Ich hab hier was entdeckt (Teil 5) | Astrid

Mein Fundstück in der Single-Studie ist diesmal das Thema Alltag und Freizeit christlicher Singles.

Ich beginne wieder mit einer Frage: Was denkst du, was sind die „Renner“ in der Freizeitgestaltung von Singles? Ob es da Unterschiede zu Verheirateten oder Familien gibt? Hast du dazu Gedanken?

Bereits 2018 hatte die Stiftung Zukunftsfragen 2.000 Menschen in Deutschland befragt und bei der Auswertung zwischen Singles, Paaren und Familien unterschieden. Die Singles verbringen ihre Freizeit am liebsten mit 1. Internetnutzung 2. von unterwegs telefonieren 3. Radio hören. Bei Familien sieht es so aus: 1. Radio hören 2. Fernsehen 3. Internetnutzung und bei Paaren steht an erster Stelle, Zeit mit dem Partner zu verbringen, danach kommen Fernsehen und Internet.

Für alle gilt: Die Medien bestimmen die Freizeit. Singles sind in ihrer Freizeit mehr unter­wegs als Paare. Freizeit wird weithin nicht zu Hause erlebt, sondern findet anderenorts statt. Auch wird deutlich, dass Singles viel freie Zeit für Haushalt und Besorgungen, Auto oder Büro­kratie aufwenden müssen. Denn alle Pflichten, die sonst auf zwei Schultern verteilt sind, ruhen nun auf einer. Das ist für viele eine echte Herausforderung, vor allem für die Männer, die schon mit einer Partnerin zusammengelebt haben und den Unterschied wahrnehmen (vgl. S. 85).

Ein zweiter Unterschied: Christliche Singles sind überaus häufig ehrenamtlich engagiert. Das umfasst vor allem die Gemeinde, aber auch Vereine und Hilfsorganisationen. Was Elisabeth sagt, ist sicher kein Einzelfall: … ich versuche einmal die Woche, wenn ich Glück habe, einen Abend allein zu Hause zu verbringen, aber das klappt eher selten“ (S. 86).

Die besonderen Herausforderungen liegen für Singles nicht im „normalen Alltag“, sondern viel eher in den „anderen Zeiten“, an Feiertagen, Wochenenden, bei der Urlaubsgestaltung, in Krisenzeiten und im unmittelbaren Umgang mit Paaren und Familien. Besonders schwierig ist es für die befragten Singles, das Alter in den Blick zu nehmen (vgl. S. 87 ff).

Die Studie zeigt deutlich, dass Singles, die in Gemeinschaft leben, glücklicher sind als Allein­lebende. Allerdings ist auch das differenziert zu betrachten. Denn die Alleinlebenden schätzen es doch sehr, am Abend dann auch mal „ihre Ruhe zu haben“ (vgl. S. 98f). Viele empfinden es auch als Last, immer aktiv sein zu müssen. „Trotz vieler Hobbies, einer aktiven Freizeitgestaltung und enger Sozialkontakte bleibt die Angst vor der Einsamkeit im Alter oder in Krankheit bestehen“ (S. 102).

Hier zeigt sich, wie nötig Veränderungen sind, sowohl für Singles als auch für Gemeinden. Wie können wir gemeinsam dieser Angst begegnen? Wie können wir Lebensformen ent­wickeln, in denen Ängste offen ohne Scham ausgesprochen werden können? Wie können wir Orte schaffen, an denen Alltag und Freizeit miteinander geteilt werden, Junge und Alte einan­der ergänzen und wir einander zum Geschenk werden?