Hurra: Das Buch zur Single-Studie ist da! | Astrid

Kategorie: Compass


Wir haben an verschiedenen Stellen schon davon gesprochen, auch hier im Newsletter immer wieder darauf hingewiesen. Viele von uns haben sich auch beteiligt. Jetzt ist sie da, die Studie über „christliche Singles – wie sie leben, glauben und lieben“. Am 7. März, gerade noch zur richtigen Zeit, um nicht dem Corona-Veranstaltungsverbot zum Opfer zu fallen, fand in Kassel ein Fachtag zu den Ergebnissen der Studie statt. Über 100 Teilnehmer waren aus ganz Deutschland angereist.

Jetzt halten wir das dicke Buch in der Hand. Mich begeistert schon die erste Seite, wo ich zum Beispiel ein Statement des Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden Deutschland, Ansgar Hörsting, lese: „Ich erwartete eine langweilige Studie über eine weitere Gruppe, die sich übersehen fühlt. Nach der Lektüre sage ich: Diese Studie ist wie eine riesige Lupe, durch die ich mir das Denken und Leben von wunderbaren Menschen mit ihren ganz eigenen Frage­stel­lungen anschaue. Interessant, respektvoll und Horizont erweiternd. Jeder, der an Menschen interessiert ist, sollte das Buch lesen.“

Ja, die Studie könnte bedeutsam werden für uns, für die christlichen Singles in Deutschland. Wieso? Ich habe drei Punkte, weshalb ich das denke und vermutlich gibt es noch mehr:

Aus einem Nicht-Thema wird ein Thema

„Singlesein, ist das denn ein Thema? Muss man da was machen?“Ich kann viele Geschichten erzählen, wie es einfach KEIN Thema war … Schon die Stimmen ganz am Anfang des Buches zur Studie geben dem Thema Singlesein Seriosität und Bedeutung. Es macht einen Unterschied, ob wir Singles für uns selbst sprechen und dabei oft irgendwie defizitär wahrgenommen wer­den, oder ob eine wissenschaftliche Studie Zahlen, Fakten und bewegende Interviews versam­melt.

Erkenntnisse und Wissen werden vermittelt

„Darüber habe ich noch nie nachgedacht! Du öffnest mir gerade einen völlig neuen Blick!“  Diesen Satz  habe ich in den vergangenen Jahren von Pastoren und Nicht–Singles sehr oft gehört, wenn ich mit ihnen im Gespräch über die Lebenssituation von Singles war.  Die O-Töne aus den ausführlichen persönlichen Interviews geben einen authentischen und tiefen Einblick in das Leben und Fühlen einzelner Singles, die als Beispiel für viele stehen.

Zahlen, Gegenüberstellungen, Vergleiche und viele Grafiken malen ein Bild des Singlelebens mit vielen Farben und Schattierungen. Es gibt jetzt mehr als nur Bauchgefühl und Vermutungen. Klischees können kritisch überprüft und ggf. korrigiert werden. Es gibt nicht mehr nur persönliche Erfahrungen oder Anekdoten, sondern objektive Beobachtungen und systematische Darstel­lun­gen zu speziellen Themen und Fragestellungen.

Es darf und muss geredet werden.

Für viele von uns war es lange oder ist es noch immer ganz schwierig, über ihr Leben, die Themen und besonderen Herausforderungen in ihrem Alleinleben zu reden. Die Studie entfaltet verschiedene Themenfelder und Lebensbereiche und bringt dabei auch manches Tabu ans Licht. Hier findet sich viel Stoff zu Themen wie Glaube, Alltag, Sexualität, Partnersuche. Das lädt zu weiterführenden Gesprächen zwischen Singles und Nicht-Singles ein.

Angesichts der Erkenntnis der Studie, wie vielfältig und verschieden die christlichen Singles sind, steht noch deutlicher vor Augen, wie vielfältig auch die Angebote und Initiativen für und von Singles sein können und müssen.

Die Studie könnte bedeutsam werden. Ob sie es wirklich ist, wird sich erst in einigen Jahren feststellen lassen, wenn

  • ein Prozess in Gang gekommen ist, in dem Singles und Nicht-Singles vermehrt miteinander im Gespräch sind
  • in Kirchen, Gemeindeverbänden und christlichen Werken Singles sich nicht mehr am Rand fühlen, sondern mit ihren Themen und Fragen vorkommen und bewusst einbezogen werden
  • in der Ausbildung für den Gemeindedienst das Thema „Arbeit mit Singles“ neben den anderen selbstverständlichen Lernfeldern auch ein Lernfeld geworden ist und es theolo­gische Arbeit zum Thema gibt.

Die Studie könnte bedeutsam werden. Dafür muss sie aber bekannt werden. Wir alle können Mitarbeiter sein, damit das geschieht. Weist andere darauf hin – es gibt Flyer zu dem Buch –, verschenkt das Buch, schreibt Beiträge für euren Gemeindebrief, bringt das Buch in die Gemeinde­­leitung ein. Entwickelt eigene Ideen, wie es Thema werden kann.

Tobias Künkler, Tobias Faix, Johanna Weddigen: Christliche Singles. Wie sie leben, glauben und lieben. SCM 2020, 256 Seiten, 29,99 Euro. Leseprobe

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Im Newsletter stelle ich jeweils ein „Fundstück“ aus der Studie vor, sozusagen einen Appetithappen, damit ihr Lust bekommt, selbst darin zu lesen und Entdeckungen zu machen.