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Newsletter Mai 2020

Kategorie: Newsletter


Guten Tag … und Moin,
in diesen Tagen der Kontaktbeschränkungen genieße ich fast täglich Spaziergänge durch den sonnigen Frühling. Was für ein Geschenk Gottes, dass gerade in dieser Zeit und in den vergangenen vier Wochen fast durchgängig die Sonne schien und nicht etwa noch trübes graues Regenwetter zusätzlich die Stimmung drückt …
Als ich also neulich spazieren ging und mich an den warmen Sonnenstrahlen, am Vogel­gezwitscher, den bunten Blumen in den Vorgärten und der schönen Natur um mich herum erfreute, entdeckte ich einen von Kinderhand gemalten Regenbogen mit dem Schriftzug „Alles wird gut!“ in einem Fenster. „Ach ja!“, dachte ich gleich, davon hatte ich doch in der Zeitung gelesen. Kinder waren aufgefordert worden, einen Regenbogen zu malen und ins Fenster zu hängen. Das sollte andere Kinder ermutigen, die derzeit keine Freunde treffen dürfen. Sie sollten zumindest beim Spaziergang in den Fenstern Regenbögen von anderen Kindern entdecken und zählen können. Wie schön! Ein Regenbogen und „Alles wird gut!“.
Aber ist das nicht auch sehr kindlich naiv gedacht angesichts der Todes- und Krankenzahlen, angesichts der vielen Menschen, deren wirtschaftliche Existenz aufgrund der Krise bedroht ist, der Einsamkeit, Verzweiflung und Ungewissheit, die viele Menschen, möglicherweise auch gerade Singles niederzudrücken droht …? Ein von Menschen dahingesagtes „Alles wird gut!“ klingt tatsächlich manchmal sehr platt und oberflächlich.
Aber der Regenbogen erinnert daran, dass dies eigentlich ein göttliches Versprechen ist. Und wenn Gott uns mit dem Regenbogen sein Versprechen gibt „Alles wird gut!“, dann ist darauf Verlass – nicht nur damals nach der Sintflut, sondern auch heute inmitten der „Corona-Flut“, die unsere Arche ins Schaukeln bringt. Wie viele Tage und Nächte waren Noah und seine Familie mit den Tieren damals in der Arche auch eingeschlossen, isoliert, aber eben auch geschützt vor der Flut, bis Gott ihnen mit dem Regenbogen dieses Versprechen gab. Mich jedenfalls erfreut jeder Regenbogen, den ich in diesen Tagen an einem Fenster entdecke, und erinnert mich an Gottes Versprechen „Alles wird gut!“. Und deswegen habe ich nun auch selbst einen gemalten Regenbogen ins Fenster geklebt, damit er vielleicht auch andere Menschen ermutigt, die ihn sehen.
Vielleicht greifst du ja auch zum Pinsel?
Liebe Grüße
Rahel Thomas aus Ritterhude, 2. Vorsitzende EmwAg e.V.
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Compass


Über eine Grenze im Leben | Astrid
Wir Menschen mögen keine Grenzen. Damit meine ich jetzt nicht die Grenzen zwischen Ländern, die Zeit kosten oder Formalitäten erfordern. Ich meine die Grenze, die sich unübersteigbar mitten in unserem Leben erhebt. Plötzlich geht es nicht mehr weiter.
Wir schaffen etwas nicht allein, unsere Kraft reicht nicht aus. Wir erhalten eine schwere Diagnose und stehen wie vor einer Wand. Wir sind mit dem Tod konfrontiert, ein lieber Mensch stirbt – viel zu jung … Oder wie in den vergangenen Monaten: eine Krankheit erobert die Welt und bedroht Menschen mit dem Tod.
Unfähigkeit. Ohnmacht. Abschied. Tod.
Das alles macht Angst. In diesen Monaten erleben wir es deutlicher als sonst. Wie gehen wir damit um? Drehen wir uns weg und schauen schnell woanders hin? Leugnen, Verdrängen, Bagatellisieren, Ablenken, Schuld zuweisen, mit harten Bandagen bekämpfen – alles verständliche Wege, wenn wir mit dem Tod konfrontiert sind. Aber sind sie auch hilfreich?
Wir haben ein Problem mit dem Sterben, weil es uns mit unserer tiefsten Ohnmacht konfrontiert. In mir klingt der Anfang eines alten Liedes von Martin Luther: „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen …“ Was für ein Realismus. Allerdings: Damals war das auch noch ganz anders sichtbar und beinahe alltäglich. Der Tod war ganz anders Teil des Lebens.
Heute ist es fast wie eine allgemeine Übereinkunft: Übers Sterben spricht man nicht. Es geschieht ‚nur‘. Und am liebsten hätten es die meisten plötzlich und im Schlaf. Wir müssen reden, finde ich, über das Sterben. Und gerade wir als Christen.
Während das Christentum früher im Verdacht stand, die Menschen auf das Jenseits zu vertrösten, habe ich heute manchmal den Eindruck, wir vertrösten uns aufs Diesseits. Als wäre Gott dafür zuständig, dass wir in unserem irdischen Leben alles hätten, was wir zu unserem Glück brauchen. Als wäre der Tod ein Punkt. Schluss. Ende.
Da ist nicht mehr viel übrig von dem, was den christlichen Glauben zutiefst ausmacht. Paulus jedenfalls ist überzeugt: Wenn der Glaube an Christus nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die elendesten Menschen auf der Welt. (1. Kor.15,19 NLB)
Es geht also um mehr und um anderes: Es geht um die Ewigkeit! Als meine Mutter im letzten Jahr ins Pflegeheim umzog, fand ich in ihrem Bücherschrank ein kleines Büchlein von Hartmut Maier-Gerber: Sterben – der Höhepunkt des Lebens. In den vergangenen Wochen lese ich ihr täglich daraus einen kleinen Bibeltext und ein Gebet vor. Ich habe das Empfinden, das hilft uns beiden, die unbekannte Zukunft in den Blick zu nehmen. Der Tod ist ein Doppelpunkt: Wir schreiten hindurch und hinüber in Unbekanntes.
Wer eine Reise in ein fremdes Land macht, wird sich vorher informieren und sich auf die Reise vorbereiten. Da werden Reiseführer besorgt, im Internet gesurft, hilfreiche Dinge eingekauft, mögliche Probleme bedacht. Viele erstellen sich Checklisten, um nichts zu vergessen für die große Reise.
Sterben ist viel mehr als eine Urlaubsreise! Bereiten wir uns darauf auch vor?
Was sagt die Bibel dazu? Was ist anderen Menschen wichtig geworden, die schon mal dem Tod sehr nahe waren? Wie kann ich mich vorbereiten? Was ist ganz praktisch hilfreich und gut? [Darauf wollen wir im Newsletter noch einmal zurückkommen.] Welche Perspektive habe ich auf das, was nach dem Tod kommt? Welche Ketten und Fesseln werden von mir fallen? Wie geschieht das Wunder der Verwandlung?
Gerade für uns Singles ist es so wichtig, dies Thema nicht zu verdrängen, sondern sehr bewusst in den Blick zu nehmen. Mit wem könntest du darüber sprechen?
Johannes Hartl vom Gebetshaus Augsburg hat sich in einem Video „Leben mit dem Tod“ auf YouTube eingehend mit den letzten Fragen beschäftigt.
Foto: Markus Spiske on Unsplash
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Compass

Ich hab hier was entdeckt (2) | Astrid
Heute gibt’s ein Fundstück aus dem Kapitel 6 der Single-Studie: Christ sucht Christin? Partnerwunsch und Partnersuche.
Das Fragezeichen in der Kapitel-Überschrift könnte man durch ein dickes Ausrufezeichen ersetzen. Das fällt auf: Für 67 Prozent der befragten Singles ist es tendenziell wichtig, dass der/die Partner/in auch Christ ist. Nur für 6 Prozent ist dies unwichtig (S.145). Aber nicht nur in den Zahlen zeigt sich das, sondern auch in den Interviews, die das Buch anreichern und lebendig machen.
Gern möchte ich dich wieder schätzen lassen: Was denkst du, wie dringlich der Partner­wunsch bei den befragen Singles ist, eingetragen auf einer Skala zwischen 0 und 10? 0 be­deu­tet: kein Wunsch nach einem Partner (mehr). Und 10 bedeutet: sehr hohes Bedürfnis. Wo würdest du dich da selbst verorten?
Ich finde, das sind interessante Fragen. Sie vermitteln einen Eindruck, wie wichtig das Thema Partnerwunsch für Singles ist (S. 138). Der durchschnittliche Wert für den Partnerwunsch liegt bei 7,7.  Ein Viertel der Befragten kreuzt beim Höchstwert 10 an; nur 3 Prozent sagen, dass sie keinen Partnerwunsch (mehr) haben. Das Ergebnis ist an sich nicht sooo überraschend. Aller­dings, und das finde ich sehr wichtig, der starke Partnerwunsch bedeutet nicht zugleich, dass jemand als Single absolut unglücklich ist. Denn der Aussage „ich leide sehr darunter, keinen Partner/in zu haben“, stimmen nur 14 Prozent der befragten Singles zu.
Hier zeigt sich eine Zwiespältigkeit, die auch in den Gesprächen deutlich wird: Es gibt eine große Spannung zwischen Autonomiebestreben und dem Wunsch nach einer Partnerschaft. Die Stärke des Partnerwunsches wird sozusagen gebremst durch die Vorteile der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Das verschiebt sich mit dem Alter. Während der Partnerwunsch zwischen 25 und 35 am stärksten ist, ändert sich das mit zunehmendem Alter. Singles jenseits der 45 haben sich ein Leben aufgebaut, in dem eine Partnerschaft nicht nur Gewinn, sondern auch Verlust wäre. Das führt zur Zurückhaltung beim Partnerwunsch, auch wenn er immer noch da ist (zwischen 6,5 und 7,5 von 10) (S. 139).
Die Studie zeigt auch, welche Kriterien für die Partnerwahl wichtig sind, aber auch, wie Partnersuche geschieht. Von zehn genannten Möglichkeiten sollten die Befragten die Wege angeben, die sie nutzen, ggf. auch verschiedene Wege parallel. Was denkst du, was ist für christliche Singles der häufigste Weg der Partnersuche? 63 Prozent geben als Weg das Gebet an, 47 Prozent christliche Dating-Portale: 43 Prozent versuchen, möglichst viele neue Leute kennenzulernen, um einen Partner zu finden (S. 162).
Wie groß ist dein eigener Partnerwunsch? Und welche Wege gehst du? Vielleicht kannst du noch andere Wege entdecken und versuchen?
Das Kapitel gibt noch weitere Einblicke, zum Beispiel zur Frage, welche Gründe es für das Singlesein gibt. Willst du wissen, was als der häufigste Grund angegeben wird? 41 Prozent beantworten die Frage „Aus welchem Grund sind Sie Ihrer Meinung nach Single?“ damit, dass es nicht genug Auswahl in der christlichen Welt gibt. Hier finde ich die weiteren Antworten überaus interessant. Es lohnt sich, selbst auf die Suche zu gehen.
Foto: Michael Dziedzic on Unsplash
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Mein Weg zur großen Liebe – gibt es eine Abkürzung? | Ein Seminar beim Festival für Singles
Patricia hat Tanja und Gerd Hutschenreuter gefragt, was dies Seminar-Thema mit ihrem Leben zu tun hat …
Tanja, früher Pastorin, heute Rednerin, 43, und Gerd, beratender Ingenieur, 55, bringen zum Festival für Singles spannende Fragen mit: Wie gehen wir mit der Partnersuche um, zeigen sich da Muster? Blicke ich auf mögliche Partner stets mit einer inneren Checkliste? Habe ich meine Partnerwahl-Kriterien gut durchdacht? Was bewirken sie im Positiven wie im Negativen? Wenn ich doch Sehnsucht nach einer Partnerschaft habe, was steht mir dann im Weg? Im Seminar wollen sie dazu Impulse geben.
Das Paar hatte sich als Mitarbeitende bei einer Team F-Single-Veranstaltung kennengelernt und 2016 geheiratet. Tanja war vorher fast nur Single, Gerd war geschieden mit einer Tochter aus erster Ehe. Insofern verbinden sich in beiden die typischen Single-Hintergründe unserer Zeit: klassischer Single und Single nach Trennung. Beide haben auf biblischer Grundlage geraume Zeit alleine gelebt.
Ihr Seminarthema kommt nicht von ungefähr. Im Gespräch bekennt Tanja – in der Rückschau auf ihr Singleleben – freimütig, dass sie lange selbst einen Tunnelblick gehabt habe, der ihre Partnersuche erschwerte. Erst durch einen Workshop bei Team F („Backstube Traumpartner“) lernte sie, ihre Kriterien an einen möglichen Partner in wichtigere und unwichtigere zu ordnen. Als Pastorin in Leitungsfunktion hatte sie zudem eine Stärke kultiviert, die ihr dann im Kontakt mit Männern im Weg stand; denn ihre weibliche Seite blieb gleichsam unsichtbar. Auch Gerd hat rückblickend etwas für sich erkannt: „Ich hätte länger Single bleiben sollen, bevor ich mich endgültig binde. Ich war einfach nicht reif für die Ehe.“ Nur wer ein selbständiges Leben gestalten kann, dem kann eine Partnerschaft gelingen, ist er überzeugt. Aus dieser Erfahrung heraus will er anderen Männern helfen, in die nötige Beziehungsfähig­keit hineinzuwachsen. Beide sind überzeugt, dass sich diese Kompetenz erlernen lässt; denn sie hat Voraussetzungen, die nichts mit einem Partner zu tun haben, sondern in einem selbst liegen. Tanja fügt noch an, dass sie die Singles auch ermutigen will, ihre Beziehung zu Jesus zu stärken. Psalm 51 ist ihr gemeinsames Leitwort geworden: Erschaffe in mir ein reines Herz und gib mir einen neuen Geist.
Beide sind bei Team F u.a. bei den Perspektiven für Singles (früher: „Backstube Traumpartner“) ehrenamtlich engagiert, in Predigt- und Seminardiensten für Gemeinden sowie der Lebensberatung für Singles aktiv. Inzwischen haben sie ihre geistliche Heimat in einer Mennoniten-Gemeinde bei Karlsruhe gefunden.
Neben dem Seminar „Mein Weg zur großen Liebe – gibt es eine Abkürzung?“ bieten Tanja für die Frauen und Gerd für die Männer auch eine Nische an: Wer bin ich und wenn ja, warum? Wie bin ich Mann/Frau und gehe mit meinem Singlesein um? Evtl. gibt es auch noch ein gemeinsames Vertiefungsangebot im kleineren Kreis zum Seminarthema.
Hast du dich schon angemeldet?
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Unsere Veranstaltungen & Corona
Wegen der Pandemie wurden folgende Tage und Urlaube abgesagt:
09.05. Impulstag Chemnitz
09.-16.05. Urlaub Korsika
17.05. Single-Sonntag Lörrach
30.05.-01.06. Pfingsttage auf der Grimmialp

Für unsere Veranstaltungen und Urlaube ab Juni 2020 bitte unsere Veranstaltungsseite im Auge behalten, sie wird fortlaufend aktualisiert. Die rechtlichen Vorgaben für den Sommer waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
Foto: KILIAN on Unsplash
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Solo aber nicht allein | 7
Melanie Kalbantner erzählt von ihrem Schlüsselerlebnis …
Coronakrise seit Wochen – mit Veränderungen und auch Einschränkungen, die wir uns nie hätten träumen lassen ... In vielen Punkten darf ich die Entschleunigung, die diese Zeit für mich mit sich bringt, genießen. Doch spüre ich auch wachsende Sehnsucht. Sehnsucht danach, ohne Vermummungsaktion einkaufen oder zum Arzt gehen zu können, Sehnsucht nach mehr Gemeinschaft, einfach so, ohne Abstandsregeln und ohne dabei nur bis zwei zählen zu dürfen … Sehnsucht danach, die Freundin, mit der ich ab und an mal spazieren gehen kann, zur Begrüßung wie gewohnt in den Arm zu nehmen. Sehnsucht danach, meinen Eltern ohne bedachte Vorsichtsmaßnahmen unbefangen begegnen zu können, Sehnsucht, den Tisch in meiner Wohnung mal wieder mit Freunden zum gemeinsamen Essen oder Kaffeetrinken besetzt zu sehen ...
Krise als Chance ... auch das hört man immer wieder, sogar „Freiheitsentzug als Chance“, wie ein französischer Journalist meinte ... Ist das so?
Im Zuge der Coronakrise habe ich mich wieder an eine Erfahrung erinnert, in der ich das eindrücklich erlebte: Nach dem Studium wohnte ich für einige Zeit in einer christlichen Lebensgemeinschaft mit, die eine Art therapeutische Ausrichtung hatte. In der Anfangszeit war es nicht erlaubt, alleine das Gelände zu verlassen. Dies fiel mir alles andere als leicht! Gott sei Dank war das Gelände aber schön und recht groß. Es gab sogar einen kleinen, bewaldeten Hügel darin. Die umliegenden Wiesen und Wälder luden zum Spaziergang ein und waren wert, entdeckt zu werden. Doch wollte ich nicht nur sehnsüchtig am Zaun stehen und auf das starren, was gerade nicht möglich war. So war ich sehr oft auf diesem kleinen Hügel innerhalb des Geländes, entdeckte und durchkämmte ihn en detail mit allen Sinnen, jede Ecke bzw. jeden Baum darin. Hätte ich sofort in die Ferne spazieren können, wäre ich vermutlich achtlos an diesem kleinen Hügel vorbeigegangen. So aber war ich „gezwungen“ in die Tiefe zu gehen und dieses Stück Land viel intensiver wahr­zunehmen, ja einzunehmen. Ich durfte es wirklich schätzen lernen. Das wurde mir zu einem Schlüsselerlebnis.
Ja, es ist schön, wichtig und richtig, andere Menschen zu umarmen, Tischgemein­schaft zu haben, Leben zu teilen. Aber wenn es gerade nicht möglich ist, bleibe ich dann bei dem stehen, was ich nicht habe, und sehe auf das, was fehlt, oder mache ich mich auf und grabe tiefer, suche den Schatz? Den Schatz, der da ist, und den zu entdecken sich lohnt.
Es ist Sonntag in der Coronakrise und ja, da ist eine Sehnsucht, wie oben beschrieben, aber da ist noch eine andere Sehnsucht und ein Vertrauen, das wachsen durfte. In der Beschrän­kung liegt eine Chance. Da ist ein Schatz, den es zu suchen und zu entdecken lohnt. Da ist ER.
Ich mache mich auf den Weg durch den Wald ganz bewusst mit IHM. Eine kleine Bibel habe ich dabei und bete an Psalm 16 entlang, lerne ihn inwendig. Auch das ein Schatz – durch die Entschleunigung kann er tiefer sacken, besser wurzeln … Genieße die HERRliche Schöpfung, bewundere verschiedenste wunderschöne Blüten und das ein oder andere kleine Tier, halte manches davon in Fotos fest. Es wird ein sehr langer Spaziergang. Stundenlang bin ich unterwegs. Ich habe Zeit. Bin nicht verabredet oder an Termine gebunden. Ich genieße zutiefst das Sein mit IHM und vor IHM. Einfach so. Eine Beziehung, die mir keiner rauben kann, mit IHM, der keinen Sicherheitsabstand einhält, der Zeit hat und der mir eine Beziehung bietet, die jede Krise, ja sogar die Ewigkeit überdauert.
Später teile ich ein paar Fotos mit meiner Familie. Meine Mutter fragt, ob ich ganz allein unterwegs war. „Nein!“, antworte ich wahrheitsgemäß, „Jesus war dabei!“
[Hinweis: In unserem Blog findet ihr jeden Freitag eine neue Folge der Rubrik Corona – Solo aber nicht allein. Deshalb trägt diese Folge die Nummer 7. Schaut doch immer mal wieder im Blog vorbei.]
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Warum hast du keinen Mann und keine Kinder? | Sonja Kenneweg
Sonja aus Celle hat eine Antwort gefunden …
Ich steh vor dem Spiegel und föhne mir die Haare. Dabei fällt mein Blick auf die Farbe – immer mehr Haare sind grau geworden. Daran erkennt man das Alter, denke ich mir. Bei anderen wird einem das Alter an den Kindern bewusst, wie sie groß werden, sich weiterentwickeln und verändern und schließlich erwachsen sind.
Unwillkürlich muss ich an meine Großnichte denken. Oder sollte man Kleinnichte sagen? Sie ist die Tochter meiner Nichte und wird dieses Jahr vier Jahre alt. Ein tolles Mädchen, und es ist wunderbar, wie die Eltern das hinkriegen, mit ihr umzugehen.
Und was habe ich hingekriegt? Beruf, Arbeit und Freundestreffen? Das haben die anderen auch, wenn sie Kinder haben. Ich hätte auch so gerne Kinder, aber durch das lange Single-Sein (und die späte Heirat) ist es leider nicht mehr möglich.
Alle Geschwister meiner Eltern haben Kinder bekommen. Deren Kinder haben auch fast alle Kinder bekommen. Diese haben jetzt auch schon wieder Kinder bekommen, diese Kinder … na, ihr wisst schon. Es scheint das Übliche zu sein, eine Familie zu gründen.
Als meine Nichte, heute Mutter der süßen Vierjährigen, etwa acht Jahre alt war, fragte sie mich eines Tages ganz unschuldig und neugierig: Sonja, warum hast du keinen Mann und keine Kinder? Ja, warum? Die Frage war mir damals unangenehm, schließlich ist es in unserer Familie doch üblich. Ich habe wohl keine besonders schlaue Antwort gegeben, weil ich keine hatte.
Doch eben vor dem Spiegel fiel mir plötzlich die Antwort ein: Es braucht Menschen, die einen anderen Lebensstil haben. Es braucht Frauen, die sich nicht über ihre Kinder oder Männer definieren. Die sagen können, ja, es wäre gut gewesen, doch es gibt nicht nur diesen einzigen Weg von Gott her. Jesus hatte keine Kinder und geheiratet hat er nicht. Paulus ebenso wenig. Und meine Patentante auch nicht. Als kinderlose unverheiratete Diakonisse ist sie einer der fröhlichsten Menschen, die ich kenne. Das wiederum war mir als Kind schon aufgefallen. Ich fand es super, dass es auch noch etwas anderes gibt als das übliche Familienmodell.
Also kann ich meiner Nichte nach 22 Jahren endlich eine Antwort geben. Mal sehen, welche Erkenntnis mir beim nächsten Föhnen kommt …
Foto: Jurate Cesnaite on Unsplash
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Guck mal rein

Toller Lesestoff für Singles | Katharina Bardenhewer
Frauke Bielefeldt hat ein Buch mit Texten von Tim und Kathy Keller über das Singlesein herausgegeben, ergänzt mit eigenen Gedanken und Beobachtungen. Etwa ein Drittel der Menschen in der westlichen Welt sind Singles – ledig, verwitwet, geschieden oder alleinerziehend. Kellers haben die Alleinlebenden in ihrer Gemeindearbeit schon lange im Blick und inspirieren mit ihren Einsichten über die die besondere Wertschätzung des Singleseins bei Jesus und im Neuen Testament oder zu Themen wie Partner­suche und Sexualität oder auch der Situation von Singles in christlichen Gemeinden.
Besonders begeistert hat mich, dass Kellers mit der Kategorisierung „Verheiratet = gut, richtig, vollständig“ und „Single = allein, übriggeblieben“ aufräumen. Sie machen erfrischend deutlich, dass es nicht den typischen Single gibt und Singles auch nicht irgendwie defizitär sind oder nur für die Aufgaben zuständig, für die familiär gebundene Menschen keine Zeit haben. Christlichen Gemeinden schreiben sie ins Stammbuch, dass Singles gerade hier nicht am Rand stehen sollten, sondern eingebettet in eine große Gemeinschaft und Teil der geistlichen Familie.
Frauke Bielefeldt rundet das Ganze in einem ausführlichen Vor- und Nachwort ab, indem sie die Texte kommentiert, auf die Situation im deutschsprachigen Bereich blickt und von ihren persönlichen Erfahrungen als Single in einem Single-Netzwerk (Solo&Co) erzählt. Denn auch wer „solo“ ist, soll und muss nicht allein bleiben! Die Gesprächsfragen, die sie zu jedem Kapitel gestellt hat, machen es leicht, das Ganze für sich zu reflektieren, und bieten sich auch hervorragend für das Gespräch in Kleingruppen an.
Fazit: Ein großartiges Buch! Ich hab’s schnell gelesen und auch danach noch oft zur Hand genommen. Ich kann es nur jedem und jeder wärmstens empfehlen.
Timothy & Kathy Keller, Frauke Bielefeldt (Hrsg.): Solo, aber nicht allein, Brunnen Verlag Gießen 2020, 112 Seiten, 10 Euro
Frauke Bielefeldt ist Theologin und arbeitet freiberuflich als Redakteurin, Autorin und Übersetzerin. Seit 2011 ist sie bei Solo&Co engagiert. So hat sie zusammen mit Astrid Eichler das Heft „Vier Sonntage mit Solo&Co“ geschrieben, in dem viele Aspekte und ganz unterschied­liche Erfahrungen des Singleseins deutlich werden.
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Wortperle
Gott geht durch die Pfalz. Ein Wanderer fragt ihn: Was machst du hier? Gott antwortet: Homeoffice.
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