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Lange im Ausland: Vorteile und Herausforderungen

von Walter Lutz | 15. Sep. 2023 | Allgemein

Ehe ich nach Albanien ging, hatte ich keine Auslandserfahrung. Das Höchste waren drei Wochen Urlaub im Ausland. Seit 2004 bin ich in Albanien und arbeite bei dem Patenschaftsprogramm „Adopt a Child“. Diese Organisation kenne ich seit 1994 und hatte darüber immer wieder Patenkinder in Guatemala. Albanien kam mir ganz unerwartet in den Sinn mit dem Gedanken, dass das der Platz sein könnte, wo Gott mich haben möchte. Das war Anfang 2000. Der Kontakt und die Möglichkeit, dort zu arbeiten, kam über die Missionsgesellschaft Globe Mission in Hamminkeln zustande. Von Pogradec/Albanien aus fahren wir in verschiedene Dörfer, um Menschen zu helfen.

In dieses evangelistische Patenschaftsprogramm für Kinder – und seit einigen Jahren auch für Witwen – bin ich in 19 Jahren – also in die Langzeit – hineingewachsen. Entscheidend ist, dass man weiß: Das ist das Land und der Ort, wo ich sein soll. Die Vorbereitung darauf kann ganz individuell sein – kurzfristig wie langdauernd. Ich denke: Das ganze Leben ist quasi eine Vorbereitung Gottes auf den Dienst.

Herausfordernd: Ich bin die einzige ledige Person in unserem Team, das vor Ort ausschließlich aus Albanern besteht. Albaner heiraten für gewöhnlich, haben einen ausgeprägten Familien- und Gemeinschaftssinn. Sie sind ein sehr gastfreundliches Volk und als Ausländer, ob verheiratet oder ledig, ist man immer willkommen. Sie leben oft mit 3 Generationen unter einem Dach und sind unkompliziert im Umgang mit anderen Menschen. 

Ich habe mich in Albanien schnell zu Hause gefühlt, und in meiner Anfangszeit waren sehr viele Missionare in der Stadt, was mir das Einleben sehr erleichtert hat. Ihnen konnte ich auch meine kulturellen Fragen stellen. Nach und nach gingen Missionare nach Hause, und es kam der Punkt, an dem meine albanischen Kollegen feststellten: Jetzt bist du auch Albanerin. Das ist natürlich ein Kompliment, hat aber auch seine Herausforderungen.

Um hier effektiv arbeiten zu können, kann ich kulturell nicht „gegen den Strom” schwimmen. Das ist viel zu anstrengend und macht auch keine Freude. Wichtig sind gute Freunde und vor allem gute Nachbarn vor Ort. Hier wird man wirklich in die Gemeinschaft mit reingenommen, und man teilt auch Freuden und Sorgen miteinander.

Wie es so schön heißt: Überall wird mit Wasser gekocht. Also ist das ganz alltägliche Leben ähnlich wie zu Hause: Arbeiten, kochen, saubermachen, heizen (hier dann oft als Ofenheizung). Wenn mir das Leben manchmal zu kompliziert erschien, habe ich mir gesagt: Ich mache hier auch nichts anderes als in Deutschland. Ich gehe zur Arbeit und ich kümmere mich um meinen Haushalt. Das hat mir oft geholfen, wieder die Balance zu finden.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht, und das Wichtigste ist eine gute Gebetsunterstützung. Das habe ich immer wieder deutlich erfahren. Die Unterstützung durch die Gemeinden und die Missionsgesellschaft sind hilfreich. Menschen zu haben, denen gegenüber ich regelmäßig Rechenschaft gebe und die für mich beten, das ist ein großer Segen. Ohne diese Menschen ginge es nicht.

Wichtig ist für mich auch der gute und regelmäßige Kontakt zu meiner Familie in Deutschland sowie zu Freunden und Unterstützern. Da hier im Dienst doch immer wieder Menschen kommen und gehen, habe ich mich darauf konzentriert, besonders langjährige Freundschaften zu Hause zu pflegen. Da kommt man beim Heimataufenthalt gerade “rum“. Schön ist auch, wenn Freunde zu Besuch nach Albanien kommen. Und kostbar ist es, neue Kontakte zu bekommen und Beziehungen aufzubauen. Darum geht es ja schließlich, ob in Albanien, in Deutschland oder in einem anderen Land. Hier sagt man: Der Mensch ist für den Menschen da.

Wichtig ist, immer wieder eine Perspektive zu haben, die über das hinausgeht, was ich momentan tue. Das hilft mir sehr, dranzubleiben und weiterzugehen.

Christiane Nötzoldt, Pogradec (Albanien)

„Solo&Co weltweit“ trifft sich alle ca. zwei Monate zum Zoom-Stammtisch. Nähere Infos bei https://www.soloundco.net/das-netzwerk/weltweit.

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Das Seminar-Angebot beim Festival bietet für jede(n) etwas.

Direkt aus Marburg kommen Ruth und Dietmar Pfennighaus sowie Svenja Riedel. Mit einer Kräuterwanderung, einem Seminar über Ätherische Öle, etwas aus der Systemischen Beratung und dem Wertvoll-Prinzip kann man wichtige Impulse aus der Arbeit des Gesundheitshauses mitnehmen.

Von der AsB (Arbeitsgemeinschaft seelsorgerliche Beratung) wird Andreas Stenzel ein Seminar zum Thema „Innere Heilung“ anbieten.

Von Hanna Kunze darf man lernen, wie Dating in der heutigen Zeit eigentlich geht.

Die junge Autorin Sina Hottenbacher stellt die Impulse ihres aktuellen Buches „Single life“ vor unter den Aspekten Umfeld, Gemeinde, Beziehungen, Dating, Wohnsituation, Vorsorge- und Finanzthemen.

Wer sich gerne mal mit dem Thema Perfektionismus auseinandersetzen möchte, kann an einem Seminar mit Elke Langenberg und Horst Elsner teilnehmen.

Wer sich gerne bewegt, findet im Workshop zum Thema „Bewegtes Gebet“ mit Sabine Ivens das Passende. Und mit Andreas Hoffmann kann gepilgert werden.

Die Gynäkologin Jael Schemel bietet ein Seminar zum Thema Wechseljahre an.

Wer es kreativ mag, darf im Projektchor mit Benjamin Gail mitsingen oder beim Kintsugi-Workshop mit Katja Zimmermann Neues entdecken.

Auch zu den Themen Gemeinschaft, zölibatär lebende Singles, Singles mit Behinderung oder Älterwerden als Single wird es Seminarangebote geben.

Und darüber hinaus gibt es natürlich ganz viel Gemeinschaft mit anderen Singles.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du auch mit dabei bist. Bis zum 15. August kann man sich noch anmelden!

Marion Heigl, Geschäftsstelle

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