Lernaufgabe: Singles in der Gemeinde | Astrid

Kategorie: Compass


Im Mai steht ein Termin erstmalig in meinem Kalender. Im Bereich Gemeindearbeit bietet das Bibel­studienkolleg in der Nähe von Stuttgart zwei Tage mit dem Titel ‚Arbeit mit Singles‘ an, und ich bin die Gastdozentin. Ich freue mich riesig darauf, haben wir bei Solo&Co doch schon so lange im Blick, dass es genau das unbedingt braucht: Gemeinde darf nicht nur ein Ort sein, an dem gute Angebote für Kinder, Teenies, Jugendliche, junge Erwachsene, Ehepaare, Familien und Senioren gemacht werden. Gemeinde muss auch ein Ort sein, an dem Singles vorkommen und ihre Themen und Fragen im Blick sind. Dafür müssen Mitarbeiter und Verantwortliche sich mit den theologischen und praktischen Fragen dieser Lebensform beschäftigt haben. Ostfildern ist ein Anfang, der hoffentlich an vielen Orten Fortsetzung findet.

Dieser Termin zeigt auch: Es bewegt sich was! Wir haben hier im Newsletter immer wieder davon berichtet, wie in Kirchen, Verbänden und Medien das „Singlethema“ viel stärker vorkommt als noch vor Jahren. Ich sage es manchmal so: Aus einem „Un-Thema“ wird langsam ein Thema. Wie gut!

Eine Studie von Parship (2018) sagt, dass es in Deutschland 16,8 Millionen Singles zwischen 18 und 65 Jahren gibt. Das sind ca. 30 % der Bevölkerung. In unseren Gemeinden wird es sehr ähnlich aussehen, ein Drittel Singles.

Eines ist klar: Den christlichen Single gibt es nicht. Dafür sind wir viel zu viele und viel zu bunt. Aber es gibt Grundthemen und -fragen, die für Singles ganz anders wichtig sind als für Verheiratete. Um die Alleinstehenden besser kennenzulernen, erscheint im März bei SCM die Studie vom Institut empirica: Christliche Singles – wie sie leben, glauben und lieben. 3.235 christliche Singles wurden dafür ano­nym und systematisch befragt. Daraus ergibt sich ein bisher einmaliger Einblick in die Lebenssituation und das Lebensgefühl christlicher Singles. Dieses Buch ist aus meiner Sicht ein Meilenstein.

Zu Beginn des Buches blicken verschiedene „Kirchenleute“ auf das Thema. Schon da schlägt mein Herz höher. Denn Christoph Stiba, Generalsekretär im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, schreibt: „Mir ist beim Lesen bewusst geworden, wie stark Gemeinden in der Regel doch ‚Ehe und Familie‘ denken und für diese Zielgruppe planen. Das passt nicht zur großen Zahl an Singles, die aus völlig unterschiedlichen Gründen als Singles in den Gemeinden leben. ‚Dieses Thema ist dran‘, heißt es deshalb auch in der Einleitung. Das glaube ich auch. Eine fundierte Studie über Singles, die ihre Situation beleuchtet, aufbereitet und erklärt, ist dabei ein wichtiger Schritt, ein notwendiges Handwerkszeug. Die Fortsetzung, das Hinsehen, muss dann in den Gemeinden folgen.“

So ist es!

Und damit die Fortsetzung in den Gemeinden erfolgen kann, ist es wichtig, dass wir dieses Buch überall hintragen … zu Pastoren, Gemeindeleitungen, Ausbildungsstätten. Wo wirst du es bekannt machen? Davon erzählen, es verschenken, verborgen? Einen Beitrag im Gemeindebrief schreiben? In der Gemeindeleitung auf die Tagesordnung setzen? Was könnten wir noch tun?

Mehr Infos zu den Studienergebnissen gibt es auf dem öffentlichen Fachtag der CVJM-Hochschule am 7. März 2020 in Kassel und im nächsten Newsletter.

Bild von Анастасия Гепп auf Pixabay