Südsudan im Herzen - dankbar hier

Nicola Limburger hat 20 Jahre im Südsudan gelebt. Wie erlebt sie Deutschland heute?

Südsudan im Herzen – dankbar in Deutschland leben

Sind es wirklich schon über 5 Jahre her, seitdem ich zurück bin aus dem Südsudan? Eine Nation, die es noch gar nicht gab, als ich vor 23 Jahren das erste Mal dort landete, „…im Land jenseits der Ströme von Kusch, ein Volk, das hochgewachsen und glatt ist, das schrecklicher ist als sonst irgendeins“ (Jesaja 18,1).

Dorfgesundheitsarbeit und Gemeindearbeit, Ausbildung von Gesundheitshelfern und Begleitung waren meine Aufgaben, teils im internationalen Team, die letzten Jahre „allein” mit den Südsudanesen. Viele Jahre hatte Gott mich auf diesen Einsatz „auf einem anderen Stern“ liebevoll vorbereitet. Rückblickend kann ich manchmal selber nicht glauben, wie wir in dem Bürgerkriegsgeplagten Land unseren Alltag verbracht haben. Meine südsudanesischen Kollegen und Freunde waren dabei noch mehr in Gefahr als ich. Die Sicherheitslage (lokale Angriffe, unzählige Waffen), die Versorgung (kaum Lebensmittel, Diesel knapp), Dürre, Flut (Hütten und Straßen unter Wasser), Hitze rund um die Uhr (also möglichst draußen schlafen), Schlangen, Skorpione,…

Mittendrin Alltag. Das morgendliche Gebet der Mitarbeiter: „Thank you Lord, for the gift of Life” war echt, ebenso unser englisches Lieblingslied: „Because He lives  I can face tomorrow, …all fear is gone…”. Gottes Gegenwart war spürbar, auch in den vielen schönen Momenten. Abends gab es immer Grund zu danken.

Zurück in die Zukunft

Meine Rückkehr nach Deutschland zeichnete sich mit Mutters zunehmender Schwäche ab und ich bin dankbar, dass ich sie im Alter unterstützen kann. So ging ich auch mit dem Segen meiner südsudanesischen Freunde zurück.

„Re-entry“ ist in der Regel ein langer Prozess und verläuft meist eher holprig. Sowohl man selber als auch die eigene Kultur haben sich weiter entwickelt. Das sorgt oft für Überraschungen, teils Befremden, teils Verlust.

Auf meinem Facebook-Profil und Fotos lebe und arbeite ich immer noch im Busch – das sollte ich längst aktualisieren. Auch hat es lange gedauert, bis ich wieder meine deutsche Bibel hergenommen habe. Meine große Weltkarte über dem Schreibtisch bleibt. Sie ist nicht hübsch und der Südsudan nachträglich eingezeichnet (mit 10 Jahren die jüngste Nation, mit einer verheerenden Bilanz).

Anders als bei manchen Rückkehrer-Freunden lief es bei mir leicht. Ich kam zurück in mein schönes Zimmer an der Ostsee, hatte ein Auto, konnte eine nahe Gemeinde finden, fand schnell Arbeit – und ein paar wertvolle neue Freundschaften entstanden. Danke, Herr!

10.000 Gründe dankbar zu sein

Mein Grundgefühl ist eine Dauerdankbarkeit im Herzen: asphaltierte Straßen, sogar ohne Löcher oder Barrikaden; bedenkenlos unterwegs sein, sogar im Dunkeln; Polizei, die kommt und hilft, wenn man sie ruft (sie hat Benzin im Tank, muss nicht bezahlt werden). Die Bank hat immer Geld; nur ein Zierzaun ums Haus, keine Kinder gucken stundenlang durch die Latten; Telefon geht;  sauberes Trinkwasser läuft immer; die Regale sind voll – immer. Ich habe einen Kühlschrank; Quark zum Frühstück; ich kann hemmungslos draußen essen (tut man nicht, wo viele Menschen hungrig unterwegs sind). Das Krankenhaus hat immer geöffnet, ich muss nicht erst bezahlen, und auch keine Handschuhe oder Medis mitbringen, Personal ist immer im Dienst. Es gibt überall Auskünfte und Infos; ich darf heiraten, wen ich will – muss aber nicht; ich plane mein Leben eigenständig und muss nicht meine Verwandten versorgen, weil ich einen Job habe; keine Ausgangssperre während der Wahlen; wunderschöne, abwechslungsreiche Jahreszeiten,...

Alles, was sich meine südsudanesischen Freunde in ihren kühnsten Träumen vorstellen, habe ich hier – JEDEN TAG!

„Wie war es in Afrika? Sehnst Du Dich manchmal zurück?” werde ich gefragt. Ja, ich denke viel an die Menschen und Freunde, die ich zurückgelassen habe und die im „Dauer-survival modus“ leben. Die erlebte Verbundenheit mittendrin ist ein ganz besonderer Schatz, den man auch nur schwer kommunizieren kann. Er spornt an zur Fürbitte und zur Dauerdankbarkeit im Herzen.

Ich bleibe mit Gott im Gespräch, und wenn es sein kann, wird er zur rechten Zeit wieder eine Tür öffnen zu den Menschen jenseits der Ströme von Kusch, deren Leben und Sehnen ich teilen durfte.

Nicola Limburger, (Kellenhusen)

 

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