Gedanken einer Gärtnerin – Teil 2 | Astrid

Wenn die Pionierin kürzer treten will ... Vorstand und Leitungsteam haben dazu erste Überlegungen angestellt ...

Im Februar waren Solo&Co-Leitungsteam und EmwAg e.V.-Vorstand wieder zusammen beim „Garteneinsatz“. Für einen Tag war Antje Rein zur Supervision angereist. Seit 2009 begleitet sie uns und ist in unregelmäßigen Abständen mit uns an der Arbeit. Diesmal ging es im Schwerpunkt um die Frage, wie die Organisationsentwicklung gut weiter­gehen kann – im Blick auf anstehende Veränderungen. 2024 beginnt für mich nämlich der Ruhestand. Da mag man sa­gen: Das ist ja noch sooo lange hin. Aber wir alle wissen, dass das so nicht stimmt!

Wir sind herausgewachsen aus der „Pionierphase“, und doch ist vieles noch von mir bestimmt und geprägt. Und vor allem: Ich nehme noch sehr viele Aufgaben wahr. Wir wol­len den Übergang gern allmählich gestalten. Als ersten Schritt bin ich im Herbst 2019 aus dem Vorstand ausgeschieden.

Wir haben gesammelt, welche Aufgaben anstehen werden und was es dafür an Kompetenzen brauchen wird. Dabei fällt auf: Es geht zum einen um inhaltlich-theologisch-geistliche Arbeit, also Veranstal­tungen, Referate, Predigten, Reisedienst. Zum anderen müssen irgendwo die verschiedenen Fäden des Netzwerkes zusammenlaufen und auch zusammengehalten werden. Alltäglich gehen in der Geschäftsstelle unendlich viele Mails ein, müssen Teams angeleitet, das Netzwerk weiterentwickelt und koordiniert werden. Die Leitungsaufgaben in der Geschäftsstelle nehmen einen sehr großen Teil meiner Zeit ein. Hier wäre es sehr gut, wenn in den nächsten Jahren ein guter Übergang möglich wird. Als Referentin würde ich gern auch im Ruhestand auf Anfrage hin noch im Einsatz sein, aber eben nicht mehr in Verantwortung.

Vermutlich kann das gar nicht eine Person übernehmen, sondern es braucht zwei … oder mehr? Es liegt auf der Hand und ist für mich manchmal ein echter Leidenspunkt: Leitung der Geschäftsstelle und Reisedienst widersprechen sich in ihren Anforderungen auch.

Wir haben gesammelt, notiert, gebetet – und es ist uns noch mehr als vor dem Wochenende bewusst, dass wir auf einem spannenden Wegabschnitt sind. Wie sieht Gott die nächste Etappe? Es ist gut, wenn viele dafür beten. Vielleicht gibt es im Netzwerk schon Menschen, die verantwortlich mit einsteigen werden, die aus dem Ehrenamt ins Hauptamt wechseln? Oder müssen wir uns gezielt auf die Suche machen?

Und eine Frage steht dann wie ein Bollwerk vor uns: Wer kann das bezahlen?

Wir brauchen Zeit auch an diesem Punkt, um die nächsten Schritte tun zu können. Wir müssen uns breiter aufstellen. Antje Rein stellte fest: „Zurzeit sind es sehr wenige, die sehr viel bewegen, und sehr wenige, die für sehr viele vieles ermöglichen. Das muss anders werden.“ Ja, das stimmt! Da sind wir alle herausgefordert.

Zum ersten Teil

Foto: privat