Festival: Hilft eine Checkliste bei der Partnersuche?

Tanja und Gerd Hutschenreuter enthüllten ein weit verbreitetes Hindernis bei der Partnersuche ...

Tanja und Gerd Hutschenreuter aus Kapellen-Drusweiler/Pfalz hatten ihr Seminar so ange­kündigt: Mein Weg zur großen Liebe – Gibt es eine Abkürzung? Die beiden Mitarbeiter von Team.F – Perspektiven für Singles zerstörten jedoch gleich am Anfang die Hoffnung auf Abkürzung und enthüllten stattdessen ein weit verbreitetes Hindernis bei der Partnersuche. Teilnehmerin Hannah-Lena Ruß, im Weserbergland zuhause, kennt das Problem: „Als Singles stellen wir oft die Bedingung, dass es erstens funken und zwei­tens passen sollte. Und zwar idealerweise gleichzeitig und sofort! Wenn dies nicht auf den ersten Blick der Fall ist und unser Gegenüber unsere Testkriterien nicht erfüllt, sortieren wir ganz, ganz schnell aus. Selten landet jemand in der Vielleicht-Schublade. Umso schneller aber in der Nein-Schublade. Unsere Checkliste kann uns auf dem Weg zur großen Liebe gewaltig ausbremsen.“

Hutschenreuters gaben eine Richtschnur: Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand. (Sprüche 3,5-6) Gemeint ist: nicht allein auf den Ver­stand. Wir müssten uns davon entfernen, alles im Griff haben zu wollen. Sie plä­dierten für Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit – mit sich selbst und dem anderen gegenüber, rieten, die eigenen Einstellungen zu hinterfragen, Erwartungen zu korrigieren. Erst wenn man dem anderen eine Chance gibt, kann man ihn genauer kennenlernen. Da könnten sich die Gemein­­samkeiten zeigen oder entwickeln, die erforderlich sind. Zwar ziehen sich Gegensätze wie Sportskanone und Couch-Potato, Leseratte und Fernsehheld, Essensliebhaber und Essens­vermeider an, aber auf Dauer könne das schwierig werden. Ohne gemeinsame Aktivi­täten geht es nicht, waren die beiden überzeugt. Sie schlugen vor, die Suchkri­terien abzu­stufen, um den Blick zu weiten: … sollte sein, … darf sein, … wäre schön, wenn das wäre.

Tanja und Gerd flochten immer auch eigene Erfahrungen ein. So war sie bis zu ihrem 39. Lebensjahr alleinlebende Pfingstpastorin, die auf keinen Fall einen Geschiedenen wollte und schon gar nicht mit Kind. Gerd ist geschieden mit Kind. Trotzdem haben sie sich ineinander verliebt und vor vier Jahren geheiratet.

Hannah-Lena hat für sich die Erkenntnis mitgenommen, „wie wichtig es ist, zu wissen, wer ich bin und was ich (nicht) will. Dennoch liegt eine große Chance darin, bei jemandem, der einen interessieren könnte, auch einen zweiten, dritten oder auch vierten Blick zu wagen. Das hat mich persönlich wachgerüttelt und auch ermutigt“, sagt sie im Nachhinein. 

Im Seminar gaben die beiden noch ein paar Flirttipps mit auf den Weg, etwa den Zauber eines Duftes. „Ich finde, dass wir, egal ob Frau oder Mann, mutiger und häufiger einen guten Duft auflegen könnten. Ist dann natürlich auch wieder Geschmackssache … Ein Mann, der jedoch Wert darauf legt, gut zu riechen, ist für mich schon einmal ein ‚Wäre schön, wenn das wäre‘- Kriterium“, meint Hannah-Lena.

Für Claudia Heise, Ahrensburg, und Hannah-Lena Ruß war das Thema Partnersuche ein erfrischender und willkommener Farbtupfer bei einer Solo&Co-Veranstaltung.