen, die man sonst regelmäßig im Chor trifft, beim Sport oder Hauskreis, kann man auch digital Kontakt halten, damit sich da über die Zeit nicht eine große Leere breitmacht. Also: Raff dich auf. Es muss nur einer den Anfang machen und das „Treffen“ einrichten. Das ist keine Raketenwissenschaft. Es gibt viele Anleitungen im Netz. Und man darf auch mal jemanden fragen, ob er einem (telefonisch) dabei hilft, eine Zoom-Sitzung einzurichten.

Zugegeben: es fällt erstmal nicht so leicht, weil technische Hilfsmittel gebraucht werden und ein ‚Anlass’ kreiert werden muss. Auf dem Hausflur, in der Umkleide, nach dem Chor, beim Kirchenkaffee redet man spontan ein paar Takte, nun muss man sich verabreden. Da geht das Zufällige, Ungeplante und Beiläufige verloren. Auch ist ein digital vermittelter Kontakt nicht so wärmend wie ein realer. Aber besser als soziales Einfrieren aller Beziehungen auf den Tag X ist es allemal. Und vielleicht liegt auch ein Geschenk darin, weil sich eine halb eingeschlafene Verbindung neu vertieft. Oder weil die digitalen Hilfsmittel einen Kontakt ermöglichen, der sonst wegen der Entfernung zum anderen erst gar nicht in Angriff genommen worden wäre.

Hilfreiche Seiten mit vielen Anregungen vom Gottesdienst am Küchentisch bis zum Balkonsingen:

EKDevangelische LandeskirchenBaptisten und hierkatholische Diözesen

Das Seminar-Angebot beim Festival bietet für jede(n) etwas.

Direkt aus Marburg kommen Ruth und Dietmar Pfennighaus sowie Svenja Riedel. Mit einer Kräuterwanderung, einem Seminar über Ätherische Öle, etwas aus der Systemischen Beratung und dem Wertvoll-Prinzip kann man wichtige Impulse aus der Arbeit des Gesundheitshauses mitnehmen.

Von der AsB (Arbeitsgemeinschaft seelsorgerliche Beratung) wird Andreas Stenzel ein Seminar zum Thema „Innere Heilung“ anbieten.

Von Hanna Kunze darf man lernen, wie Dating in der heutigen Zeit eigentlich geht.

Die junge Autorin Sina Hottenbacher stellt die Impulse ihres aktuellen Buches „Single life“ vor unter den Aspekten Umfeld, Gemeinde, Beziehungen, Dating, Wohnsituation, Vorsorge- und Finanzthemen.

Wer sich gerne mal mit dem Thema Perfektionismus auseinandersetzen möchte, kann an einem Seminar mit Elke Langenberg und Horst Elsner teilnehmen.

Wer sich gerne bewegt, findet im Workshop zum Thema „Bewegtes Gebet“ mit Sabine Ivens das Passende. Und mit Andreas Hoffmann kann gepilgert werden.

Die Gynäkologin Jael Schemel bietet ein Seminar zum Thema Wechseljahre an.

Wer es kreativ mag, darf im Projektchor mit Benjamin Gail mitsingen oder beim Kintsugi-Workshop mit Katja Zimmermann Neues entdecken.

Auch zu den Themen Gemeinschaft, zölibatär lebende Singles, Singles mit Behinderung oder Älterwerden als Single wird es Seminarangebote geben.

Und darüber hinaus gibt es natürlich ganz viel Gemeinschaft mit anderen Singles.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du auch mit dabei bist. Bis zum 15. August kann man sich noch anmelden!

Marion Heigl, Geschäftsstelle

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