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Siehe, ich mache alles neu (Teil 3)

von Walter Lutz | 16. Apr. 2026 | Kostbares

Astrid Eichler

Etwas ist kaputt gegangen, ein Buch löst sich aus dem Einband heraus, eine Hose hat ein Loch. „Weg damit!“ Das ist die oft „normale Reaktion“ von uns, zumal in unserer Wegwerfgesellschaft. „Was Neues muss her!“ Im griechischen würde dafür das Wort neos stehen. Anders, wenn das Buch von einem Buchbinder erneuert wurde, die Hose von einer Schneiderin bearbeitet und danach „wie neu“ ist. Dafür gibt es im griechischen das Wort kainos.

Neos bezieht sich auf etwas, das zeitlich neu ist — gerade erst geschaffen. Ein neos-Objekt hat zuvor nicht existiert. Jetzt ist es da, ganz neu. Ein Kainos-Objekt dagegen hat bereits existiert, wurde aber erneuert; es ist etwas, das in Qualität oder Wesen neu ist.

In unsere Jahreslosung steht eine Form von kainos. Das ist überaus bedeutsam: Wenn Gott alles neu macht, dann wirft er die Schöpfung nicht weg, ersetzt sie nicht, sondern er verwandelt und erneuert.

Das heißt doch: Die Schöpfung Gottes hat kein Verfallsdatum. Sie ist kostbar und bleibt kostbar. Das begründet die Hoffnung, von der Paulus schreibt „...die ganze Schöpfung hofft auf den Tag, an dem sie von Tod und Vergänglichkeit befreit wird zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.“ (Römer 8, 20f)

Für mich ist das eine Ermahnung und Ermutigung mit dem, was mich umgibt, achtsam umzugehen. Die Erde ist keine Wergwerfware, sondern uns anvertraut, sie zu bewahren bis zu der Zeit, in der Gott sie erneuern wird. Sie ist nicht nur ein Zwischenstadium der Zeiten, sondern ein heiliger Ort, den Gott verwandeln wird, wenn er alles neu machen wird.

Wichtig ist (wie immer beim Bibellesen), dass wir nicht nur diesen einen Vers lesen, sondern den Zusammenhang betrachten. Hier ist die Rede von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, von der heiligen Stadt, dem neuen Jerusalem... Es geht hier nicht (nur) um die kleinen oder großen Nöte in meinem Leben, wo ich mir dringend Neues wünsche, sondern es geht um diese Welt, den Kosmos, um ALLES, was Gott gehört.

Ich wünsche mir, dass wir in diesem Jahr in diese große und großartige Perspektive hineinwachsen, nicht als Weltflucht, sondern als Hoffnung für diese Welt!

Der, der auf dem Thron saß, sagte: Ja, ich mache alles neu

Astrid Eichler