Festival: Das Labyrinth des Lebens | Heike Kruse

Horst Elsner ermöglichte, sich das Labyrinth als christliches Hoffnungssymbol zu erlaufen ...

Horst Elsner, Pastor i.R. aus dem Siegerland, bot das Seminar an: Im Labyrinth des Lebens – von der Verheißung, meinen Weg zu finden. 16 Teilnehmerinnen, ich war eine davon, hatten die Chance, auf einer raumfüllenden Bodenmatte das (christliche) Labyrinth abzu­laufen.

Beim Austausch über die Eindrücke wird deutlich, wie unterschiedlich die Wahrneh­mungen sein können. Zum Beispiel: Unvermittelt stehe ich vor einer Wand; nach einer 180 Grad-Drehung habe ich den Eindruck, denselben Weg wieder zurückzugehen; ich bin so auf den Weg konzentriert, dass mir der Überblick fehlt; erstaunt stelle ich fest, dass ich im Zentrum lande …

Wer mag, darf sich ein zweites Mal auf den Weg machen. Jetzt benötigt die Wegführung nicht mehr ganz so viel Konzentration, so dass Raum für Erinnerungen frei wird bzw. einzelne an bestimmten Stellen an konkrete Lebenssituationen erinnert werden. Kurze Wege oder längere Strecke, auf der es geradeaus geht und schnellere Schritte möglich werden …

Der Unterschied zum Irrgarten ist eindeutig: Im Labyrinth ist der Weg aufgezeichnet, und der „Laufende“ kann alles überblicken. Es gibt nur einen Weg und dieser führt ins Zentrum. Anders im Irrgarten, wo die Hecke die Sicht nimmt und zahlreiche Sackgassen eingebaut sind.

Wir sammelten noch ein paar Assoziationen zum Leben als Christ: das Leben ist nicht vorhersehbar; es gibt nur ein Ziel (Mitte) – das ist Gott … und Bibelstellen, die uns einfielen: Jesus ist der Weg, Psalm 23 …

Wer das Thema für sich vertiefen will, dem empfahl Horst Elsner das Buch von Gernot Candolini „Im Labyrinth sich selbst entdecken“.

Für mich war die Möglichkeit, das Labyrinth selbst ablaufen zu können, besonders spannend, da ich kurz vorher die Beschreibung dieser Übung in dem ersten Band der Reihe „Unterwegs mit dir - Vier Frauen auf einer Glaubensreise“ von Sharon Garlough Brown gelesen hatte. Nun durfte ich die Wegführung erleben und nicht nur gedanklich nachvollziehen.

Bild: Labyrinth der Kathedrale von Chartres von EinDao - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org/w/index.php