Bundesrat meets Familienfeier

Kategorie: Community


Ende Oktober trafen sich etwa 35 Ehrenamtliche aus allen Regionen Deutschlands und der Schweiz mit dem Leitungsteam in Bischofsheim/Rhön, um von­einander zu hören, sich gegenseitig zu ermutigen, aber auch um nach Antworten auf Fragen und Herausforderungen in der eigenen Region zu suchen. Solo&Co ist von jeher Suchbewegung und Lern­gemein­schaft. Etwa zwei Drittel kannten sich aus dem Vorgänger-Gremium Trägerkreis, etwa ein Drittel war neu dabei. Das Forum Regionen ist ein Ergebnis der 2016 begonnen Beratung zur Organisations­ent­wicklung. Ziel ist es, die Regionen und ihre Verantwortlichen zu stärken. Das Format kommt aber auch dem Wunsch vieler Solisten entgegen, über die Region hinaus in Kontakt zu kommen bzw. zu bleiben.

Das Bild oben zeigt ein Stimmungsbild der Lage in den Regionen. Die Einschätzungen der Solisten streuen breit – von eigenem Glück in Gemeinschaft und großer Zufriedenheit über nur einigermaßen befriedigendes Beziehungswachstum und Inspiriertwerden bis hin zu sterbendem Engagement und persönlicher Frustration. Die Regionen im Netzwerk sind sehr unterschiedlich aufgestellt, was Größe, Struktur und Formate angeht. In NRW gibt es bereits sechs Regionen, in manch östlichem Bundes­land nur einzelne Versprengte, die noch zu keinem Zusammenhalt gefunden haben.

Diana Haufe sensibilisierte anhand eines Fragenbogens für knifflige Fragen des Datenschutzes im Netzwerk und beriet anschließend einzelne. Astrid stellte die Kampagne „Dinner for One&Co“ vor, eine landesweite Aktion am „Ehrentag für Singles“ am 15. Februar 2020 (siehe eigener Beitrag). Frauke Bielefeldt skizzierte Formen von Gemeinschaft mit ihrem je eigenen Maß an Verbindlichkeit anhand des „Hauses“, seiner Räume und Etagen (siehe Mitarbeiter-Handbuch, Seite 19); Astrid führt das im ‚Compass‘ dieses Newsletters aus. Birgit Scharmann, Karin Kreienkamp, Claudia Heise, Sabine Lente und Andreas Hoffmann erzählten von ihren Erfahrungen mit den „Vier Sonntagen“ und dem Koordina­tenkreuz daraus, der „Begrüßung des Sonntags“ und reiner Freizeit-Gruppe.

Diskutiert wurden Fragen wie: Kann man es Teilnehmenden leicht machen, sich einzubringen? Welche Sorgen haben wir, wenn wir Bitten oder Pflichten an sie herantragen? Welches Verhalten wünschen wir uns von Teilnehmenden? Gast-Referentin Christiane Radecki plädierte für mehr Koordination statt Leitung, eine Beziehungsgestaltung auf Augenhöhe und eine frühzeitige Klärung von Erwartungen und der Chance auf Erfüllung sowie der Anforderungen an Teilnehmende. Die besondere DNA von Solo&Co wird nicht allein durch Information und Regeln gestärkt, sondern durch Gemeinschaft in der Leitung vorgelebt, daran erinnerte Astrid. Die Frage sei also: Mit wem kann ich mich verbinden in der Leitungsaufgabe? Frauke Bielefeldt und Claudia Heise, die seit geraumer Zeit erste Erfahrungen im Nord-Support sammeln, verteilten einen Fragenbogen, der sich dazu eignet, in den Regionalteams Licht und Schatten, Potentiale und Defizite zu identifizieren und zu bearbeiten.

Zwischen vielen inhaltlichen Impulsen war auch Raum zur persönlichen Begegnung beim Spaziergang durch den Herbstwald oder beim Glas Wein am Abend, war Gelegenheit nach dem persönlichen Woher und Wohin zu fragen, einen neuen Kontakt zu knüpfen oder einen alten zu beleben. Auch die Spielfreudigen kamen nicht zu kurz. Familienfeier-Stimmung eben.

Wer bislang noch nicht wusste, welchen Reichtum an Reflexion und Material das noch fast neue Handbuch für Mitarbeitende enthält, der hat nach dieser Tagung mindestens eine Ahnung. Es wurde immer wieder zitiert bzw. zum Nachlesen und Vertiefen darauf verwiesen. Es kann in der Geschäftsstelle angefordert werden.

Wem am Ende der Kopf schwirrte oder gar bang war angesichts der vor ihm liegenden Aufgaben, dem sprang Astrid Eichler am Sonntag durch eine tröstliche Predigt über Markus 4, Vers 23 zur Seite: Das Reich Gottes wird nicht gebaut, sondern wächst. Das Gleichnis vom Senfkorn entlastet alle von der Bürde zu großer Verantwortlichkeit. Gott sagt: Du bist nicht Bauarbeiterin, sondern Gärtnerin – in seiner ganzen Unberechenbarkeit, räumte sie ein. Gelegentlich wächst auch Unkraut. Mit einem Abendmahl innerhalb der Regionen und einer gemeinsamen Gebetszeit schloss das Forum Regionen ab. Das nächste Forum Regionen findet vom 5.-7. Juni 2020 in Herbstein statt.