Vorsorge für den Notfall – Teil I | Sibylle Schmelz

Auch in jungen Jahren kann einem Single etwas zustoßen ...

Wird man im Freundes- oder Kollegenkreis mit schwerer Erkrankung oder Unfall konfrontiert, fragt man sich als Single: Wer kümmert sich eigentlich um mich, wenn mir sowas pas­siert? Bist du ratlos? Oder denkst du, das hat ja noch Zeit … weiß nur keiner, ob das wirklich so ist. Auch in jungen Jahren kann einem etwas zustoßen ...  Solistin Sibylle Schmelz ist seit Jahren privat und beruflich mit diesem Thema beschäftigt und hat unter der Überschrift „An alles gedacht?“ eine hilfreiche Checkliste (im Download zum Ausdruck) zusammengestellt – für den kleinen und großen Ernstfall.

Für den kleinen Ernstfall:

  • Wer hat einen Schlüssel zu meiner Wohnung? Kann diese Person mir evtl. benötigte Dinge aus der Wohnung holen bzw. mir in der Wohnung helfen?
  • Weiß mein „Schlüsseldepot“, wem es den Schlüssel unter Umständen weitergeben darf?             
  • Merkt jemand, wenn bei mir etwas nicht ok ist – zum Beispiel, weil ich plötzlich ins Kranken­haus eingeliefert wurde oder zuhause so unglücklich gestürzt bin, dass ich selbst keine Hilfe alarmieren kann? Kann ich mit jemandem einen täglichen, auch wechselseitigen Kontroll­anruf zu festgesetzter Zeit vereinbaren? Weiß derjenige dann, was dann zu tun ist, wenn ich nicht ans Telefon komme? Hat er/sie einen Wohnungsschlüssel? Kennt er Kontaktdaten von Angehöri­gen? Wen kann ich notfalls auch in der Nacht anrufen, wenn etwas passiert ist und ich Hilfe benötige? Wäre ein Notrufsystem sinnvoll?
  • Habe ich Kontaktdaten des Menschen im Portemonnaie oder Taschenkalender notiert, der unbedingt benachrichtigt werden sollte?  Man kann diesen Menschen auch im Smartphone als ICE-Kontakt (ICE = in case of emergency) kennzeichnen.
  • Wissen meine Verwandten, Nachbarn, Freunde, Arbeitgeber wen sie fragen können, wenn ich länger und unangekündigt nicht erreichbar bin? Dann sollte ich diese Person allerdings auch über alle Abwesenheiten auf dem Laufenden halten.
  • An wen sollte eine Person meines Vertrauens im Bedarfsfall eine Nachricht z.B. über Krankenhausaufenthalt weitergeben? Gemeindepastor?                                           
  • Habe ich einen Notfallausweis immer bei mir, der wichtige Vorerkrankungen (u.a. Diabetes, Herzinfarkt) abfragt, die letzten Impfungen und aktuell genutzte Medika­mente samt Dosierung auflistet und den behandelnden Hausarzt nennt?
  • Habe ich für den Ernstfall eine Krankenhaustasche mit dem Nötigsten, Medikamentenliste, Kontaktdaten zur Benachrichtigung, Geld und evtl. Ausweis einer privaten Zusatzversicherung griffbereit?
  • Wer kann mir kurzfristig etwas Geld leihen fürs Krankenhaus oder etwas auslegen für Einkäufe?
  • Sind meine Papiere so geordnet, dass jemand Informationen schnell finden kann — etwa um eine Versicherung zu informieren? Wer ist informiert, wo sie zu finden sind?
  • Darf die Person meines Vertrauens, die den Wohnungsschlüssel hat, auch den Anrufbeant­worter abhören, in den Briefkasten schauen, Post öffnen etc.?

Hier kannst du eine sehr hilfreiche und detaillierte Notfall-­Mappe kostenlos anfordern. Sie wird als interaktives PDF per Mail verschickt und lässt sich wie ein Formular am PC ausfüllen und abspeichern. Darin kannst du alle nötigen Anweisungen und Unterlagen für den Fall der Fälle übersichtlich eintragen bzw. festhalten.

Hast du schon Erfahrungen gemacht mit dem kleinen oder größeren Ernstfall? Was könnte dein konkreter nächster Schritt sein? Stehst du noch ganz am Anfang? Vielleicht fällt es leichter, gemeinsam mit anderen über diese Fragen nachzudenken? Dann triff dich mit Singles in der gleichen Situation. Welche positiven Ergebnisse und Erlebnisse gab es dabei? Welche Hemmschwel­len hast du/habt ihr innerlich und äußerlich erlebt – und vielleicht schon überwunden? Und wie?

Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden, mahnt Psalm 90. Was hat das leidige Vorsorge-Thema mit meiner Beziehung zu Gott zu tun? Traue ich Gott zu, dass er schon Ideen für mich hat? Dass er mir Menschen an die Seite stellt?

Auf die rechtlichen Vorbereitungen, also Vollmachten für Konto und Post, Vorsorgevollmacht, Patienten­verfügung, Testament und Organspendeausweis gehen wir im Teil II ein: Der große Ernstfall.

Sibylle Schmelz wird voraussichtlich beim Festival für Singles im Herbst das Thema in einem Workshop vertiefen. Hast du dich schon angemeldet?

 

 

Bild von Clker-Free-Vector-Images  auf Pixabay