Eine ermutigende Erfahrung | Elke

Kategorie: Costbar


Noch beim letzten Trägerkreis-Treffen Anfang Juli 2016 ging es mir im Blick auf EmwAg und gemeinschaftliches Leben sehr schlecht. Bei der Gebetszeit am Samstagmorgen gab es bittere Tränen der Enttäuschung darüber, dass ich trotz viel Einsatz für EmwAg nach wie vor alleine lebe und besonders die Wochenenden und Krankheitszeiten oft so einsam sind.

Nach diesem Wochenende begann ich zum wiederholten Mal, intensiv, Tag für Tag für eine Veränderung in meinem Leben zu beten. Ende Oktober war ich dann zum zehnjährigen Jubiläum von EmwAg in Cuxhaven und saß am Festabend mit den fünf Mitgliedern der Gemeinschaft „Lebensräume“ aus Visselhövede an einem Tisch. Am Ende des Essens sagte Judith völlig unvermittelt: Die Elke kommt auch noch irgendwann zu uns in den Norden. Ich antwortete mit fester Überzeugung: Niemals gehe ich von meinem Kindergarten weg! Judith meinte darauf nur: Bei uns gibt es auch Kindergärten!

Danach kämpfte ich mit der Frage: Was ist Dir wichtiger bzw. was ist größer: Der Wunsch, in diesem Kindergarten zu bleiben, oder die Sehnsucht nach gemeinschaftlichem Leben? Diese Frage konnte ich eindeutig beantworten!!! Ende November fuhr ich zum zweiten Mal in meinem Leben zum verlängerten Gemeinschaftswochenende nach Visselhövede und fühlte mich dort total wohl. Und ab da überschlugen sich die Ereignisse: Ich ging dort spazieren und sah, wie die Kinder des evangelischen Kindergartens aus der Kirche kamen. Mein spontaner Gedanke war, Ihr dürft ruhig lachen: Die sehen ja aus wie unsere Kinder!!! Warum nicht mit ihnen arbeiten? Dann lautete die Losung an diesem Freitag: Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der Herr allein lenkt seinen Schritt (Sprüche 16, 9) und: Ihr solltet sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. (Jakobus 4, 15).           

Drei Tage später zu Hause nahm ich eine Karte an meinem Kühlschrank ganz neu wahr. Darauf stand: Was Du träumen kannst, das kannst Du auch realisieren! Ich fing an, mir vorzustellen, was meine Kollegen wohl sagen würden, wenn ich ankündigen würde, dass ich gehe. Am Mittwoch nach dem Wochenende in Visselhövede teilte eine Kollegin völlig über­raschend mit, dass Gott ihr gezeigt hätte, dass sie aus persönlichen Gründen aus Wiesbaden weggehen solle.

Wie bitte??? Tabea, ebenfalls eine Vollzeitkraft, wird gehen, wo wir doch sowieso gerade sechs neue Kollegen für die Krippe suchten? An diesem Abend konnte ich nicht schlafen und fragte immer wieder: Herr, was soll ich tun? Darf ich jetzt auch noch gehen? Weit nach Mitternacht schlief ich kurz ein und sah im Traum meinen Förderraum, wo ich auch mittags mit den Kleinsten „geschlafen“ hatte: Alle zehn Matratzen der Kinder lagen an ihrem Platz, aber meine fehlte! Für mich war dieses aussagekräftige Bild ein deutliches Reden Gottes.

In dieser Woche erfuhr ich auch, dass ich in Visselhövede meine wichtige medizinische Trainingstherapie fortsetzen könnte: Zwei Minuten von unseren Häusern entfernt ist eine der modernsten Physiotherapiepraxen Niedersachsens! Noch bevor ich im Dezember einen Brief an die Gemeinschaft geschrieben hatte, ob sie sich das Leben gemeinsam mit mir vorstellen könnten, teilten sie mir ungefragt mit, dass im ev. Kindergarten um die Ecke im Sommer eine Stelle frei werden würde ‒ ich könne ja mal eine Initiativbewerbung schreiben. Im Januar habe ich dort hospitiert, im Februar fand das Vorstellungsgespräch statt, am 9. Februar kam die Zusage.

Die Losung an diesem Tag berührte mich zutiefst: Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan (Matthäus 7, 8). Ist das nicht genial? Soooo viele Jahre habe ich meinen Ort der Zugehörigkeit gesucht – und dann ging alles sooo schnell. Nun wohne ich seit genau drei Monaten in Visselhövede und habe meine Entscheidung noch keine Sekunde bereut. Es geht uns gut miteinander.

Herzliche Einladung an alle, die noch nie in Visselhövede waren: Wir freuen uns sehr über Besuch!

Möge meine  Erfahrung den einen oder anderen von Euch, der enttäuscht oder frustriert ist, ermutigen.