Unser Fundament: Das Reich Gottes | Astrid

Kategorie: Compass


Nach dem innersten Kern mit Römer 12, 1.2, der Grundlinie ‚Liebe‘, dem rechten Schenkel ‚Gemeinschaft' kommen wir nun zum linken Schenkel, auf dem ‚Reich Gottes‘ zu lesen ist.

 

Schon in meinem Theologiestudium, später in meiner Gemeindearbeit und bis heute ist das Reich Gottes für mich der Kern aller christlichen Theologie. Und ein Kennzeichen ist: Im Reich Gottes ist alles anders. Wo sonst wird ein König im Stall geboren, sitzt der Vornehmste mit dem „Pack“, also Zöllnern und Sündern zusammen, übernimmt ein Herrscher Sklavendienste?

Das Reich Gottes ist anders! Das gilt auch für Ehe und Familie. Im Alten Testament hat der Schöpfungsauftrag absolute Priorität: Seid fruchtbar und mehret euch... (1. Mose 1, 28), das gilt jedem und allen. Das ist der Auftrag und daran entscheidet sich die Würde von Menschen. Uns wird von unfruchtbaren Frauen erzählt, von Sara, Rahel, Hanna, Elisabeth, die in tiefstem Elend sind und Gott um Kinder bitten. Es gilt: Ohne Kinder keine Würde.

Doch dann kommt Jesus – und seitdem ist alles anders. Auch das. Er sagt: Ich ... bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle.  (Johannes 10,10b). Und das ist unabhängig von Lebensstand und Beziehungsstatus.

Nach wie vor ist in unserem Herzen die tiefe Sehnsucht nach Partnerschaft, Intimität und Frucht­barkeit. Ja, klar, Gott hat uns so geschaffen und freut sich an der innigen Beziehung von Mann und Frau und an Kindern. Ich sage es gern so: Ehe ist eine geniale Idee Gottes! Deshalb ermutigen wir Singles auch zur Partnersuche und Partnerschaft.

Aber unser Wert, unsere Würde, der Sinn unseres Lebens ist nicht mehr davon abhängig. Übrigens: Jesus war auch Single. Und das gibt diesem Stand eine besondere Würde. Und dann gibt es auch noch Paulus mit seinen Aussagen zu diesem Thema in 1. Korinther 7. Das ist dann ein Extra-Kapitel.

In unserem Grundlagenpapier haben wir es so zusammengefasst: „Wir glauben, dass die Erfüllung unseres Lebens nicht davon abhängt, ob wir verheiratet oder unverheiratet sind. Wir sehen in Ehe und Ehelosigkeit zwei gleichwertige, von Gott mit Erfüllung beschenkte Lebensformen. Wir wollen in der Lebensform, in der wir JETZT sind, die Fülle des Lebens von Gott empfangen.“ Darum geht es, dass wir die Fülle JETZT erleben und empfangen und das nicht verschieben auf eine „Vielleicht-Partnerschaft“ mit „Vielleicht-Kindern“.

In Matthäus 19 spricht Jesus mit seinen Jüngern über Ehe und Ehescheidung. In diesem Zusam­menhang geht es dann auch um die Nicht-Verheirateten: Das ist etwas, was nicht alle begreifen können, sondern nur die, denen es ´von Gott` gegeben ist. Manche sind nämlich von Geburt an zur Ehe unfähig, manche werden durch den Eingriff von Menschen dazu unfähig gemacht, und manche verzichten von sich aus auf die Ehe, um ganz für das Himmelreich da zu sein. Wer es begreifen kann, der möge es begreifen! (Mt. 19, 11.12 NGÜ)

Dieses Wort hat etwas Rätselhaftes. Es werden nicht alle begreifen, aber niemand ist ausgeschlossen von der Fülle des Lebens, die in Jesus für jeden Menschen bereitet ist. In unserem Grundlagenpapier heißt es: „Wir kehren um vom Misstrauen gegen Gott, dass er uns vorenthalten könnte, was wir zum Glück brauchen. Wir brechen auf zum Vertrauen auf Gott, dass er schon jetzt die Fülle des Lebens für uns hat.“

Ja, auch das ist ein Kennzeichen des Reiches Gottes. Es geht um Vertrauen und um Hingabe. Darin erfüllt sich unser Leben mit dem ganzen Reichtum Gottes. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. (Matthäus 6,33 LU)

Dazu laden wir ein, ihm zu vertrauen, da wird uns so viel zufallen, dass wir das Glück kaum fassen können!