Ehelos - der andere Weg | Astrid

Kategorie: Compass


Paulus ist begeistert. Jesus spricht davon. Manche Menschen leben so. In der Kirchengeschichte gab es sie schon immer – Menschen, die bewusst ehelos leben um des Reiches Gottes willen.

Für jüdische Menschen war es völlig klar und gottgegeben: Der Auftrag an den Menschen hieß: Seid fruchtbar und mehret euch. (1. Mose 1,28) Das war eine von Gott gegebene Pflicht. Es ist für uns nicht nachzuempfinden, wie fremd Jesus auf seine Zeitgenossen gewirkt haben muss. Als jüdischer Rabbi hat er den Schöpfungsauftrag Gottes nicht erfüllt. Das geht ja gar nicht!

Jesus lebt anders. Und im Gespräch mit seinen Jüngern über Ehe und Ehescheidung erläutert er, dass es auch Menschen gibt, die anders leben: … andere verzichten von sich aus auf die Ehe, weil sie ganz davon in Anspruch genommen sind, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichtet. (Mt.19,12 GN)

Da ist jemand vom Reich Gottes so sehr in Anspruch genommen, dass er auf die Ehe verzichtet. Paulus weiß, wie gut es ist, wenn man so leben kann, und er schreibt begeistert: Allerdings wäre es mir lieber, wenn alle ehelos lebten wie ich. (1. Kor.7,7 GN). Er weiß um die Vorteile, dass er sein Herz nicht teilen muss zwischen dem Herrn und einer Frau. Er denkt an die kommende Bedrängnis in der Endzeit. Da ist es aus seiner Sicht viel besser, frei zu sein. Ehelos. Aber Gott gibt jedem Menschen seine besondere Gnadengabe. Den einen gibt er diese, den andern eben andere.

Manche denken „Oh, hoffentlich habe ich nicht diese Gnadengabe!“ Die einen bekommen so schöne Fähigkeiten wie Krankenheilung, Prophetie oder Leitung – und ich muss eben ehelos bleiben. Als wäre Gott einer, der ungeliebte Gaben verteilen würde!

Ich sage es gern so: Gnadengaben (Charismen) werden gegeben als konkrete Ausprägung der Gnade Gotte für eine spezielle Lebenssituation, einen konkreten Dienst oder Auftrag. Diese Gnade ist kein Urteil „lebenslang“ – Pech gehabt! Nein, sie ist ein Geschenk, in der Ehelosigkeit ein gnadenvolles, reiches Leben führen zu können.

Und wer dann noch Gott als den leidenschaftlichen Liebhaber entdeckt, wie er uns in der Bibel beschrieben wird, z.B. bei vielen Propheten oder auch im Hohelied Salomos, der hat in seinem Herzen unter Umständen gar keinen Platz mehr für noch mehr Liebe.

Manchmal fragt Gott einen Menschen: Willst du ganz und einzig für mich da sein und in der Liebe zu mir alles finden, was Liebe ist? Da gibt es wunderschöne Liebesgeschichten zwischen Gott und einzelnen Menschen. Das lässt sich nicht rational erklären. Das ist so wie Liebe eben ist – geheimnisvoll.

Aber keine Angst: Gott verurteilt niemanden zu einem Leben ohne Ehe! Die Liebe wirbt und wartet und erfüllt und beschenkt!

Es gibt in unserem Netzwerk eine kleine Gruppe, die bewusst ehelos lebt. Einmal im Jahr treffen sich die Frauen zum Erfahrungsaustausch unter der Überschrift: Ehelosigkeit um Jesu willen – ein Thema meines Lebens. Mehr Infos: info@soloundco.net.

Zum Weiterlesen: Albert Y Hsu: The Single Issue (nur in Englisch)

Foto von Oana Lupescu von Pexels