epd dokumentiert Fachtag "Singles in der Kirche"

Kategorie: Cooperation


Bei einem ersten Fachtag im September 2019 hat die bayerische Landeskirche das Thema „Single sein in der Kirche“ erstmals in den Fokus genommen. Epd hat alle Referate und Ergebnisse dieser Experimentierwerkstatt in Nürnberg nun dokumentiert, zwei Liturgien für Single-Gottesdienste vervollständigen das Heft.

Soziologe Stephan Baas breitete die bundesweiten Zahlen aus. Sozial-Pädagogin Dorothea Eichhorn erarbeitete mit der Methode der subjektiven Landkarte die Lebensräume von Singles im mittleren Alter. Dabei wurden sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche hör- und sichtbar.  Es wurden Praxisbeispiele vorgestellt, wie das Friedhofs-Cafe in Fürth, das gar kein Trauercafé ist. Zum Abschluss diskutierten Fachexperten, kirchliche Vertreter und Singles auf dem Podium über nächste Schritte. Insgesamt brachte dieser Tag eine Fülle von Ideen.  

Wir haben ein paar Fragen und Anregungen für Pastoren und Kirchengemeinden eingebracht:

  • Prägt eine Atmosphäre der Wertschätzung das Miteinander mit den Singles? Wie leben wir diese zum Beispiel am Muttertag oder am Valentinstag? Gibt es da nur Mitleid, oder entwickeln wir kreative Ideen?
  • Welche Angebote gibt es in den christlichen Gemeinden einer Stadt oder Region für Singles, die nicht mehr junge Erwachsene und noch nicht Senioren sind?
  • Gibt es einen Vertreter der Singles im Kirchenvorstand, dem Kirchgemeinderat oder einem entsprechenden Gremium?
  • Kommen Singles auch mal in unseren Fürbitten vor? Wenn nicht, warum nicht?
  • Nehmen wir die vielfältige und verschiedene Lebenssituation und auch -zufriedenheit von Singles wahr? Begegnen wir ihnen angemessen und nicht nur „billig vertröstend“, „mitleidig von oben herab“, mit guten Ratschlägen oder Gleichgültigkeit? Haben wir die besonderen Herausforderungen dieser Personengruppe im Blick bzw. interessieren wir uns für sie?
  • Wo und wie finden biblische Aussagen über die Ehelosigkeit Raum in der Verkündigung?
  • Wie lässt sich in der Verkündigung eine Dominanz der Lebensperspektive Ehe und Familie vermeiden, die Singles das Gefühl vermitteln könnte: „Ich bin nicht normal“.
  • Welche Lebensperspektiven werden Kindern und Jugendlichen vor Augen gemalt und mit auf den Weg gegeben? Hat das Leben ohne Partnerschaft und Ehe da auch einen Platz?
  • Wie viele (illustrierende) Beispiele gibt es in Predigten und zu anderen Anlässen, die nicht aus Ehe und Familie stammen?
  • Wie reden wir, was geben wir Singles über 30 mit auf den Weg? Welche Fragen stellen wir ihnen? Haben wir eine Sensibilität für „Un-Sätze“ und verletzende Aussagen?
  • Haben wir auch bei glücklichen unverheirateten Menschen das Gefühl, ihnen fehle doch das Entscheidende fürs Glück … und wollen wir ihre Situation um jeden Preis ändern? Warum?

Die gesamte Dokumentation steht im Download-Bereich rechts oben zur Verfügung. Die Print-Ausgabe kann über den Evangelischen Pressedienst Bayern, hdeyerl@epv.de, für 5 Euro inklusive MwSt bestellt werden.