Das Wunder von Kirchheim | Rahel Thomas

Rahel Thomas schaut aufs Festival und ihr erstes Jahr im Vorstand zurück ...

Mein erstes Jahr im Vorstand von EmwAg/­Solo&Co war maßgeblich von Festival-Vorberei­tungen geprägt: Es gab unzählige Mails, Telefon- und Zoom-Konferenzen mit Absprachen und Überlegungen – seit März unter dem Vorbehalt, dass das Festival möglicherweise gar nicht statt­finden könnte. Statt der Sicherheit, alles wegen Corona abzusagen, haben wir uns für die Unsicherheit entschieden, trotz Corona weiter für das Festival zu planen, zu beten und zu hoffen ... Auf diesem gewagten Weg wurden wir von so vielen Wundern überrascht, dass ich im Nachhinein nur staunen kann …

Als Lehrerin hätte ich eigentlich nicht zwei Tage vor den Herbstferien zum Festival anreisen und die Deko übernehmen können, wäre ich nicht plötzlich auf einen Sonderurlaubserlass gestoßen. Er ermöglichte mir aufgrund meiner Aufgaben im Vorstand von EmwAg zwei Tage Sonderurlaub und die rechtzeitige Anreise. Auch beim Besorgen des Deko-Materials erlebte ich mehrmals, wie mir genau der richtige Stoff in der gewünschten Farbe oder das gesuchte Material einfach so in die Hände fiel. Auch reduzierte Blumen im Geschäft oder die letzten Sonnenblumen auf einem Sonnenblumenfeld. Als sich kurz vor der Abreise alle Pflanzen, Blumen, Kürbisse, Schachteln und Taschen, samt Staketenzaun, Gartenstühlen und Staffelei in meinem Hausflur türmten, fragte ich mich, wie all dies in meinen Kleinwagen hineinpassen könnte. Ein Lieferwagen wäre angemessen gewesen! Aber mein 17-jähriger Mitbewohner und die 17-jährige Tochter aus meiner Lebensge­mein­schaft spielten eine Stunde lang Tetris und verstauten auf wundersame Weise das gesamte Dekomaterial in meinem Auto, indem sie selbst um den Ersatzreifen noch kleine Dekotüten herumlegten und mein Auto bis in die letzte Ritze befüllten. Allein hätte ich das nie geschafft!

Auch das Dekorieren der großen Veranstaltungshalle mit Bühne und 20 Tischgruppen, des Infopoints und vieler Seminarräume wäre in den wenigen Stunden allein nicht zu schaffen gewesen. Aber mit einem großartigen Deko-Team und vielen spontanen zusätzlichen Helfern ging das Dekorieren wie im Flug und machte sogar richtig Spaß!

Eine himmlische Verwandlung

Ich hatte vorher kaum gewagt, in diesen Zeiten das Wort Festival auch nur zu denken, sondern von einer Tagung unter strengen Corona-Auflagen geredet. Aber dann erlebte ich die Tage tatsächlich als Festival mit einer Leichtigkeit und freudigen Atmosphäre, die von echter Gemein­schaft und der „Lust am Leben“ geprägt war trotz Corona. In den Kleingruppen an den Tischen entstanden von Tag zu Tag größere Origami-Falt-Landschaften, intensivere Gespräche und Gebetsgemeinschaften. Am Ende gab’s sogar lustige Abschiedsfotos der CO-Gruppen „Tomatenrot“, „Zitronengelb“ und „Himmelblau“. Es war wunderbar und himmlisch, wie Gott die Beschränkung auf zehn Leute in der Gruppe in einen echten CO-Gruppen-Gewinn verwandelte.

Nicht zuletzt das vielleicht größte Wunder: Es ist keine Schreckens­nachricht über einen Corona-Ausbruch durch das Festivals eingetroffen. Ende gut – alles GUT! Das macht wirklich Lust auf Leben!

Bild: privat