Aktuelles

Solo&Co

Gemeinschaft kann einem auch zufallen.

von Walter Lutz | 29. Mai 2017 | Allgemein

Monika Wild, 65, lebte nach der Scheidung schon 20 Jahre allein in einem Reihenhaus auf dem niedersächsischen Land, als sie sich entschied, ihren damals achtjährigen Enkel Benjamin dauerhaft zu sich zu nehmen. Dreieinhalb Jahre ist es her, dass ihre Tochter auf Grund psychischer Erkrankung mit der Alleinerziehenden-Rolle überfordert war. Eigentlich hatte die  Fluglotsin damals andere Pläne mit ihrem Leben. Nach vielen Jahren im Korsett des Schichtdienstes wollte sie endlich das Leben und seine Möglichkeiten ausprobieren und neue Freiheiten genießen. Wie bringt man Gott zum lachen? Erzähl‘ ihm deine Pläne.
Die Not war groß damals, die Vorbehalte und Widerstände im Umfeld und beim Jugendamt ebenfalls. Schaffst du das – in deinem Alter? Und was wird, wenn du krank wirst? Das verstört verzweifelte Kind und seine Mutter juchzten auch nicht gleich: Hurra, wie wunderbar. Monika indes spürte, was Gott von ihr wollte. Sie handelte nicht mal so eben aus einem mitfühlenden Impuls heraus, sondern traf eine Entscheidung und wusste um die ganze Tragweite. Sie sagte ‚Ja‘: Er darf bei mir groß werden. Das erste Jahr war anstrengend. Sein kindlicher Bewegungsdrang forderte ihr einiges ab. Sie musste monatelang abends mit dem Kind ins Bett gehen. Benni litt unter dem Trennungsschmerz, die Tochter machte ihr Vorwürfe. „Ich kam an Grenzen“, bekennt sie, „aber nie an einen Punkt, an dem ich meine Entscheidung bereut hätte“.
Sie blieb im Vertrauen: „Benni ist Gottes Kind. ER hat es mir anvertraut – und wenn ich nicht mehr kann, wird er die liebevolle Fürsorge, die ich immer wieder erlebt habe, dem Kind schenken.“ Stück für Stück blühte der verhaltensauffällige und ängstliche Junge zu einem fröhlichen und konfliktfähigen Kind auf, das sagt, was ihm nicht passt, ohne Furcht, verlassen zu werden. Wenn Leute sagen, ihre Entscheidung erfordere doch viel Verzicht, schüttelt sie den Kopf. Sie spürt Benjamins Dankbarkeit, wenn er sagt: Ich hab dich lieb. Sie bekommt etwas zurück: verbindliche Beziehung und ehrliche Korrektur, Lebendigkeit und nicht zuletzt: Sinn.
„Ich würde anderen Singles gern Mut machen“, sagt sie, sich mehr zuzutrauen, auszuprobieren und sich auf Gottes Ruf einzulassen. Jeder Single, findet sie, sollte sich fragen: Wo geht meine Sehnsucht hin? Auch wenn der große Wunsch nach einem Partner oder Kind nicht in Erfüllung geht oder ging, kann sich die Sehnsucht dahinter erfüllen. Nur eben anders als gedacht. Monika ist sich sicher: Gott hält Fülle für mich und alle Singles bereit. Wer mit Monika Wild über ihr „Mehr-Generationen-Wohnen“ ins Gespräch kommen will, schreibt ihr an .