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Ich hab hier was entdeckt (Teil 5) | Astrid

von Walter Lutz | 26. Nov. 2020 | Allgemein

Ich beginne wieder mit einer Frage: Was denkst du, was sind die „Renner“ in der Freizeitgestaltung von Singles? Ob es da Unterschiede zu Verheirateten oder Familien gibt? Hast du dazu Gedanken?

Bereits 2018 hatte die Stiftung Zukunftsfragen 2.000 Menschen in Deutschland befragt und bei der Auswertung zwischen Singles, Paaren und Familien unterschieden. Die Singles verbringen ihre Freizeit am liebsten mit 1. Internetnutzung 2. von unterwegs telefonieren 3. Radio hören. Bei Familien sieht es so aus: 1. Radio hören 2. Fernsehen 3. Internetnutzung und bei Paaren steht an erster Stelle, Zeit mit dem Partner zu verbringen, danach kommen Fernsehen und Internet.

Für alle gilt: Die Medien bestimmen die Freizeit. Singles sind in ihrer Freizeit mehr unter­wegs als Paare. Freizeit wird weithin nicht zu Hause erlebt, sondern findet anderenorts statt. Auch wird deutlich, dass Singles viel freie Zeit für Haushalt und Besorgungen, Auto oder Büro­kratie aufwenden müssen. Denn alle Pflichten, die sonst auf zwei Schultern verteilt sind, ruhen nun auf einer. Das ist für viele eine echte Herausforderung, vor allem für die Männer, die schon mit einer Partnerin zusammengelebt haben und den Unterschied wahrnehmen (vgl. S. 85).

Ein zweiter Unterschied: Christliche Singles sind überaus häufig ehrenamtlich engagiert. Das umfasst vor allem die Gemeinde, aber auch Vereine und Hilfsorganisationen. Was Elisabeth sagt, ist sicher kein Einzelfall: … ich versuche einmal die Woche, wenn ich Glück habe, einen Abend allein zu Hause zu verbringen, aber das klappt eher selten“ (S. 86).

Die besonderen Herausforderungen liegen für Singles nicht im „normalen Alltag“, sondern viel eher in den „anderen Zeiten“, an Feiertagen, Wochenenden, bei der Urlaubsgestaltung, in Krisenzeiten und im unmittelbaren Umgang mit Paaren und Familien. Besonders schwierig ist es für die befragten Singles, das Alter in den Blick zu nehmen (vgl. S. 87 ff).

Die Studie zeigt deutlich, dass Singles, die in Gemeinschaft leben, glücklicher sind als Allein­lebende. Allerdings ist auch das differenziert zu betrachten. Denn die Alleinlebenden schätzen es doch sehr, am Abend dann auch mal „ihre Ruhe zu haben“ (vgl. S. 98f). Viele empfinden es auch als Last, immer aktiv sein zu müssen. „Trotz vieler Hobbies, einer aktiven Freizeitgestaltung und enger Sozialkontakte bleibt die Angst vor der Einsamkeit im Alter oder in Krankheit bestehen“ (S. 102).

Hier zeigt sich, wie nötig Veränderungen sind, sowohl für Singles als auch für Gemeinden. Wie können wir gemeinsam dieser Angst begegnen? Wie können wir Lebensformen ent­wickeln, in denen Ängste offen ohne Scham ausgesprochen werden können? Wie können wir Orte schaffen, an denen Alltag und Freizeit miteinander geteilt werden, Junge und Alte einan­der ergänzen und wir einander zum Geschenk werden?

Das Seminar-Angebot beim Festival bietet für jede(n) etwas.

Direkt aus Marburg kommen Ruth und Dietmar Pfennighaus sowie Svenja Riedel. Mit einer Kräuterwanderung, einem Seminar über Ätherische Öle, etwas aus der Systemischen Beratung und dem Wertvoll-Prinzip kann man wichtige Impulse aus der Arbeit des Gesundheitshauses mitnehmen.

Von der AsB (Arbeitsgemeinschaft seelsorgerliche Beratung) wird Andreas Stenzel ein Seminar zum Thema „Innere Heilung“ anbieten.

Von Hanna Kunze darf man lernen, wie Dating in der heutigen Zeit eigentlich geht.

Die junge Autorin Sina Hottenbacher stellt die Impulse ihres aktuellen Buches „Single life“ vor unter den Aspekten Umfeld, Gemeinde, Beziehungen, Dating, Wohnsituation, Vorsorge- und Finanzthemen.

Wer sich gerne mal mit dem Thema Perfektionismus auseinandersetzen möchte, kann an einem Seminar mit Elke Langenberg und Horst Elsner teilnehmen.

Wer sich gerne bewegt, findet im Workshop zum Thema „Bewegtes Gebet“ mit Sabine Ivens das Passende. Und mit Andreas Hoffmann kann gepilgert werden.

Die Gynäkologin Jael Schemel bietet ein Seminar zum Thema Wechseljahre an.

Wer es kreativ mag, darf im Projektchor mit Benjamin Gail mitsingen oder beim Kintsugi-Workshop mit Katja Zimmermann Neues entdecken.

Auch zu den Themen Gemeinschaft, zölibatär lebende Singles, Singles mit Behinderung oder Älterwerden als Single wird es Seminarangebote geben.

Und darüber hinaus gibt es natürlich ganz viel Gemeinschaft mit anderen Singles.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du auch mit dabei bist. Bis zum 15. August kann man sich noch anmelden!

Marion Heigl, Geschäftsstelle

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