In Möglichkeiten statt in Hindernissen denken | Uta

Uta B. aus Ostfildern in Baden-Württemberg schrieb uns, wie ihre Gruppe trotz Corona Kontakt hält …

Wir sind sechs Alleinlebende, die sich seit dem letzten Sommer monatlich treffen. Zunächst hatten wir uns mit den Vier Sonntagen beschäftigt, dann hatten wir uns gegenseitig vom geistlichen Werdegang erzählt. Ich hatte auch mal das Einander-Tool vorgestellt. Im Januar hatte dann eine Teilnehmerin die Idee eingebracht, doch mal gemeinsam auf die Teck zu laufen. Die Teck ist ein sehr bekannter Aussichtspunkt an einem Albtraufberg ca. 25 km östlich von Stuttgart. Dazu muss man wissen, dass es nicht nur oben auf der Teck schön ist, sondern dass auch der Weg dorthin in dieser Jahreszeit immer wieder neue Blütenflor-Überraschungen bereithält. Wir hatten uns also für den 22. März zum Wandern verabredet.

Das war dann allerdings der erste Sonntag in der neuen Situation durch den Virus. Im Lauf der Woche hatte sich das Vorhaben entsprechend der Nachrichten zu Corona stufenweise verändert. Am Donnerstagabend dachte ich noch, wir könnten in Zweier-Gruppen spazieren gehen, am Freitagnachmittag zeigte sich, dass auch das nicht mehr vernünftig wäre. Dann hat eine Frau per Email eine neue Idee eingebracht und gleich angeboten, für die technische Unterstützung zu sorgen: Ihre Idee war, sich am Sonntagnachmittag zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken per Skype zu treffen. Skype zu installieren war nicht schwierig. Und so kamen wir dann tatsächlich von 15.00-16.30 Uhr zu dritt zusammen und tauschten uns aus. Wir fanden das richtig gut.

Seither treffen wir uns jeden Sonntagnachmittag zum gemeinsamen Plaudern, inzwischen sind auch noch alle anderen aus der Gruppe dazugestoßen, eine Frau nimmt per Telefon teil. Nun beschäftigt mich, ob weiterhin ‚nur‘ geplaudert werden soll oder ob wir uns wieder, wie bei den monatlichen Treffen vorher, eine Struktur geben. Das könnte ein Thema, ein geistlicher Impuls, eine beeindruckende Lektüre usw. sein. Ich würde auch gern ins Auge fassen, per Skype miteinander zu beten. Das müssen wir demnächst mal gemeinsam überlegen.

Wir empfinden es als großen Vorteil, dass wir uns per Skype auch sehen und nicht nur hören. Ich nehme das, was die andere sagt, anders auf, wenn ich sie dabei auch sehe. Und mir fällt dann auch eher auf, wenn jemand fast nur schweigt oder bedrückt aussieht. Wir freuen uns schon auf die Zeit, wenn wir uns wieder von Angesicht zu Angesicht treffen können. Aber bis dahin ist Skype eine praktikable (Not-)Lösung, die ganz eindeutig besser ist als die Treffen ganz ausfallen zu lassen. Corona lehrt uns, auf das zu schauen, was möglich ist, und nicht bei dem hängen zu bleiben, was gerade nicht mehr geht.

Redaktioneller Hinweis: Utas Mail habe ich nach einem gemeinsamen Telefonat noch um ein paar Infos ergänzt. Patricia