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Newsletter Oktober 2019

Guten Tag,

gerade stand in meinem Kalender wieder ein Termin in Visselhövede. Zweimal im Jahr bin ich bei Lebensräume e.V. zu Gast. Wir nehmen uns Zeit, das Leben der Gemeinschaft in den Blick zu nehmen. Manchmal hat die Gemeinschaft einen Wunsch, womit wir uns beschäftigen wollen oder welches Thema hilfreich sein könnte. Manchmal bringe ich einfach was mit. Es geht darum, gemeinsam wahrzunehmen, wie es den einzelnen geht und wie es um das Miteinander bestellt ist. Bei der Vorbereitung für das Treffen gingen meine Gedanken zurück in den August. Da feierte die Gemeinschaft ihr zehnjähriges Bestehen. Was für ein schöner Anlass! Was für ein gelungenes Fest!
Dabei fällt mir ein, ganz nahe bei Visselhövede, in Bremen, wurde auch gerade solch ein Jubiläum begangen. Da gibt es auch eine Gemeinschaft, die schon so lange auf dem Weg ist … Und, ach ja, fast hätte ich es vergessen: Unsere kleine Lebensgemeinschaft „über Entfernung“ ist auch schon im zehnten Jahr gemeinsam unterwegs. Das gibt es also wirklich! Es gibt gelingende Gemeinschaft.
Ich bin überaus dankbar für diese Beispiele, denn die anderen gibt es auch, und vielleicht zahlreicher: Zerbrochene Gemeinschaften, in denen es plötzlich nicht mehr gemeinsam weiterging. Da bricht ein Konflikt auf, der nicht zu bewältigen ist oder lang unausgesprochene Erwartungen werden zum Thema, das sich nicht mehr bearbeiten lässt.
Am allermeisten gibt es vielleicht die nie begonnenen Gemeinschaften, weil es sowieso unmöglich scheint, sich aufeinander einzulassen und miteinander auszuhalten. Da stehen Ängste (und was noch alles?) im Raum und hindern beim Anfangen … Warum gibt es (noch) so wenig Gemeinschaften? Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist – aber wie kann es anders werden, damit niemand mehr allein ist. Wie kann das gelingen? Diese Frage wird uns nie loslassen. In der Rubrik ‚Compass‘ habe ich über das Geheimnis von Gemeinschaft nachgedacht … Übrigens: Die Gemeinschaft ums Quellhaus in Bad Salzuflen ist offen für weitere Mittuer, weiter unten lest ihr mehr darüber.
Bleiben wir dran – suchen wir und wagen es, probieren wir aus und experimentieren wir, verabreden wir uns und lernen und fangen an … Auf denn!
Astrid
PS: Vielleicht gibt es ja doch schon mehr Gemeinschaften als wir ahnen? Inzwischen sind mir schon häufiger Singles begegnet, die mir von ihrer Zweier- oder Dreierschaft erzählen, von Jour fixe oder Urlaubsgemeinschaften. Es bewegt sich was! Wollt ihr euch nicht mal melden? Es wäre schön, von euch zu hören oder zu lesen. Und dann können wir noch mehr Geschichten erzählen, einander ermutigen, miteinander und voneinander lernen. Dann wagen es vielleicht auch noch andere, Gemeinschaft zu werden.
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Compass


Das Geheimnis von Gemeinschaft | Astrid
Das Fest in Visselhövede zum Zehnjährigen hat mich darüber nachdenken lassen, was das Geheimnis dieser Gemeinschaft ist? Ich glaube, das hat was mit Gerda St. zu tun. Sie ist die „Visionärin“, aber gar nicht so, wie man sich (oder ich mir) eine Visionärin oder Anführerin vorstellt. Nein, sie ist ganz anders. Eher im Hintergrund zu finden, still, keine Wortführerin, kein Bühnentyp. Das macht mir Hoffnung. Es braucht nicht die „tollen Typen“, die großen „Leuchtgestalten“, die alles hinkriegen, die typischen Anführer und Leiter. Nein, die Vision im Herzen einer ganz normalen, introvertierten, stetig-gewissenhaften Frau, die entschlossen den Willen Gottes sucht und sich dem hingibt, reicht offensichtlich aus.
Gerda St. trug vor Jahren den Wunsch im Herzen, mit anderen zusammen in einer Lebens- und Dienstgemeinschaft zu leben. Sie wusste, dass solch eine Gemeinschaft große Kraft freisetzen und die Welt verändern kann. „Sucht der Stadt Bestes“ (Jer. 29, 7) war ihr Leitwort, das sich die Geschwister in der Gemeinschaft angeeignet und von Anfang an umgesetzt haben. Jeder, der in den vergangenen Jahren zur Gemeinschaft dazugekommen ist, wurde gefragt, ob er oder sie bereit ist, sich dafür ein­zubringen, dass andere durch diese Gemeinschaft beschenkt und gesegnet werden.
Also, da war eine Vision, ein Bibelwort und da waren Gehorsam und Treue. Gerda ist zäh drange­blieben. Sie hat Treue bewiesen und war durch nichts davon abzubringen, dem Willen Gottes auf der Spur zu sein. Auf verschiedenen Wegen sind Mitbewohner zu ihr gestoßen, die gemeinsam dran­geblieben sind – auch gegen Widerstände. Über Jahre haben sie umgebaut und auf einer Baustelle gelebt. Wenn ich mal wieder zu Besuch war, habe ich dies Durchhaltevermögen bewundert. Das hätten viele, die sich Gemeinschaft wünschen, nicht durchgestanden.
Wenn wir von Gemeinschaft träumen, welche Fragen und Motive leiten uns dann? Dass es uns besser geht, unsere Sehnsucht und unser Wunsch nach Gemeinschaft erfüllt werden? Wie wäre es, wenn wir das verändern und als Ziel vor Augen haben, dass es „Gott besser geht“. Wissen wir etwas vom tiefen Wunsch Gottes‘ nach Gemeinschaft? Es ist ihm ein Herzensanliegen und eine große Freude, wenn wir seinem Wunsch endlich nachgehen und ihn erfüllen.
Gerda und ihre Weggefährten haben mehr nach den Wünschen Gottes und seiner Sehnsucht gefragt als nach der eigenen. Nun könnte man denken: „Oh, die Armen, die haben sich ja ganz kaputt gemacht … so kann man doch nicht leben.“ Doch kann man! Wenn ich in Visselhövede bin, dann sehe ich, wie wirklich wird, was Jesus gesagt hat: „Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden.“  (Matth. 16,24-26, Lutherbibel  2017) Sie folgen Jesus nach und leben miteinander in großer Freiheit. Hier liegt ein großes Geheimnis jeder gelingenden Gemeinschaft.
Und noch was: Die Gemeinschaft in Visselhövede lebt aus einem großen geistlichen Realismus! Ich gehöre nicht zu den Menschen, die hinter jedem Busch einen Dämon sehen oder dem Teufel gar so viel Beachtung schenken. Aber ich weiß, dass Gemeinschaften dem Teufel ein Dorn im Auge sind. Sie sind Kraftorte, und die will er, wenn irgend möglich, zerstören.
Wie dumm oder naiv sind wir, wenn  wir eine Gemeinschaft kampflos aufgeben. Wenn es schwierig wird, dann hat es eben nicht gepasst, dann waren wir zu verschieden oder es ist einfach zu anstren­gend. Hier brauchen wir einen ganz anderen Blick, damit wir uns zusammentun und den Absichten des Feindes, der uns auseinanderbringen will, entschlossen entgegentreten. Ich habe mal im Blick auf Eheprobleme den Satz gehört: „Denkt dran, der Feind ist nie der andere. Der Feind ist immer _der_ Feind!“ (Lies mal 1. Petrus 5,5-8)
Ja, diese Perspektiven brauchen wir, damit wir uns nicht gegenseitig bekämpfen und dann irgend­wann frustriert aufgeben und auseinandergehen. Wir wollen doch den Sieg behalten, den Jesus schon errungen hat.
Und zum Schluss noch eines: Von Anfang an war die Gemeinschaft in Visselhövede achtsam mit sich selbst und den Prozessen, die in jeder Gemeinschaft ablaufen. Sie haben Begleitung von außen, nicht nur im Krisenfall, sondern regelmäßig. Das ist so gut und sinnvoll. Wir bringen ja auch Autos zur Durchsicht, bevor was kaputt ist. Bei den zerbrochenen Gemeinschaften denke ich oft, dass das einer der Gründe für das Zerbrechen war. Es fehlte die regelmäßige „Inspektion“, der gemeinsame Blick auf das Geschehen in der Gemeinschaft, gemeinsame Wahrnehmung und achtsame Fragen. Das brauchen Beziehungen und Gemeinschaften – sehr! Vermutlich viel mehr als wir ahnen.
Das Geheimnis ganz kurz zusammengefasst: Vision, Gehorsam, Treue, Geduld, Hingabe, Freiheit, Realismus, Begleitung.
Bild:  Jonny Lindner auf Pixabay
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Podiumsrunde beim Fachtag (von li. nach re ): Dr. Barbara Pühl (Stabsstelle Chancengerechtigkeit ELKB), Thomas Müller (Leitungsteam Solo&Co), Dorothea Richter (Dekanin Kronach), Rieke Harmsen, (Chefredakteurin Online EPV), Dr. Hedwig Lamberty (Single-Pastoral Erzbistum Köln), Anna-Nicole Heinrich (Ev. Jugend in Bayern), Thomas Prieto-Peral (Kirchliche Planungsfragen ELKB)

Fachtag zu Singles in der Kirche | Patricia
Das Ergebnis eines Fachtages im Amt für Gemeindedienst der bayerischen evangelischen Landes­kirche(ELKB) in Nürnberg lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Kirchen sollten Singles stärker in den Blick nehmen. Denn „Singles sind in einem toten Winkel der Gemeinde“, so Pfarrer Günter Kusch vom Forum Männer der Landeskirche. „Singles kommen in Kirche einfach nicht vor“, konstatierte auch die katholische Diözesanreferentin Dr. Hedwig Lamberty. Sie leitet die bundesweit erste Stelle für „Single-Pastoral“ in der katholischen Kirche in Köln. „Singles wollen wertgeschätzt und gesehen werden", bekräftigte Lamberty.
Dies Vorhaben ist so einfach nicht. Denn Single ist nicht gleich Single, machte schon das Eingangs­referat des Soziologen Stephan Baas klar. Es macht einen Unterschied, ob Alleinlebende noch nie in Partnerschaft waren oder erst seit kurzem, ob sie verwitwet oder geschieden sind, Familie haben oder nicht, bewusst oder unfreiwillig ohne Partner leben, noch jung sind oder jenseits der Lebens­mitte. Auch die Zahl der Alleinlebenden ist ungewiss. Klar ist, dass die Zahl der Ein-Personen-Haushalte, die das Statistische Bundesamt regelmäßig erhebt, nicht wirklich weiterhilft.
Stephan Baas versuchte eine Definition: „Singles sind Männer und Frauen, die nach eigenen Angaben keine feste Partnerschaft führen“. Schätzungen zufolge trifft das auf 16-18 Millionen Menschen zu. Er unterschied vier Phasen bzw. Gruppen bei Singles: die unter 30, die im mittleren Lebensalter, die im höheren Erwachsenen-Alter und alleinlebende Senioren. Am meisten Unterstützung benötige die Gruppe der alleinerziehenden Frauen, so Baas. Für diese führe das Leben mit Kindern, aber ohne Partner häufig in Armut. Zunehmenden Unterstützungsbedarf sah Baas auch bei den älter werdenden Singles mit dann kleiner werdenden sozialen Netzwerken. Singlesein sei meist eine Phase im Leben, denn drei von vier Menschen heiraten im Lauf ihres Lebens.
Im Großen und Ganzen kämen Frauen mit dem Alleinleben besser zurecht als Männer, weil die Trennung häufiger von ihnen ausgeht, weil sie Freundschaften und soziale Netzwerke besser pflegten, konstatierte Baas. Ein großer Teil der alleinlebenden Männer empfinde das Single-Sein als Defizit. Baas widersprach der These, dass die Gesellschaft „versingele“. Die Menschen könnten aber in Zukunft immer häufiger „Lebensphasen ohne Partnerschaft" erleben. Ein Grund hierfür sei auch, dass sich inzwischen häufiger Frauen nach 30 oder 40 Ehejahren von ihren Männern trennten. Auch gebe es eine gesellschaftliche „Gemengelage, die Frauen von Partnerschaften abhalten“.
Anna-Nicole Heinrich, Jugend-Delegierte der EKD-Synode, forderte, „bei den Singles zwischen Alter und Lebenssituation zu unterscheiden“ und beobachtet in ihrem eigenen  (studentischen) Lebens- und Freundeskreis keinerlei Vorbehalte gegen Singles oder gar Scham.
Der Planungsreferent der bayerischen Landeskirche, Thomas Prieto-Peral, ordnete die Bedürfnisse der Singles innerhalb der kirchlichen Gruppen ein, die man besser kennenlernen müsse. Hierfür müsse das Gespräch gesucht werden. Unabhängig davon könne und müsse jede Gemeinde dafür sorgen, Singles willkommen zu heißen. Im Übrigen wandte er sich aus theologischer Sicht gegen eine Zielgruppenansprache: Singles sind Teil der Communio, der Gemeinschaft.
Andrea König vom Forum Frauen im Amt für Gemeindedienst forderte: „Wir müssen die Akteure sensibilisieren und mehr Bewusstsein für das Thema wecken“. Sie will den Geschlechterblick gestärkt sehen, plädierte für eine andere und einladendere Sprache.
Die Kronacher Dekanin Dorothea Richter erklärte, im lutherischen Verständnis seien Gemeinden eine „geschwisterliche Gemeinschaft“. Gleichwohl müssten sie schauen, wie einladend sie seien. Es dürfe nicht sein, dass Singles das Gefühl bekämen, sie seien Menschen zweiter Klasse. Spürbar sei das Stadt-Land-Gefälle. Früher habe sie noch Fürbitten gehört: … und hilf auch den Alleinstehenden. Gut, dass das nicht mehr stattfindet.“
Kirchenrätin und Pfarrerin Dr. Barbara Pühl, die das Referat Chancengerechtigkeit in der bayerischen Landeskirche verantwortet und dafür einen Index für die Gemeinden entwickelt, räumte ein, dass die Alleinlebenden bislang einen „blinden Fleck“ dargestellt hätten. Sie zeigte sich entschlossen, die sich kreuzenden Dimensionen Lebensphase, Lebensform und Bedürfnisse der Singles künftig stärker in den Blick zu nehmen. Der Index könne Gemeinden vor Ort als Richtlinie und Wegweiser für die Arbeit dienen.
Katholikin Dr. Hedwig Lamberty berichtete, welche geradezu überwältigende Resonanz die Mittagsandachten für Singles beim Kirchentag gefunden hätten. Die Zahl der Singles wachse, ist ihr Eindruck. Sie setzt in ihrem Referat kontinuierlich Impulse in die Gremien und Gemeinden hinein, um die Wahrnehmung der Singles vorwärts zu bringen und betonte die ökumenische Ausrichtung aller Anstrengungen. „Das Thema muss auf die Agenda“. Im übrigen kündigte sie an, in der Gebetsapp „Gott offen“ des Bistums auch Gebete von und für Singles einzubringen.
Johanna Weddigen, mit der Single-Studie der CVJM-Hochschule befasst, trug auf Nachfrage als ein Ergebnis der Single-Studie vor, dass die Lebenszufriedenheit der Singles von deren Einbindung in die Gemeinde abhinge.
Beim Schlußwort erinnerte Dekanin Dorothea Richter an den Bibeltext, den die Perikopenordnung für den nächsten Tag, einen Sonntag,  vorsah und der die Familienzugehörigkeit neu fasst: Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. (Mk 3,31-35, LUT) „In der geschwisterlichen Gemeinschaft haben alle ihren Platz, auch Singles“.
An diesem Tag wurden ein paar Ideen für neue Veranstaltungsformate genannt: ein Freunde-Speed-Dating,  ein regelmäßiges Cafe-Angebot am Sonntagnachmittag, ein Ernte-Rente-Gottesdienst, ein Tauffest für Alleinerziehende, ein Newcomer-Treff. Dabei wurde freilich auch betont, dass Singles nicht zu Veranstaltungen gehen, die sich explizit an Singles wenden – sie wollen vielmehr Menschen aus verschiedenen Lebenszusam­menhängen kennenlernen. Deshalb braucht es Veranstaltungs­formate, die offen und durchlässig sind.
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THEMA: Alleine leben
Die THEMA-Hefte sind eine Kooperation verschiedener Redaktionen evangelischer Wochenzeitschriften in Deutschland. In der Oktober-Ausgabe geht’s um Alleinlebende und Wege aus der Einsamkeit. Die Solisten Astrid Eichler, Claudia Heise und Solo&Co kommen darin übrigens auch vor. Das Heft versammelt auf 52 Farb-Seiten kompakte Informationen, schöne Reportagen, exklusive Hintergrund­geschichten, Hinweise und Tipps. Das THEMA-Heft [https://buchhandlung-eva.de/zeitschriften/thema.html ]  kostet 4,50 Euro (plus 2,90 Euro Versandkosten) und kann beim Evangelischen Gemeindeblatt, 0711-60100-61, vertrieb@evanggemeindeblatt.de bestellt werden.
Aus dem Inhalt:
Es betrifft Millionen „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ (1. Buch Mose). Aber fast zehn Millionen Deutsche fühlen sich einsam. Was hilft auf dem Rückweg ins gesellschaftliche Miteinander?
Die Scham, darüber zu sprechen Stille Sonn- und Feiertage, schlaflose Nächte und traurige Urlaubstage – Einsamkeit, innere Leere und das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Viele leiden darunter, schämen sich aber, darüber zu sprechen. Wie kann dem Gefühl des Einsamseins entgegengewirkt werden?
Freundschaften frühzeitig pflegen Es dauert rund 200 gemeinsame Stunden, bis mit neuen Bekannten eine Freundschaft entsteht. Wer im Alter auf die Unterstützung enger Vertrauter bauen möchte, sollte Freundschaften frühzeitig pflegen.
Das Lob der Einsamkeit Endlich allein! Was ist schön am Alleinsein? Kann man auch der Einsamkeit freundliche Seiten abgewinnen?
Besuch in einem Single-Wohnprojekt Singles leben zusammen, jeder in seiner Wohnung, aber mit Hausgemeinschaft. Ein Besuch in Visselhövede.
Beziehungsstatus: Es ist kompliziert Der Druck, den Partner fürs Leben zu finden, ist hoch genug. Haben es Christinnen und Christen als Singles noch schwerer?
Der prominenteste Single War Jesus ledig oder vielleicht mit Maria Magdalena verheiratet? Es gibt Schriften und Filme, in denen diese Frau als die Lieblingsjüngerin Jesu vorgestellt wird, woraus manche schlussfolgern, Jesu war mit ihr liiert. Was sagt die Bibel dazu?
Es muss noch etwas Anderes geben Singles: Sie gehen gewollt oder ungewollt solo durch das Leben und sehnen sich doch nach Gemeinschaft. Ein Gespräch mit Astrid Eichler.
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Single-Gottesdienst mit Austausch in Köln
Am Donnerstag, 17. Oktober 2019, 18 Uhr findet in der Kartäuserkirche zu Köln (Kartäusergasse 7, 50678 Köln) ein ökumenischer Gottesdienst für Singles, FreundInnen und Interessierte statt. Beim anschließenden Treffen mit Getränken und kleinem Imbiss besteht die Möglichkeit zu Austausch, Ideen und Vernetzung.


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Unterwegs mit dem Quellhaus
Sabine und Kathrin suchen Menschen, die die Gemeinschaft „Quellhaus“ mittragen …
Sabine (li.) und Kathrin (re.) sind zwei Frauen in der Lebensmitte, die über viele Jahre in Wohnge­mein­schaften gelebt hatten, bevor sie vor eineinhalb Jahren das Quellhaus in Bad Salzuflen übernah­men. Das atmosphärisch schöne, typisch lippische Bauernhaus war und ist als Haus für Auszeiten und Stille konzipiert. Menschen in Orientierungsphasen – persönlich, geist­lich, beruflich – finden hier Erholung und Unter­stützung, Beratung und Impulse zur Persönlich­keits­entwicklung. Beide sind qualifiziert und erfahren darin, Men­schen zu begleiten. Gleich­zeitig wollen Sabine und Kathrin ihren Glauben vertiefen und authentisch leben und laden auch andere dazu ein. Ihr Ansatz ist eher ganzheitlich erfahrungs­orien­tiert als Wissen vermittelnd.
Das Quellhaus bietet viel mehr Möglichkeiten, als die beiden allein ausschöpfen können. Kathrin geht einem Broterwerb außerhalb des Hauses nach, nur Sabine steckt alle Zeit in das Projekt. Ihre Vision war es von Anfang an, das Quellhaus mit anderen Menschen gemeinsam als geistlichen Ort zu gestalten und zu tragen. Deshalb suchen sie nun weitere Mittuer: Christen, die sich auf eine im Alltag lebbare und verbindliche Gemeinschaft einlassen wollen – auch wenn sie mangels Wohnraum nicht selbst im Quellhaus wohnen können. Männer und Frauen, die sich berufen fühlen, mit ihnen und anderen die Vision des Quellhauses zu teilen. Und die Lust haben, sich mit ihren Gaben und Talenten einzubringen – praktisch, musika­lisch, geistlich ... Das können einzelne oder Paare sein, die eigen­verantwortlich ihr Leben und Auskommen gestalten, aber auch Gemeinschaft suchen. Kathrin und Sabine sind kreative Menschen mit Wagemut und Offenheit für Neues, sofern sich der Schwerpunkt des Quellhauses nicht vollkommen verändert.
Die beiden haben auf ihrem Lebensweg unterschiedliche Glaubensrichtungen kennen­gelernt, man­che haben sie geprägt. Jede lebt ihr Leben finanziell eigenverantwortlich, das gilt genauso für die Beziehung mit Gott. Zwar sind sie der Ortsgemeinde durch sonntäglichen Gottesdienst und Hauskreis bewusst verbunden, aber ihre Berufung ist das Quellhaus. Sie halten gemeinsame Gebetszeiten und machen offene geistliche Angebote. 14-tägig gibt es einen Abendabschluss mit Stille, je einmal monatlich begrüßen sie das Wochenende, beten mit anderen für das Quellhaus und für Kranke. Oft sind diese Treffen mit einem gemein­sa­men Abendessen verbunden, damit Beziehung wachsen kann.
Sie wünschen sich Christen, die einen Standpunkt haben, aber offen bleiben für Verände­rung, auch was die eigene Sichtweise und das Verhalten angeht. Die nicht auf alles eine Antwort haben müssen und auch nicht immer wissen, wo‘s lang geht, aber sehr wohl wissen, dass sie auf Gottes Führung vertrauen können. Die gelernt haben, bei Konflikten nicht in die Übertragung, sondern in die Selbst­reflexion zu gehen, bzw. bereit sind, das noch zu lernen. Sie freuen sich über Männer, die Angebote speziell für Männer entwickeln, aber auch Freude an Gruppen und Aktivitäten mit Frauen haben.
Das Quellhaus liegt am Rande Salzuflens, einer größeren Mittelstadt zwischen Bielefeld, Herford und Lemgo, und hat mit dem Naturpark Teutoburger Land auch eindrucksvolle Natur zu bieten. Bauern-garten, Steinofen, Klavier rufen nach Engagierten, die sich betätigen wollen. Die drei Gästezimmer ermöglichen Aufenthalte zum Ausprobieren.
Sabine und Kathrin sind überzeugt, dass an Quellorten Leben entsteht, das anfangs oft noch zart, zerbrechlich und unscheinbar ist. Auch das darf im Quellhaus sein; die beiden suchen nicht das Spektakuläre, sondern das, was trägt und Bestand hat. Wer auf der Suche nach solcher Gemeinschaft ist, meldet sich bei Kathrin Oswald oder Sabine Plaschke über info@quellhaus.de. Mehr Infos: www.quellhaus.de.
Bild: privat
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Comm mit

Wo findet man unsere Veranstaltungen?
Manchmal kriegen Solisten erst anhand von Bildern im Blog oder auf Facebook mit, dass es da eine Veranstaltung, ein Seminar oder einen Urlaub gegeben hat, der oder die sie interessiert hätte. Dann ist es aber zu spät. Deshalb: Schaut immer mal wieder auf unsere Veranstaltungsseite [www.soloundco.net/comm-mit/], da tut sich auch übers Jahr etwas. Derzeit planen Astrid und Diana 2020, das erscheint demnächst auf der Homepage. Wir haben im Newsletter und Blog nicht genügend Platz, um auf jede Veranstaltung hinzuweisen. Die Fülle der Angebote kriegt ihr nur mit, wenn ihr immer mal wieder zur Homepage surft.
Bild von André Santana auf Pixabay
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Comm mit
Single in heilendem oder begleitendem Beruf?
Viele von uns arbeiten mit und für Menschen – in Kita, Schule oder Krankenhaus, als Logopädin, Ergo-/Physiotherapeut oder MTA. Manche begleiten chronisch Kranke in der Gemeinde. Da tauchen Fragen auf: Gottes Nähe in Krankheit erfahren? Wie kann ich im Berufs-Alltag und im Team authentisch Christsein leben? Wie sieht christlich integrative Heilkunde aus? Wo finde ich Zeit zum Auftanken? Wir wissen, wie herausfordernd es ist, trotz Schichtdienst und Erschöpfung noch Beziehungen zu pflegen.
Wer dabei Hilfestellung und Austausch, Antworten auf Fragen oder Fortbildung sucht, könnte bei den Christen im Gesundheitswesen (CiG) richtig sein. Vom 23. – 25. Januar 2020 findet ihr 7. Christlicher Gesundheitskongress im Kongress Palais Kassel mit einem sehr vielfältigen Programm statt. Er bringt Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen und Mitarbeitende aus Kirchengemeinden aus allen christlichen Konfessionen zusammen! Der Kongress hat Interessantes für Berufsstarter wie für Erfahrene im Angebot. Beim Programm wirken auch Thomas und Irene Widmer-Huber und Christina Brudereck mit. Neben fachlichen Inhalten kommen biblische Impulse und Segnung, Unterhaltung und Entspannung nicht zu kurz. Klickt euch mal rein! Wie wäre es, wenn ihr euch beim Christlichen Gesundheitskongress trefft? Gut zu wissen: Bis 15. Oktober 2019 gibt es einen Frühbucherrabatt. Ermäßigung für Menschen mit geringerem Verdienst, Schwerbehinderte und Arbeitsuchende  ist möglich.
Austausch unterm Jahr und vor Ort ist in 40 Regionalgruppen von CiG möglich. Und es gibt mit  ChrisCare, dem Magazin für Spiritualität und Gesundheit, eine gut gemachte Zeitschrift, die einmal im Quartal erscheint.
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Costbar
 Von freundlicher Distanziertheit zu Vertrautheit | Uta
Ed Shaws Buch „Vertrautheit wagen!“ entwirft eine Gemeinde, in der Singles und Ehelos-Lebende wirklich Heimat finden könnten.
Der Journalist Dominik Klenk, eng verbunden mit der Offensive Junger Christen, schreibt in seinem Vorwort: „Theologisch klug und biografisch authentisch führt das Buch seine Leser in eine heilige Unruhe.“ Damit deutet der Leiter des Fontis-Verlags schon an, dass das Buch „Vertraut­heit wagen!“ eine Herausforderung ist. Ed Shaw ist nämlich Pastor der Emmanuel City Church in Bristol/England, fühlt sich zu Männern hingezogen und wünscht sich eine Veränderung hin zur Heterosexualität. Nachdem sich diese nicht entwickelt, entscheidet er sich, sexuell enthaltsam zu leben.
Ein zölibatäres Leben ist heute selbst für viele Christen nicht mehr nachvollziehbar. Shaw entfaltet deshalb in zwölf Kapiteln seine Sicht dieses „Plausibilitätsproblems“.  „Wir müssen das, was die Bibel klar verlangt, einfach wieder plausibel machen. Wir müssen uns erinnern …, dass Jesus Folgendes zu uns allen sagt: ‚Ich bringe Leben – und dies im Überfluss.‘ Johannes 10,10; HfA.“ Von diesem Satz ausgehend, widerlegt er neun Fehlannahmen, die sich auch bei Christen breit gemacht hätten: „Deine Identität ist deine Sexualität. … Wenn es dich glücklich macht, muss es richtig sein. … Der Zölibat tut dir nicht gut und muss vermieden werden …“  Konsequent am Wort Gottes orientiert, entwickelt Shaw wesentliche Aspekte zu Themen wie Identität aus der Beziehung mit Christus, Gemeinde Jesu als familiäre Gemeinschaft, Intimität in Freundschaften und das Single-Leben als Gabe.
Dabei spricht er offen(siv) an, dass die christlichen Gemeinden weithin hilflos sind in der Begegnung mit Alleinstehenden. „Wenn unsere Gemeinden genauso viel Zeit und Energie darauf verwenden würden, gute Freundschaften zu fördern und nicht nur gute Ehen, wäre das Leben für Menschen wie mich viel einfacher“, konstatiert der Autor in Kapitel sieben. Intimität sei nicht nur in einer sexuellen Beziehung erlebbar.
Das Buch besticht durch Tiefe und gleichzeitig Weite der Gedankenführung. Ed Shaw erlebt die Fülle des Lebens auch in seiner Liebe zu Gott und seinem Wort. Mitten in der Ernsthaftigkeit des Schrei­bens blitzt auch immer wieder sein Humor auf. Er beleuchtet die Thematik gründlich aus verschie­denen Blickwinkeln und überrascht Leser mit tiefgründigen Aussagen: „Meine Sexualität hat mir erlaubt, die unglaubliche Kraft der sexuellen Sprache zu verstehen und wertzuschätzen, die Gott dort [Hesekiel 16] und andernorts verwendet, um das leidenschaftliche Wesen seiner Liebe zu Menschen wie mir zu vermitteln. Meine Sexualität vermag nicht, mich in eine liebevolle Ehe zu führen, aber sie führt mich stetig in eine größere Wertschätzung der Liebe Gottes zu mir in Christus.“ Viele Kapitel enden mit weiterführenden Anwendungsfragen, die den Austausch mit anderen anregen können.
Das Buch kann Christen und Gemeinden helfen, über Tabuthemen ins Gespräch zu kommen. Der Untertitel „Und wie die Kirche sexuelle Vielfalt biblisch integrieren kann“ könnte ergänzt werden mit:  und ehelos lebende Menschen. Das Leben als Single erschöpft sich eben nicht im Warten! Ich empfehle die Lektüre wärmstens!
Astrid Eichler: Dem kann ich nur zustimmen! Auf Utas Empfehlung hin habe ich das Buch gelesen und bin begeistert von der Tiefe. Es geht hier um das Wesen des christlichen Glaubens. Wir bleiben so weit zurück hinter dem, wozu Jesus gekommen ist und was er vollbracht hat. Christsein ist nicht einfach eine „nette Variante“ des bisherigen Lebens. Es ist eine neue Existenz, nicht weniger. Und das hat Folgen – für das persönliche Leben und für unser Miteinander.  Also ehrlich, das Buch lohnt sich, auch wenn es vielleicht ärgerlich machen könnte.
Leseprobe: www.fontis-shop.de/Vertrautheit-wagen-Gemeindebau-hautnah
Vertrautheit wagen! Gemeindebau hautnah. Und wie die Kirche sexuelle Vielfalt biblisch integrieren kann. Fontis-Verlag, Basel 2018, 192 Seiten, 14 Euro.
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Comisch
Wer Single ist, der hat es gut, weil keiner da ist, der ihm was tut. Wilhelm Busch, etwas abgewandelt.
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