Ich hab hier was entdeckt (2) | Astrid

Ein Fundstück aus Kapitel 6 der Single-Studie: Christ sucht Christin? Partnerwunsch und Partnersuche.

Das Fragezeichen in der Kapitel-Überschrift könnte man durch ein dickes Ausrufezeichen ersetzen. Das fällt auf: Für 67 Prozent der befragten Singles ist es tendenziell wichtig, dass der/die Partner/in auch Christ ist. Nur für 6 Prozent ist dies unwichtig (S.145). Aber nicht nur in den Zahlen zeigt sich das, sondern auch in den Interviews, die das Buch anreichern und lebendig machen.

Gern möchte ich dich wieder schätzen lassen: Was denkst du, wie dringlich der Partner-wunsch bei den befragen Singles ist, eingetragen auf einer Skala zwischen 0 und 10? 0 be­deu­tet: kein Wunsch nach einem Partner (mehr). Und 10 bedeutet: sehr hohes Bedürfnis. Wo würdest du dich da selbst verorten?

Ich finde, das sind interessante Fragen. Sie vermitteln einen Eindruck, wie wichtig das Thema Partnerwunsch für Singles ist (S. 138). Der durchschnittliche Wert für den Partnerwunsch liegt bei 7,7.  Ein Viertel der Befragten kreuzt beim Höchstwert 10 an; nur 3 Prozent sagen, dass sie keinen Partnerwunsch (mehr) haben. Das Ergebnis ist an sich nicht sooo überraschend. Aller­dings, und das finde ich sehr wichtig, der starke Partnerwunsch bedeutet nicht zugleich, dass jemand als Single absolut unglücklich ist. Denn der Aussage „ich leide sehr darunter, keinen Partner/in zu haben“, stimmen nur 14 Prozent der befragten Singles zu.

Hier zeigt sich eine Zwiespältigkeit, die auch in den Gesprächen deutlich wird: Es gibt eine große Spannung zwischen Autonomiebestreben und dem Wunsch nach einer Partnerschaft. Die Stärke des Partnerwunsches wird sozusagen gebremst durch die Vorteile der Selbst-bestimmung und Unabhängigkeit. Das verschiebt sich mit dem Alter. Während der Partner-wunsch zwischen 25 und 35 am stärksten ist, ändert sich das mit zunehmendem Alter. Singles jenseits der 45 haben sich ein Leben aufgebaut, in dem eine Partnerschaft nicht nur Gewinn, sondern auch Verlust wäre. Das führt zur Zurückhaltung beim Partnerwunsch, auch wenn er immer noch da ist (zwischen 6,5 und 7,5 von 10) (S. 139).

Die Studie zeigt auch, welche Kriterien für die Partnerwahl wichtig sind, aber auch, wie Partnersuche geschieht. Von zehn genannten Möglichkeiten sollten die Befragten die Wege angeben, die sie nutzen, ggf. auch verschiedene Wege parallel. Was denkst du, was ist für christliche Singles der häufigste Weg der Partnersuche? 63 Prozent geben als Weg das Gebet an, 47 Prozent christliche Dating-Portale: 43 Prozent versuchen, möglichst viele neue Leute kennenzulernen, um einen Partner zu finden (S. 162).

Wie groß ist dein eigener Partnerwunsch? Und welche Wege gehst du? Vielleicht kannst du noch andere Wege entdecken und versuchen?

Das Kapitel gibt noch weitere Einblicke, zum Beispiel zur Frage, welche Gründe es für das Singlesein gibt. Willst du wissen, was als der häufigste Grund angegeben wird? 41 Prozent beantworten die Frage „Aus welchem Grund sind Sie Ihrer Meinung nach Single?“ damit, dass es nicht genug Auswahl in der christlichen Welt gibt. Hier finde ich die weiteren Antworten überaus interessant. Es lohnt sich, selbst auf die Suche zu gehen.

Foto: Michael Dziedzic on Unsplash