Ich hab hier was entdeckt (Teil 3) | Astrid

Kategorie: Costbar


Wie ein spitzer Edelstein zu diesem Thema ist für mich folgendes Zitat: „Singlesein ist in der Gemeinde ein wenig wie eine Essiggurke in einem Fruchtsalat“. Es stammt von Wendy Widder, einer amerikanischen Autorin und steht auf Seite 74 der Single-Studie. Damit ist schon viel gesagt, finde ich ;-).

Die beiden zentralen Fragen sind also: Welche Rolle spielt der Glaube und welche Bedeutung kommt der Gemeinde im Leben christlicher Singles zu? Dabei muss man sich bewusst machen, dass an der Studie vor allem sogenannte „hochreligiöse evangelische Singles“ teilgenommen haben, also Menschen, in deren Leben der Glaube eine besonders große Rolle spielt. Äußere Zeichen dafür sind die rege Teilnahme am Gottesdienst, die große Bedeutung des Gebets und das hohe ehrenamtliche Engagement in Gemeinden.

Jetzt möchte ich dich wieder schätzen lassen: Was denkst du, was christliche Singles sagen? Ist es als Christ besser verheiratet oder besser, Single zu sein? Und wie würdest du diese Frage für dich beantworten?

Ein Viertel der Befragten sagt, dass es als Christ besser ist, verheiratet zu sein. 68 Prozent finden es egal. Nur 0,7 Prozent finden, dass es als Christ tendenziell besser ist, ehelos zu leben als verheiratet zu sein (S.63). Angesichts der biblischen Aussagen zu dem Thema finde ich diese Aussagen sehr nachdenkenswert.

Hat Gott etwas mit dem Singlesein zu tun? 36 Prozent sagen, dass Gott zwar eine/n Partner/in für sie bestimmt hat, man sich aber noch nicht gefunden hätte. 17 Prozent denken: Gott schenkt mir keine/n Partnerin. Für 4 Prozent der Befragten ist das Singlesein eine Berufung ist und 1,5 Prozent empfinden es als eine Strafe Gottes.

Die Studie zeigt weiterhin, wie bedeutsam Gemeinde für Singles ist. Wie sie Gemeinde erleben und ob sie hier gut integriert sind, hat großen Einfluss auf die gesamte Lebens(un-)zufriedenheit. Einer der Autoren fasst es im Schlussgespräch so zusammen: „Singles lieben Gemeinde und sie leiden an ihr“ (S.208).

Denn nur 30 Prozent erleben es als in ihrer Gemeinde als „normal“, ohne Partner zu sein. 30 Prozent empfinden, dass sie nicht gesehen werden, und 30 Prozent erleben sich als stigmatisiert und nicht verstanden. Sie kommen nicht vor bzw. empfinden sich als „unnormal“. Das wahre Glück könne demzufolge nur erlebt werden, wenn „endlich der Hafen der Ehe erreicht würde“

Interessant und nicht aufzulösen ist das Nebeneinander der unterschiedlichen Wünsche der Singles an Gemeinde. Einerseits soll es extra Angebote für Singles geben (54 Prozent) und andererseits soll der Austausch und das Miteinander zwischen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen stärker gefördert werden (56 Prozent). Es zeigt sich, wie sehr es beides braucht und sich beides ergänzen muss.

Während sich 54 Prozent besondere Angebote wünschen, berichten nur 6 Prozent, dass es so was gibt. 55 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Singlethemen in der Gemeinde stärker vorkommen. Nur 15 Prozent sagen, dass das Thema in ihrer Gemeinde mal vorkommt.

Und zum Schluss: Was denkst du, was wünschen sich Singles am meisten von Gemeinde? Sie wünschen sich laut Studie mehr Anerkennung, besser gesehen und wahrgenommen zu werden. Geht dir das auch so? Wen könntest du daraufhin ansprechen?

Foto: Michael Dziedzic on Unsplash