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Gott gebraucht auch „Spätzünder“

von Walter Lutz | 10. Feb. 2025 | Allgemein

Es ist Freitag, 15 Uhr. Ich sitze im Studio des kleinen lokalen Radiosenders und schiebe den Regler für die Titelmusik unseres wöchentlichen Programms hoch. Der Sender befindet sich in Montes, einem kleinen Ort, etwa 100 km von Uruguays Hauptstadt Montevideo entfernt. Jetzt ist das für mich selbstverständlich, und ich bin mit weniger Notizen auch viel entspannter. Aber das war nicht immer so. Und es gab Zeiten, da habe ich mir überhaupt nicht vorstellen können, irgendwohin „in die Mission“ zu gehen.

Als junger Mensch war der Start ins Berufsleben etwas holprig, später war ich verheiratet, mein Mann nicht gesund; dann war ich allein und wollte meine Sicherheit eines festen Arbeitsplatzes in Deutschland nicht aufgeben. Viele Gründe, um nicht ins Ausland zu gehen, und schon gar nicht allein und als Missionarin, die auf Spenden angewiesen ist! Aber Gott sprach zu mir – und selbst danach dauerte es noch fast 20 Jahre…

Im Februar 2014 flog ich mit einer Freundin nach Uruguay, wo sie geboren und aufgewachsen ist. Hier arbeitet auch eine Missionarsfamilie, die ich von Deutschland her kenne, und Gott legte es mir aufs Herz zu fragen, ob ich für ein halbes Jahr zu ihnen kommen könnte. Ich hatte große Bedenken, wie es mit meiner Arbeitsstelle würde, aber Gott hat alle Wege geebnet, so dass ich im März 2015 für ein halbes Jahr ausreiste.

Es war nicht einfach mit der Umstellung, vieles neu und fremd, obwohl ich als Fremdsprachensekretärin die Sprache schon konnte. Ich hatte es auf dem Herzen wiederzukommen und reiste 2017 erneut für zwei Jahre aus. Diesmal fand ich mich – statt in der Hauptstadt – im 100 m entfernten Montes wieder, mit vielen neuen Herausforderungen, die ich mir in Deutschland nie zugetraut hätte. Das Erstaunliche: Es tat mir gut, Neues auszuprobieren! Ohne den Druck, dass es klappen muss, und das auch noch innerhalb einer bestimmten Zeit, wie sonst im Berufsleben. So versuchte ich mich im Malern, Rasen mähen (in Deutschland hatte ich nie einen), half in der Kinderstunde, der Frauenstunde, bei Jugendfreizeiten in der Küche und überhaupt in sehr verschiedenen Bereichen.

Oder die wöchentliche Radiosendung: Eigentlich sollte ich nur unterstützen, aber schon bald bekam ich die Verantwortung übertragen; Hilfe kam und kommt von der Freundin, mit der ich in Uruguay war. Sie schickt mir immer Audios zu einem Thema, die ich dann noch ergänze – und inzwischen habe ich auch gelernt, mit der Technik umzugehen…

2019 ging ich nach Deutschland zurück, allerdings mit dem Ziel, wieder auszureisen, diesmal „für ganz“ – und trotz einiger Hindernisse klappte das auch. Gottes „Salami-Taktik“ war erfolgreich! Wieder ging es nach Montes, in „mein“ Haus, in alte und neue Aufgaben. Die Familie, mit der ich hier arbeite, ging für ein Jahr nach Deutschland und Covid betrat die Weltbühne … eine Zeit mit ganz anderen Herausforderungen. Hilfe kam oft von unerwarteter Seite, und ich konnte nur staunen, wie Gott mir Menschen an die Seite stellte. Er kümmert sich gut auch um die Bedürfnisse Alleinstehender.

Es gibt immer etwas zu tun. Man könnte immer noch mehr machen. Das heißt einerseits, immer wieder bereit zu sein, neue Herausforderungen anzunehmen, aber auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Insgesamt bin ich Gott sehr dankbar dafür, noch „im fortgeschrittenen Alter“ immer wieder etwas Neues beginnen zu können.

Merve Doorentz-Hundsdörffer, Uruguay

Der nächste Online-Stammtisch von „weltweit“ findet am 1. März um 14 Uhr MEZ statt. Melde dich hier dazu an.

Das Seminar-Angebot beim Festival bietet für jede(n) etwas.

Direkt aus Marburg kommen Ruth und Dietmar Pfennighaus sowie Svenja Riedel. Mit einer Kräuterwanderung, einem Seminar über Ätherische Öle, etwas aus der Systemischen Beratung und dem Wertvoll-Prinzip kann man wichtige Impulse aus der Arbeit des Gesundheitshauses mitnehmen.

Von der AsB (Arbeitsgemeinschaft seelsorgerliche Beratung) wird Andreas Stenzel ein Seminar zum Thema „Innere Heilung“ anbieten.

Von Hanna Kunze darf man lernen, wie Dating in der heutigen Zeit eigentlich geht.

Die junge Autorin Sina Hottenbacher stellt die Impulse ihres aktuellen Buches „Single life“ vor unter den Aspekten Umfeld, Gemeinde, Beziehungen, Dating, Wohnsituation, Vorsorge- und Finanzthemen.

Wer sich gerne mal mit dem Thema Perfektionismus auseinandersetzen möchte, kann an einem Seminar mit Elke Langenberg und Horst Elsner teilnehmen.

Wer sich gerne bewegt, findet im Workshop zum Thema „Bewegtes Gebet“ mit Sabine Ivens das Passende. Und mit Andreas Hoffmann kann gepilgert werden.

Die Gynäkologin Jael Schemel bietet ein Seminar zum Thema Wechseljahre an.

Wer es kreativ mag, darf im Projektchor mit Benjamin Gail mitsingen oder beim Kintsugi-Workshop mit Katja Zimmermann Neues entdecken.

Auch zu den Themen Gemeinschaft, zölibatär lebende Singles, Singles mit Behinderung oder Älterwerden als Single wird es Seminarangebote geben.

Und darüber hinaus gibt es natürlich ganz viel Gemeinschaft mit anderen Singles.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du auch mit dabei bist. Bis zum 15. August kann man sich noch anmelden!

Marion Heigl, Geschäftsstelle

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