Forum-Regionen-Thema: Über den Umgang mit Konflikten

Kategorie: Community


Konflikte sind unangenehm, stören den gewohnten Ablauf, belasten die Beteiligten, erzeugen Lösungsdruck und neigen dazu, zu eskalieren. Sie zeigen sich in Ablehnung und Widerstand, Rückzug und Desinteresse, Sturheit und Uneinsichtigkeit und am gereizten und feindseligen Ton. Intrigen und Gerüchte werden in die Welt gesetzt. Wenn der Konflikt mit dem Vorgesetzten spielt, können auch Formalität und Überkonformität oder Überfreundlichkeit Warnzeichen sein, fügte sie an. Oft werden Konflikte auch an körperlichen Reaktionen spürbar, wie erhöhtem Blutdruck, Bauchweh, Kopfschmerzen bis hin zu Krankheiten.

Ein Konflikt durchläuft mehrere Stufen. Erst ist er nur latent, oft auch strukturell vorhanden, dann bauen sich Spannungen, Ungeduld und Missgunst auf. Das ist der kritische Punkt, wo er nach Aufmerksamkeit schreit. Danach eskaliert der Konflikt und geht in eine aggressive Auseinander­setzung über oder einer implodiert und geht. Am Ende werden Truppen zu Hilfe geholt, ein Krieg beginnt und Schäden entstehen.

Birgit warb dafür, rechtzeitig, also vor dem kritischen Punkt einen Konflikt anzusprechen. Dazu muss man den Konflikt an sich selbst erkennen. Was triggert mich da? Man muss wahrnehmen, was der Konflikt mit einem macht und mit welchem eigenen Wert er kollidiert. Nach dem kritischen Punkt ist eine sachliche Klärung mit Bordmitteln oft nicht mehr möglich.

Die innere Einstellung beeinflusst das Verhalten im Konflikt

Birgit machte deutlich, wie die innere Einstellung zum Konflikt steuert, ob man ihn überhaupt wahrnehmen kann und wie man ihn interpretiert – klärend oder bedrohlich. Ob ich ihm ängstlich und hilflos oder mutig und entschlossen begegne, ob ich mich ihm offen, aktiv und kooperativ stelle oder ihm ausweiche, ihn aggressiv abwehre oder leugne.

Sie erläuterte, wie aktives Zuhören eine Konfliktlösung voranbringen kann, indem man durch Blickkontakt und Körperhaltung signalisiert: Ich bin jetzt ganz Ohr und bei dir. Indem der Zuhö­rer die Kernaussagen in seinen Worten zusammenfasst, lässt sich überprüfen, ob er das Gesag­te inhaltlich verstanden hat. Missverständnisse oder Lücken können so gleich berichtigt werden. Im dritten Schritt fasst der Zuhörende die verbal und nonverbal geäußerten Gefühle in Worte: „und du bist darüber ziemlich ärgerlich“. So kann auch die Gefühlsebene ans Licht kommen.

Ich-Botschaften statt Du-Botschaften

Nur Ich-Botschaften sind hilfreich, um einer Konfliktlösung näher zu kommen. Mit ihnen drückt man aus, warum man ein Verhalten nicht akzeptieren will. Sie beschreiben, welche Gefühle und Gedanken das Verhalten bei einem auslöst und wie sich das Verhalten auf einen auswirkt. Beispiel: Ich bin ziemlich enttäuscht darüber, dass du nicht, wie vereinbart, die Sache X bis Montag erstellt hast. Das kostet mich jetzt doppelt so viel Zeit.

Um zu einer Lösung zu kommen ist es hilfreich, den Konflikt genau zu analysieren. Dafür hatte sie einen Fragebogen vorbereitet. Am Ende steht immer die Frage: Möchte ich den Konflikt bear­beiten und was bin ich bereit dafür zu tun?

Birgit Scharmann wird das Thema Konfliktbewältigung auch beim Festival für Singles anbieten.

Foto: Frank Busch auf Unsplash