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Newsletter Dezember 2020

Guten Tag,
wie wäre dieses Jahr gewesen, wenn … wenn Corona nicht gewesen wäre? Hast Du darüber schon mal nachgedacht? Man sagt ja, dass es müßig ist, über „Was wäre, wenn …?“  zu grübeln. Trotzdem: Was ist alles nicht gewesen wegen Corona? Was hattest Du geplant, Dir vorgenommen, worauf Dich gefreut? Vielleicht ist es gar nicht müßig, darüber nachzudenken, sondern gut als Jahresrückblick. Auch gut, ein bisschen zu trauern.
Es gibt noch eine Frage, die man stellen kann: Was ist alles gewesen wegen Corona, was sonst nicht gewesen wäre? Da fallen uns vermutlich genug schwierige und schlimme Dinge ein. Hast Du schwie­rige Erfahrungen gemacht? Gibt es Menschen, mit denen Du darüber reden kannst und die Dich verstehen?
Und: Hast Du gute Erfahrungen gemacht? Bist Du kreativ geworden, gerade angesichts all dessen, was nicht sein durfte? Hast Du Überraschungen erlebt? Sind Dir Dinge wichtiger, bewusster, wertvoller geworden? Oder Menschen? Hast Du etwas gelernt? Hast Du Begeg­nungen mit Gott gehabt, ihn besser kennengelernt? Was hat Dich echt gefreut, was hast Du genossen? Was willst Du in Zukunft fortsetzen? Die Kostbarkeiten und unerwarteten Geschenke dieses Jahres könnte man feiern.
Frage an uns Singles: Hast Du Einsamkeit erlebt? Mehr als sonst? Hast Du Gemeinschaft erlebt, Zugehörigkeit? Was bewegt Dich am Ende dieses Jahres im Blick auf Gemeinschaft? Gehst Du mit diesem Thema, Deinen Wünschen und Vorstellungen, den Menschen, mit denen Du verbunden bist, anders um als vor Corona? Und dann gibt es noch all die Dinge, die auch ohne Corona gewesen oder nicht gewesen wären. Was macht dieses Jahr 2020 für Dich besonders (vielleicht auch besonders schwierig und herausfordernd), ganz unabhängig von Corona?
Viele Fragen. Vielleicht sind sie geeignet, am Ende dieses Jahres mal in Ruhe drüber nachzudenken, Dinge aufzuschreiben. Zu überlegen, ob Dir weitere Fragen kommen. Mit jemandem darüber zu sprechen, Dich auszutauschen. Mit dem HERRN drüber zu reden. Gerade auch über die Dinge, über die Du mit keinem Menschen reden würdest oder kannst. Bei unseren Solo&Co-Jahreswechseln gibt es am Silvester-Nachmittag immer über mehrere Stunden Stille – eine Zeit, die ich sehr genieße und versuche, für einen Jahresrückblick zu nutzen. Vielleicht planst Du dieses Mal – ganz für Dich – auch so eine Stille ein, mit den Fragen oben und deinen Fragen.
Ich wünsche Dir in diesem besonderen Jahr ein besonderes und sehr gesegnetes Weihnachtsfest! Mögest Du Dich echt beschenkt fühlen! Und für das neue Jahr 2021, dass Du die Dinge, die Dir in diesem Jahr wichtig geworden sind, weiterführen und umsetzen kannst; dass dort Frieden einkehrt, wo in diesem Jahr Unruhe, Angst und Sorge war; dass Du möglichst gesund bleibst; dass Du gesegnet bist mit Zeit für das, was Dir guttut, mit guten, wohltuenden Beziehungen, mit tiefen, erfüllenden Begegnungen mit dem HERRN! Und dass Du ein Segen sein kannst! Der HERR mit Dir!
Ulrike Odefey
P.S. Im Blick auf das neue Jahr: DINNER FOR ONE AND ONE. Es wird anders als im letzten Jahr und du kannst dich schon mal freuen!
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Community

Abschiedsbrief an Patricia | Astrid
Mitte Oktober hatten Patricia und ich eines unserer unzähligen Telefonate. Da teilte sie mir mit, dass sie zum Jahresende ihre Mitarbeit bei Solo&Co beenden würde. Stille in der Leitung. Ich war erstmal sprachlos … traurig. Und ich bin dankbar für die Jahre, in denen Patricia für und mit uns gearbeitet hat. Jetzt möchte ich mich mit euch zusammen von ihr (nur) dienstlich verabschieden.
Liebe Patricia,
im Oktober 2013 hatten wir als EmwAg e.V. ein SOS für unser Büro abgesetzt. Hilfe war drin­gend nötig. Dies Signal lief auf verschiedenen Kanälen und auf einem davon kam es auch bei dir an. Wir telefonier­ten und vereinbarten ein Gespräch. Ich erinnere mich noch, wie wir das erste Mal im Büro zusammen­saßen. Später erzähltest du mir, wie du nach dem Gespräch mit dem Gefühl, dass wir dich nicht nehmen würden, nach Hause fuhrst. „Überqualifiziert“. Das hatte ich recht schnell bemerkt und ausgesprochen. Du dachtest, das wäre ein Hindernis für uns. Ich dachte, wie gut, wenn so jemand kommt. Du begannst mit einem Minijob bei uns im Büro. Jeden Mittwoch kamst du zu einem langen Tag, an dem wir uns immer gegenseitig dran erinnerten, dass wir auch mal eine Pause machen sollten. Weißt du noch? Feiertag war, wenn du ein von dir gekochtes Mittagessen mitgebracht hast. Hm … wie gut!
Ich war froh, dass du mit deiner Qualifizierung und vielfachen Qualitäten bei uns gelandet bist in einem für dich ziemlich fremden Kosmos. Du hast dich in alle die Aufgaben, die auf dich warteten, hineingefunden: Unzählige Listen hast du geführt, Telefonate entgegen­ge­nommen, E-Mails erhalten und geschrieben, Päckchen ein- und ausgepackt. Und unfassbar: Wenn wir dir was zur Korrektur gaben – du hast immer was gefunden. Unser „Adlerauge“, diesen Spitznamen sage ich voller Ehrfurcht und Dankbarkeit. Wirklich! Du hast mich vor vielen Fehlern bewahrt ;-). Und das hat sich bis jetzt nicht geändert. Auch an deinem neuen Platz blieb das ein Schwerpunkt, gewollt und ungewollt. Du hast einfach einen Superblick fürs Detail!
2017 war‘s genug im Büro. Du hast in deinen „eigentlichen“ Bereich, zu Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gewechselt und darin bis jetzt auf Honorarbasis für uns gearbeitet. Aller­dings, das war dir und uns bewusst, hast du weit über das bezahlte Honorar hinaus gearbei­tet, dich engagiert, entwickelt, geschrieben, motiviert. Das wird uns sehr, sehr fehlen! DANKE dafür!
Ich weiß, es war für dich nicht immer einfach. Manchmal war es für dich wie „Ausland“, was wir so machten, mit anderer Sprache, Kultur und Eigenheiten. Du hast dich immer wieder darauf eingelassen und manches sicher auch erlitten, waren wir doch manchmal wie von einem anderen Stern. Ich kann es gut verstehen, wenn du jetzt sagst: Ich bin müde geworden. Der Schwung, die Kraft reichen nicht mehr, dich immer wieder aufzuschwingen bei wenig Rückmeldung, wenig Kontakt zu den Empfängern. Und dann noch die dislozierte Büro­struktur, die dazu führte, dass du dich manchmal auf „einsamem Posten“ fühltest.
Ich freue mich auf weiteren Kontakt, dann immer „amicable“* – ein wunderschönes Wort, das du in unseren Wortschatz eingeführt hast. Ich habe viel von dir gelernt, nicht nur manches schöne Wort. Danke dafür und für alles, womit du mich und uns bereichert hast.
Astrid
PS. Jetzt hoffe ich, dass du in diesem Brief nicht allzu viele Fehler findest ;-)
*freundschaftlich, gütlich, liebenswürdig, friedlich, einvernehmlich = nicht mehr dienstlich und arbeitsmäßig
Photo by Aaron John on Unsplash
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Commitment

Das liebe Geld | Astrid
Zurzeit wird überall über Geld geredet, meistens über Milliarden, über Corona-Hilfen oder über feh­lende Umsätze, ausbleibende Steuereinnahmen und sowas. Am Jahresende wollen auch wir übers Geld reden. Das gehört dazu und muss sein. Wenn wir von Gemeinschaft reden, dann ist das ein wichtiges Thema. Im Kleinen und im Großen.
Also, los! Wie sieht‘s aus bei Solo&Co/EmwAg e.V.?
Das zu Ende gehende Jahr war ein besonderes. Wir hatten wenig Veranstaltungen, und das nicht so sehr wegen Corona, sondern weil wir uns auf das Festival konzentriert haben. Das wurde dann zwar ganz anders und deutlich kleiner als geplant, aber es war ein wunderbares Erleben für viele und ein Höhepunkt im Netzwerk. Wir freuen uns sehr, dass wir alle gesund heimgekehrt sind und dass es finanziell nicht zu einem Debakel geworden ist. Wir kommen ohne rote Zahlen raus. Das ist wunderbar! DANKE allen, die dazu beigetragen haben!
Im Blick auf das Gesamtjahr sieht es folgendermaßen aus: Am 1. Januar 2020 hatten wir einen Kontostand von 27.757 Euro. Am 30. November waren es 27.568 Euro. Die Differenz beträgt weniger als 200 Euro.
Dazwischen liegen elf Monate voller Leben und Arbeit, Rechnungen und Spenden. Hier ein paar Beispiele:
Personalkosten     30.000 EUR
Bürokosten    8.400 EUR
Reisekosten    1.200 EUR
Öffentlichkeitsarbeit    1.600 EUR
Fachstelle Gemeinschaft     4.400 EUR
In elf Monaten haben wir insgesamt ca. 96.000 Euro eingenommen und 96.200 Euro ausge­geben.
Auch wenn der Dezember mit einigen Rechnungen noch aussteht, sind wir begeistert und überaus dankbar, wie wir dem Jahresende entgegengehen. 176 Spender haben 63.000 Euro gegeben. DANKE für eure Großzügigkeit!!!!
Und jetzt haben wir noch was Anderes vor und dafür einen Weihnachtswunsch, den wir euch gern mitteilen wollen. Immer wieder haben wir davon gesprochen, dass wir die regionale Ar­beit im Netzwerk fördern wollen. Vorstand und Leitungsteam sind darin übereingekommen, dass wir zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine Minijobberin mit folgenden Aufgaben ein­stel­len wollen:
    • Begleitung und Beratung der ehrenamtlich Engagierten in den Regionen
    • Hilfestellung wo nötig,
    • Neuanfänge wo möglich,
    • andere Unterstützer, Begleiter, Berater für die Großbereiche finden und begleiten.
Und wir wissen auch schon wen! Ihr kennt sie schon: Claudia Heise aus Ahrensburg bei Hamburg. Sie ist im Netzwerk vielfältig im Einsatz. Diese Anstellung ist Teil ihrer beruflichen Umorientierung, deshalb steht der genaue Zeitpunkt noch nicht fest.
Die Kosten für den Minijob werden den sowieso schon größten Posten „Personalkosten“ noch erhöhen und unseren Haushalt mit ca. 7.000,00 Euro/Jahr zusätzlich belasten. Das kriegen wir nicht „einfach so“ hin. Deshalb unser Weihnachtswunsch: Möchtest du dich mit einem Weihnachtsgeschenk für dieses neue Vorhaben beteiligen? Das wäre super!
Du kannst dein Geschenk überweisen auf unser Konto
EmwAg e.V. | IBAN: DE21 5206 0410 0003 909115
BIC GENODEF1EK1 | mit dem Vermerk „Weihnachtswunsch“.
DANKE allen, die sich finanziell für unser Netzwerk einbringen. Vielleicht magst auch du deine Zugehörigkeit auf diese Weise ausdrücken? Auch ein kleiner Betrag ist eine Hilfe!
Photo by Dmitry Demidko on Unsplash
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Solo&Co weltweit





Adelina (li.) und Birgit (re.) verteilen Lebensmittelspenden in Peru
Pandemie auf Peruanisch | Birgit
Als am 6. März der erste Corona-Fall in Peru gemeldet wurde, verlängerte ich gerade mein Missionarsvisum in Lima. Am nächsten Tag landete mein Flieger wieder in Cajamarca in den nordperuanischen Anden – unter einem leuchtenden Regenbogen. Zehn Tage später wurde der nationale Ausnahmezustand mit Versammlungsverbot verhängt; die strikte Ausgangs­sper­re endete erst im Oktober. Anfang April konnten gerade noch unsere Volontäre mit humanitären Flügen zurück nach Deutschland; ich entschied zu bleiben und habe das auch nie bereut.
Trotz strengen Lockdowns stand Peru monatelang weltweit an der Spitze, was die Infektions- und Sterbezahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl angeht. Hunderttausende Tagelöhner mussten sich zwischen Hunger und Virusexposition entscheiden, viele verloren ihre Arbeit und bangten um infizierte Angehörige, Schwerkranke starben vor überfüllten Kranken­häusern, Friedhöfe wurden wegen Überfüllung geschlossen.
Hinter den Statistiken steckt persönliches Leid, es verschonte auch uns bekannte Gesichter nicht: So starb Valeriano aus unserer Gemeinde am inhalierten Desinfektionsmittel, mit dem er sich vor der Infektion hatte schützen wollen. Sr. Sandoval, unser Schuster im Viertel, starb infiziert allein in seiner Wohnung, weil die Angehörigen sich nicht hineintrauten und medizi­nische Hilfe nicht kam. Meine peruanische Freundin Adelina verlor Bruder, Onkel und Nichte, infizierte sich selbst mit ihrer Großfamilie und leidet bis heute an Spätfolgen. Was mit am meisten schmerzt: Kranke und Sterbende nicht persönlich begleiten zu können, keine Besuche und Umarmungen, keine Totenwachen und Beerdigungen – und all das in einer so nähebetonten Kultur! Herzzerreißend, als der Leichenwagen durch unsere Straßen fuhr und wir lediglich von Tür oder Balkon aus dem toten Bekannten die letzte Ehre erweisen konnten. Viele peruanische Familien werden dieses Jahr zu Weihnachten leere Plätze zuhause haben; manchmal möchte ich einige Corona-Leugner einladen, sich auf diese Plätze zu setzen …
Und ich als Single allein in meiner schönen Wohnung, seit Mitte März mit kaum Ausgang und ohne Besuch, Körperkontakt, Treffen oder Reisen – (wie) geht das?! Der alte Straßenkehrer Beppo in Michael Endes „Momo“ weiß Rat: „Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen … (Aber) man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken … Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken … Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße bewältigt hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste …“. Ersetzt doch einmal Straße durch Pandemie ...
Es trifft zu: Die Konzentration auf die Forderung des Tages und die Menschen hat uns von der uns allen unbekannten „Länge der Straße“ abgelenkt. Die Freude und Überzeugung vom Sinn unseres Tuns in diesem letzten ¾ Jahr waren sicher starke Motivatoren. Aber noch viel mehr, dass wir bei allem Leid immer wieder Gottes Treue, Gnade und Versorgung erfuhren: wir erlebten Heilungswunder, wo bereits aufgegebene Kranke gesund wurden, einer sogar trotz eines falsch injizierten Medikaments! Es kamen und kommen fünfstellige Eurobeträge zusammen, so dass wir seit April alle 3-4 Wochen Lebensmittelpakete und Geld an 60-80 Familien in Not verteilen können. Wurden unsere sonntäglichen Predigten bisher von ca. 350 Leuten gehört, so erreichen wir nun per Internet Tausende im In- und Ausland. Hinterbliebe­ne von Covid-Opfern finden Trost im Evangelium und lernen Jesus persönlich kennen. Unsere Zoom-Frauensportgruppe wurde bi-kontinental, und mein Geburtstag – erstmals ohne anwesende Gäste – so lebendig wie selten: Familientreffen über drei Kontinente, tollem Gemeindefest und Tanz-Choreo­grafie im Hof! Ich kann an deutschen Gemeindetreffen und Seminaren teilnehmen, und hier blüht eine neue „Herzlichkeitskultur“ auf mit Haustür-Stipp­visiten, kleinen Geschenken, Gebetsketten und ggs. Hilfeleistung – aus der Not geboren, aber keineswegs „Notlösungen“.
Wir weinen und lachen gemeinsam am Telefon, sehnen uns alle nach erneuter Gemeinschaft und wollen doch Gottes Lektionen in dem Ganzen lernen. Lasst uns das Danken nicht verlernen und gerade in dieser Zeit die Ankunft Jesu feiern – der dafür keinen Corona-Test oder Quarantäne durchlaufen muss. ¡FELÍZ NAVIDA
Foto: privat
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Hört mal rein
Neu: Solo&Co-Lied in Studioqualität
Susanne Frankholz, christliche Liedermacherin aus München und im Leitungsteam von Solo&Co hat uns ein wunderbares Weihnachtsgeschenk gemacht: Sie hat gerade ihr Solo&Co-Lied im Tonstudio aufgenommen. Das bedeutet eine deutlich bes­sere Qualität als die bisherige Wohnzimmer-Aufnahme – auch mit mehr Instrumenten und 3-stimmigem Gesang. Hört mal rein: youtu.be/wVhsa6W_qQ4 . Was Susanne sonst noch schreibt, vertont und singt und wann sie wo konzertiert, seht ihr auf susannefrankholz.de.
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Wortperle

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EmwAg e.V. |IBAN DE21 520604 10000 3909115 |BIC GENODEF1EK1 |Evangelische Bank