Adieu Judith Schmidt | Patricia

Kategorie: Community


Unserem Netzwerk war Judith von allem Beginn an eng verbunden. Viele von uns kennen sie aus inspirierenden Gemeinschafts­wochenenden und persönlicher Begegnung – auch bei Netzwerktreffen. Viele haben die Gemeinschaftsbauerin und ihre Art, Zeugnis abzulegen, geschätzt. Deshalb wollen wir ihr hier im Newsletter ein letztes dankbares Adieu nachrufen.

Judith hatte ihren geistlichen Weg, der sie schließlich in die Gemeinschaft Lebensräume führte, schriftlich niedergelegt. Die Zitate stammen aus Judiths Notaten. Zunächst lebte und arbeitete sie als Erzieherin im SOS Kinderdorf in Immenreuth, dann zwei Jahre als Diakonisse im Diakonissen­mutterhaus Puschendorf. In der Probezeit dort spürte sie, wie unmöglich es für sie war, die „althergebrachten Strukturen und Traditionen der Lebensgemeinschaft mit einem aktuellen Leben zu verknüpfen“. In Altenkirchen, beim Missionswerk Sportler sucht Sportler, lernte sie schließlich Gerda St. kennen. Aus ihr und Gerda St. wurde ein Gespann, das sich – in aller Unterschiedlichkeit – gegenseitig befruchtete und daran machte, die Vision einer Lebens- und Dienstgemeinschaft ins Werk zu setzen. „Sein Weg mit mir ging erneut in eine Lebens­gemeinschaft, da Gott wusste, dass ich das Alleinsein nicht gut vertrage. Mein Einstieg bei Lebensräume e.V. ist geprägt von dem Erleben von Gottes Handeln und Gottes Versorgung“. Astrid Eichler hat zum zehnjährigen Bestehen im letzten Sommer das Charakteristische der  Lebensgemeinschaft Visselhövede beschrieben und herausdestilliert, wie Gemeinschaft gelingen kann. Der Dienst im örtlichen Kindergarten und die Aufbauarbeit in der Lebensgemeinschaft füllten Judiths Tage und machten ihr Leben reich.

Schon früh, als sie noch Kind war, hatte sich gezeigt, dass sie diejenige war, die andere schob und zog und ihnen half, wenn es darum ging, über einen Zaun zu klettern. Judith war ein Mensch der Tat. Sie wollte mit ihrem Leben Jesus Christus ehren. Es war manchmal auch ein Kampf, seinen Willen zu tun, ihm treu zu sein ohne leere Worte. Ihr Leben bezeugt das an vielen Stellen. Das war manchmal auch herausfordernd – für sie wie für ihre Weggefährten. Judiths Notizen enden mit dem Satz: „Unser persönlicher Glaube ist hier täglich und ständig herausgefordert, da wir Täter des Wortes sind und nicht allein Hörer.“ Ihre Notizen sind ein bewegendes Dokument eines Lebens im Vertrauen auf Gottes Treue – auch in schwierigen Lebensphasen und gegen Widerstände.

Ihr plötzlicher Tod ist für alle, die sie kannten, schmerzhaft und unfassbar. Er ist für uns Singles auch Anlass, uns mit der Vorsorge für den Tod zu beschäftigen. Die Bibel mahnt uns in Psalm 90, Vers 12: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Wir werden dies Thema in den nächsten Newslettern entfalten.

Am 11. März wurde Judith in Visselhövede beigesetzt. Für die, die bei der Trauerfeier nicht dabei sein konnten, dokumentieren wir im Download des Blog Astrid Eichlers Ansprache bei der Trauerfeier.