Forum-Regionen-Thema: Übers Fröhlichbleiben, wenn’s schwierig wird

Beim Forum Regionen gestaltete Astrid Eichler einen Impuls zum Umgang mit Frust-Gefühlen ...

Dem einen oder anderen, der sich bei Solo&Co engagiert, mag das bekannt vorkommen: Leiser Frust schleicht sich ein, „weil die anderen so unverbindlich und passiv sind … weil alle nur konsumieren wollen … weil keiner Verantwortung übernehmen will.“ Was tun?

Astrid begann, von ihren ersten Erfahrungen als junge Pfarrerin in der Prignitz zu erzählen. Sie hatte ihr Amt mit Überzeugung, Eifer und Freude begonnen. Doch zum Gottesdienst fanden sich kaum Menschen ein. Enttäuschung machte sich breit: Was mache ich hier eigentlich? Das kannst du doch ebenso lassen … bis eine innere Stimme einsetzte: Astrid, was willst du? Frust oder Barmherzigkeit?

Astrid riet, sich zunächst Rechenschaft über die eigenen Motive und Erwartungen zu geben und genau hinzuschauen. Dann rückt in den Hintergrund, was die anderen tun oder nicht tun, und nach vorne, was man selbst auf dem Herzen hat. Doch auch bei bester eigener Absicht bleibt die entscheidende Frage: Was passiert, wenn sich – scheinbar – kein Erfolg zeigt. Wie kann ich den Elan des Anfangs retten?

Für Astrid ist das Solo&Co-Schlüsselwort aus Römer 12, 2 zentral geworden: Stellt euch nicht dieser Welt gleich! Damit meine sie nicht, betonte sie, dass es völlig egal sei, was beim Engagement herauskommt. Eine realistische Überprüfung von Mitteln und Wege ist nützlich, um einen (eventuellen) Holzweg zu erkennen. Aber Erfolg sei nicht der einzige Maßstab für Freude oder Frust: Denn Gott ist nicht erfolgsorientiert, jedenfalls nicht in erster Linie und nicht schnell!

In der Prignitz brauchte es acht Jahre, fuhr sie fort, bis Veränderung begann. Und die geschah in ihrem Herz, wie Römer 12,2 fortfährt: Lasst euch verwandeln.

Schwierige Zeiten sind immer eine Möglichkeit, dass Gott am eigenen Herzen handelt.

Enttäuschung markiert, dass eine Zäsur, ein Innehalten und eine Entscheidung notwendig sind. Wenn Menschen über Frust klagten, ist ihr immer wichtig gewesen, klar zu sagen: Du musst nicht einfach weitermachen, dafür ist es zu schwierig. Wenn du spürst, es stinkt dich nur an, dann hör auf! Und sie mahnte: „Verdränge den Frust nicht, tu nicht so ‚als ob‘, denke nach und suche Gott. Sein Herz! Es geht um dich und um Gott. Der wichtigste Ort dieser Welt ist dein Herz.“

Man müsse dem auf die Spur kommen, was für Frust sorgt und sich die Frage stellen: Was will ich – wirklich? Und bei allem die innere Zwiesprache mit Gott suchen – auch über den Frust. Wer SEINEN Willen tun will, bei dem verändert sich die Frage hin zu: Gott, was wünschst du dir? Was macht dir Freude?

In der Prignitz spürte Astrid, dass ER sein Herz an diese Menschen verloren hat. Sie wusste, es erfreut ihn, wenn sie ihm hier diente, auch wenn andere sagten: Das ist doch sinnlos. „Wenn wir dort sind, wo das Herz Gottes schlägt, dann löst Frust sich auf. Das ist bei Solo&Co so, das gilt  überall.“

Wer das eigene Herz mit Gottes Herz verbinde, werde manches nicht mehr tun, anderes werde man mit Freude tun, auch wenn‘s schwierig sei. Ihr Appell: Lass dir von Gott etwas zeigen, weshalb es sich lohnt, weiterzumachen. Die Berufung könne es ja auch sein, Singles zu dienen – unabhängig vom Erfolg! Ja, es wäre schön, wenn Singles ein erfülltes Leben fänden … Aber vielleicht geht es für manche auch nur darum, dass sie nicht allein sind. Erfolg zeigt sich nicht nur darin, dass sie sich verändern, sondern dass man selbst zur Liebe findet.

Das allerbeste Mittel gegen Frust ist Liebe

Letztlich heißt die Frage: Was willst du? Frust oder Barmherzigkeit? Erfolg oder Liebe? Gesehen werden oder sehen? Anerkennung oder Hingabe. Hingabe bewirke Frucht, nicht Frust. Es sind nur zwei Buchstaben und was ganz Anderes, schloss Astrid.

Foto: Eric Ward auf Unsplash