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Newsletter Oktober 2021

Guten Tag,
„Ich schaff’ das schon! Ich schaff’ das schon! Ich schaff’ das ganz alleine!“
So lautet das trotzigmutige Motto vieler Singles, das sich manch eine oder
manch einer im Laufe ihres oder seines Single-Lebens angeeignet hat...
Mir zumindest geht es oft so, und ich ertappe mich immer mal wieder dabei,
dass ich partout Dinge ganz alleine schaffen will und mir nicht helfen lasse.
Ich bin es einfach so gewohnt, in meinem Alltag so vieles alleine auf die Reihe
kriegen zu müssen...
Dabei kann es doch so wohltuend sein, sich mal helfen zu lassen, selbst wenn
ich es alleine auch irgendwie schaffen würde – nur eben mit viel mehr Mühe
und Anstrengung! Wenn ich mir einfach mal helfen lasse und es vielleicht
sogar genießen lerne, dass mich jemand sieht und mir vielleicht sogar gerne
helfen möchte...
Ich durfte in dieser Hinsicht in den vergangenen Wochen ganz neue Lernerfahrungen machen: Just auf dem Weg
zum Wanderurlaub habe ich mir dummerweise die Kniescheibe gebrochen, weil ich unnötigerweise über die
Schnürbänder meiner Wanderschuhe auf dem Weg zum Zug gestolpert bin. Völlig unnötig ... oder vielleicht doch
nicht?
Ohne meine Orthese „Modell Holzbein“, die mich vier Wochen lang völlig lahmgelegt hat, hätte ich wohl kaum
die Erfahrung gemacht, wie es ist, plötzlich so abhängig von der Hilfe meiner Mitmenschen zu sein. Wie unge-
wohnt es sich anfühlt, sich im Rollstuhl durch die Gegend fahren zu lassen, Einkaufslisten zu schreiben, nach
denen jemand für mich einkauft, mein Haus putzen zu lassen, mich auf Händen eine Treppe von zwei starken
Männern hinuntertragen zu lassen oder mein halbes Haus für zum Renovieren von fremden Händen ausräu-
men und wieder einräumen zu lassen.
So viel geballte Aufmerksamkeit und Fürsorge habe ich – gefühlt – noch nie in meinem Leben erlebt! Und in aller
Fürsorge von lieben Menschen spüre ich zugleich Gottes liebevolle Fürsorge und Zuwendung, der für mich sorgt,
wenn ich es gerade selbst nicht kann...
Meine Erkenntnis aus den vergangenen acht Wochen: Ich muss nicht alles alleine schaffen – gerade als Single
darf ich mir gerne helfen lassen und es vielleicht sogar ein bisschen genießen, wenn sich jemand um mich küm-
mert!
Herzliche Grüße aus dem hohen Norden von
Rahel Thomas (2. Vorsitzende EmwAg e.V.), Ritterhude
(...die trotz aller Lernerkenntnis ihre zunehmende Unabhängigkeit wieder sehr genießt...)

Netzwerk - Community
MEHR-GENERATIONEN VON U40 BIS 60PLUS
Gerade waren wir zum Themen-Wochenende in Naundorf in Sachsen zusam-
men. Das besondere bei den Teilnehmenden: Es gab jeweils fast gleich große
Gruppen unter 40, zwischen 40 und 50, zwischen 50 und 60 und über 60. Ist
es ein Trend, dass sich auch jüngere Singles nach Gemeinschaft und Vernet-
zung sehnen?
Klar ist: Wir gehören zusammen! Das kann beide bereichern, die Jüngeren
wie die Älteren. Auch klar ist: Jede Altersgruppe hat ihre eigenen Themen und
Herausforderungen, auf die wir eingehen müssen und wollen.
Unter 40 geht es auch um Kinderwunsch, Torschlusspanik und die Karriere.
Für einen Single mit 50plus steht die Frage im Raum: Wie kommt mein Leben
in eine gute Balance? Und man fängt an darüber nachzudenken: Mit wem
kann ich alt werden?
Für die jüngeren U45 gab es gerade im September ein gutes Angebot für Frauen – siehe Beitrag „Plötzlich 40 –
und dann“ im BLOG. Wir haben die Hoffnung, dass wir dieses Angebot auch im nächsten Jahr machen können.
Habt ihr Ideen für Singles U45?
Für 60plus gibt es zurzeit eine kleine Spurgruppe, die Mittäter sucht. Wir merken, welche Fülle an Fragen sich
auftut und wie viele Ideen entwickelt werden könnten. Interessiert? Dann sind die 60 PLUS – WERKSTATT-TAGE
vom 16. bis 18. Mai 2022 das Richtige.
Gesucht werden Vordenker und Wegbereiter, die das Älter werden aktiv angehen und sich von den Herausfor-
derungen nicht einfach überraschen lassen wollen. Bei Solo&Co wollen wir angstfrei über das Älter werden spre-
chen, Tabus durchbrechen und praktische Schritte gehen.        
Astrid Eichler, Leitung der Geschäftsstelle
Netzwerk - Community
PLÖTZLICH 40 – UND DANN?
Mit 30 oder 40 bestimmen uns andere Themen als mit 50 oder 60 Jahren. Speziell
für Singlefrauen um die 40 gab es also in der Ferienstätte Dorfweil ein besonderes
Wochenende – bewusst klein und intim gehalten, um Fragen beispielsweise nach
Kinderwunsch, biologischer Uhr und mehr nachzuspüren.
„Wir haben dieses Wochenende lange vorbereitet, so dass das Team gut zusam-
mengewachsen ist und sich die jüngeren Mitarbeiterinnen einbringen konnten“,
sagt Rahel Thomas, 2. Vorsitzende von EmwAg. e.V.
15 fitte, selbstbewusste Frauen, die mitten im Leben stehen und im Beruf heraus-
gefordert werden, erlebten eine fröhliche, lebendige Atmosphäre. Ergänzend zu
den Impulsen zu verschiedenen Lebensphasen, Infos über die aktuelle Singlestu-
die, die Single-Situation in Gemeinden und Frauen in der Bibel erklärte beispiels-
weise eine Ärztin die Zusammenhänge rund um die biologische Uhr. Außerdem
gab es Workshops mit israelischen Tänzen, zu verschiedenen Gemeinschaftsformen, Kalligrafie und einen ansprechen-
den Gottesdienst am Sonntag mit Abendmahl und Segen.
„Bei einer Wanderung war Zeit für Reflexion und Gespräche. Und die Talkrunde mit aktuellen Fragen wurde sehr per-
sönlich“, erinnert sich Rahel Thomas. Dieses Wochenende machte Lust auf mehr, und so hat das Team für 2022 eine
Folgeveranstaltung ins Auge gefasst.                                 Walter Lutz, Haiger
BITTE unterstütze Solo&Co durch eine einmalige oder eine Dauer-Spende. EmwAg e.V. ist als gemeinnützig anerkannt
und kann Spendenbelege ausstellen, die, falls nicht anders gewünscht, jährlich ausgestellt und zugesandt werden.
Bankverbindung: EmwAg e.V. |IBAN DE21 520604 10000 3909115 |BIC GENODEF1EK1 |Evangelische Bank
Impressum: Solo&Co ist ein Arbeitszweig von EmwAg e.V.
Thomastr. 4 | 14624 Dallgow-Döberitz | 03322-439225 | info@soloundco.netNetzwerk - CommunityNEWSLETTER Oktober 2021
Guten Tag,
„Ich schaff’ das schon! Ich schaff’ das schon! Ich schaff’ das ganz alleine!“
So lautet das trotzigmutige Motto vieler Singles, das sich manch eine oder
manch einer im Laufe ihres oder seines Single-Lebens angeeignet hat...
Mir zumindest geht es oft so, und ich ertappe mich immer mal wieder dabei,
dass ich partout Dinge ganz alleine schaffen will und mir nicht helfen lasse.
Ich bin es einfach so gewohnt, in meinem Alltag so vieles alleine auf die Reihe
kriegen zu müssen...
Dabei kann es doch so wohltuend sein, sich mal helfen zu lassen, selbst wenn
ich es alleine auch irgendwie schaffen würde – nur eben mit viel mehr Mühe
und Anstrengung! Wenn ich mir einfach mal helfen lasse und es vielleicht
sogar genießen lerne, dass mich jemand sieht und mir vielleicht sogar gerne
helfen möchte...
Ich durfte in dieser Hinsicht in den vergangenen Wochen ganz neue Lernerfahrungen machen: Just auf dem Weg
zum Wanderurlaub habe ich mir dummerweise die Kniescheibe gebrochen, weil ich unnötigerweise über die
Schnürbänder meiner Wanderschuhe auf dem Weg zum Zug gestolpert bin. Völlig unnötig ... oder vielleicht doch
nicht?
Ohne meine Orthese „Modell Holzbein“, die mich vier Wochen lang völlig lahmgelegt hat, hätte ich wohl kaum
die Erfahrung gemacht, wie es ist, plötzlich so abhängig von der Hilfe meiner Mitmenschen zu sein. Wie unge-
wohnt es sich anfühlt, sich im Rollstuhl durch die Gegend fahren zu lassen, Einkaufslisten zu schreiben, nach
denen jemand für mich einkauft, mein Haus putzen zu lassen, mich auf Händen eine Treppe von zwei starken
Männern hinuntertragen zu lassen oder mein halbes Haus für zum Renovieren von fremden Händen ausräu-
men und wieder einräumen zu lassen.
So viel geballte Aufmerksamkeit und Fürsorge habe ich – gefühlt – noch nie in meinem Leben erlebt! Und in aller
Fürsorge von lieben Menschen spüre ich zugleich Gottes liebevolle Fürsorge und Zuwendung, der für mich sorgt,
wenn ich es gerade selbst nicht kann...
Meine Erkenntnis aus den vergangenen acht Wochen: Ich muss nicht alles alleine schaffen – gerade als Single
darf ich mir gerne helfen lassen und es vielleicht sogar ein bisschen genießen, wenn sich jemand um mich küm-
mert!
Herzliche Grüße aus dem hohen Norden von
Rahel Thomas (2. Vorsitzende EmwAg e.V.), Ritterhude
(...die trotz aller Lernerkenntnis ihre zunehmende Unabhängigkeit wieder sehr genießt...)Netzwerk - Community
MEHR-GENERATIONEN VON U40 BIS 60PLUS
Gerade waren wir zum Themen-Wochenende in Naundorf in Sachsen zusam-
men. Das besondere bei den Teilnehmenden: Es gab jeweils fast gleich große
Gruppen unter 40, zwischen 40 und 50, zwischen 50 und 60 und über 60. Ist
es ein Trend, dass sich auch jüngere Singles nach Gemeinschaft und Vernet-
zung sehnen?
Klar ist: Wir gehören zusammen! Das kann beide bereichern, die Jüngeren
wie die Älteren. Auch klar ist: Jede Altersgruppe hat ihre eigenen Themen und
Herausforderungen, auf die wir eingehen müssen und wollen.
Unter 40 geht es auch um Kinderwunsch, Torschlusspanik und die Karriere.
Für einen Single mit 50plus steht die Frage im Raum: Wie kommt mein Leben
in eine gute Balance? Und man fängt an darüber nachzudenken: Mit wem
kann ich alt werden?
Für die jüngeren U45 gab es gerade im September ein gutes Angebot für Frauen – siehe Beitrag „Plötzlich 40 –
und dann“ im BLOG. Wir haben die Hoffnung, dass wir dieses Angebot auch im nächsten Jahr machen können.
Habt ihr Ideen für Singles U45?
Für 60plus gibt es zurzeit eine kleine Spurgruppe, die Mittäter sucht. Wir merken, welche Fülle an Fragen sich
auftut und wie viele Ideen entwickelt werden könnten. Interessiert? Dann sind die 60 PLUS – WERKSTATT-TAGE
vom 16. bis 18. Mai 2022 das Richtige.
Gesucht werden Vordenker und Wegbereiter, die das Älter werden aktiv angehen und sich von den Herausfor-
derungen nicht einfach überraschen lassen wollen. Bei Solo&Co wollen wir angstfrei über das Älter werden spre-
chen, Tabus durchbrechen und praktische Schritte gehen.        
Astrid Eichler, Leitung der Geschäftsstelle
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PLÖTZLICH 40 – UND DANN?
Mit 30 oder 40 bestimmen uns andere Themen als mit 50 oder 60 Jahren. Speziell
für Singlefrauen um die 40 gab es also in der Ferienstätte Dorfweil ein besonderes
Wochenende – bewusst klein und intim gehalten, um Fragen beispielsweise nach
Kinderwunsch, biologischer Uhr und mehr nachzuspüren.
„Wir haben dieses Wochenende lange vorbereitet, so dass das Team gut zusam-
mengewachsen ist und sich die jüngeren Mitarbeiterinnen einbringen konnten“,
sagt Rahel Thomas, 2. Vorsitzende von EmwAg. e.V.
15 fitte, selbstbewusste Frauen, die mitten im Leben stehen und im Beruf heraus-
gefordert werden, erlebten eine fröhliche, lebendige Atmosphäre. Ergänzend zu
den Impulsen zu verschiedenen Lebensphasen, Infos über die aktuelle Singlestu-
die, die Single-Situation in Gemeinden und Frauen in der Bibel erklärte beispiels-
weise eine Ärztin die Zusammenhänge rund um die biologische Uhr. Außerdem
gab es Workshops mit israelischen Tänzen, zu verschiedenen Gemeinschaftsformen, Kalligrafie und einen ansprechen-
den Gottesdienst am Sonntag mit Abendmahl und Segen.
„Bei einer Wanderung war Zeit für Reflexion und Gespräche. Und die Talkrunde mit aktuellen Fragen wurde sehr per-
sönlich“, erinnert sich Rahel Thomas. Dieses Wochenende machte Lust auf mehr, und so hat das Team für 2022 eine
Folgeveranstaltung ins Auge gefasst.                                 Walter Lutz, Haiger
BITTE unterstütze Solo&Co durch eine einmalige oder eine Dauer-Spende. EmwAg e.V. ist als gemeinnützig anerkannt
und kann Spendenbelege ausstellen, die, falls nicht anders gewünscht, jährlich ausgestellt und zugesandt werden.
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Thomastr. 4 | 14624 Dallgow-Döberitz | 03322-439225 | info@soloundco.netNetzwerk - Community
SÜDSUDAN IM HERZEN -
DANKBAR IN DEUTSCHLAND
Sind es wirklich schon über 5 Jahre her, seitdem ich zurück bin aus dem Süd-
sudan? Eine Nation, die es noch gar nicht gab, als ich vor 23 Jahren das erste
Mal dort landete, „...im Land jenseits der Ströme von Kusch, ein Volk, das
hochgewachsen und glatt ist, das schrecklicher ist als sonst irgendeins“ (Je-
saja 18,1).ausbilden lassen, das könnte bei der Sache helfen. Aber vor allem
bringe ich 21 Jahre Erfahrung in vielfältiger Singlearbeit mit, habe noch länger
das Thema Gemeinschaft auf dem Herzen und liebe es, zu vernetzen.
Dorfgesundheitsarbeit und Gemeindearbeit, Ausbildung von Gesundheitshel-
fern und Begleitung waren meine Aufgaben, teils im internationalen Team,
die letzten Jahre „allein” mit den Südsudanesen. Viele Jahre hatte Gott mich
auf diesen Einsatz „auf einem anderen Stern“ liebevoll vorbereitet. Rück-
blickend kann ich manchmal selber nicht glauben, wie wir in dem Bürger-
kriegsgeplagten Land unseren Alltag verbracht haben. Meine südsudanesischen Kollegen und Freunde waren
dabei noch mehr in Gefahr als ich. Die Sicherheitslage (lokale Angriffe, unzählige Waffen), die Versorgung (kaum
Lebensmittel, Diesel knapp), Dürre, Flut (Hütten und Straßen unter Wasser), Hitze rund um die Uhr (also mög-
lichst draußen schlafen), Schlangen, Skorpione,...
Mittendrin Alltag. Das morgendliche Gebet der Mitarbeiter: „Thank you Lord, for the gift of Life” war echt, eben-
so unser englisches Lieblingslied: „Because He lives I can face tomorrow, ...all fear is gone...”. Gottes Gegenwart
war spürbar, auch in den vielen schönen Momenten. Abends gab es immer Grund zu danken.
Zurück in die Zukunft
Meine Rückkehr nach Deutschland zeichnete sich mit Mutters zunehmender Schwäche ab und ich bin dankbar,
dass ich sie im Alter unterstützen kann. So ging ich auch mit dem Segen meiner südsudanesischen Freunde
zurück.
„Re-entry“ ist in der Regel ein langer Prozess und verläuft meist eher holprig. Sowohl man selber als auch die
eigene Kultur haben sich weiter entwickelt. Das sorgt oft für Überraschungen, teils Befremden, teils Verlust.
Auf meinem Facebook-Profil und Fotos lebe und arbeite ich immer noch im Busch – das sollte ich längst aktu-
alisieren. Auch hat es lange gedauert, bis ich wieder meine deutsche Bibel hergenommen habe. Meine große
Weltkarte über dem Schreibtisch bleibt. Sie ist nicht hübsch und der Südsudan nachträglich eingezeichnet (mit
10 Jahren die jüngste Nation, mit einer verheerenden Bilanz).
Anders als bei manchen Rückkehrer-Freunden lief es bei mir leicht. Ich kam zurück in mein schönes Zimmer an
der Ostsee, hatte ein Auto, konnte eine nahe Gemeinde finden, fand schnell
Arbeit – und ein paar wertvolle neue Freundschaften entstanden. Danke,
Herr!
10.000 Gründe dankbar zu sein
Mein Grundgefühl ist eine Dauerdankbarkeit im Herzen: asphaltierte Stra-
ßen, sogar ohne Löcher oder Barrikaden; bedenkenlos unterwegs sein, sogar
im Dunkeln; Polizei, die kommt und hilft, wenn man sie ruft (sie hat Benzin im
Tank, muss nicht bezahlt werden). Die Bank hat immer Geld; nur ein Zierzaun
ums Haus, keine Kinder gucken stundenlang durch die Latten; Telefon geht;
sauberes Trinkwasser läuft immer; die Regale sind voll – immer. Ich habe
einen Kühlschrank; Quark zum Frühstück; ich kann hemmungslos draußen
essen (tut man nicht, wo viele Menschen hungrig unterwegs sind). Das Kran-
kenhaus hat immer geöffnet, ich muss nicht erst bezahlen, und auch keine
Handschuhe oder Medis mitbringen, Personal ist immer im Dienst. Es gibt
BITTE unterstütze Solo&Co durch eine einmalige oder eine Dauer-Spende. EmwAg e.V. ist als gemeinnützig anerkannt
und kann Spendenbelege ausstellen, die, falls nicht anders gewünscht, jährlich ausgestellt und zugesandt werden.
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Thomastr. 4 | 14624 Dallgow-Döberitz | 03322-439225 | info@soloundco.netüberall Auskünfte und Infos; ich darf heiraten, wen ich will – muss aber nicht; ich plane mein Leben eigenständig
und muss nicht meine Verwandten versorgen, weil ich einen Job habe; keine Ausgangssperre während der Wah-
len; wunderschöne, abwechslungsreiche Jahreszeiten,...
Alles, was sich meine südsudanesischen Freunde in ihren kühnsten Träumen vorstellen, habe ich hier – JEDEN
TAG!
„Wie war es in Afrika? Sehnst Du Dich manchmal zurück?” werde ich gefragt. Ja, ich denke viel an die Menschen
und Freunde, die ich zurückgelassen habe und die im „Dauer-survival modus“ leben. Die erlebte Verbundenheit
mittendrin ist ein ganz besonderer Schatz, den man auch nur schwer kommunizieren kann. Er spornt an zur Für-
bitte und zur Dauerdankbarkeit im Herzen. Ich bleibe mit Gott im Gespräch, und wenn es sein kann, wird er zur
rechten Zeit wieder eine Tür öffnen zu den Menschen jenseits der Ströme von Kusch, deren Leben und Sehnen
ich teilen durfte.                                
Nicola Limburger, (Kellenhusen)
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DIE „ANDERSBEGABTEN“ - ECHT AKTIV
Wir sind eine bunte Gruppe von Singles, die mit den Herausforderungen der
unterschiedlichsten Handicaps ihr Leben gestalten. Vor allem sind es körper-
liche Einschränkungen, aber auch Beeinträchtigungen durch Depression o.ä.,
mit denen wir zu kämpfen haben.
Wir kennen die Gleichung „Single + Handicap = Herausforderung“ aus eige-
nem Erleben und gehen bewusst damit um: Wir wollen, dass unser Leben
nicht um unser Handicap kreist, sondern um Jesus Christus. Wir wollen unser
Leben mit anderen teilen und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gegen-
seitig unterstützen. Dazu gehören unregelmäßig versandte Rundmails und
monatliche Zoom-Treffen.
Wer Interesse an unserer Gruppe hat, meldet sich bitte mit einer E-Mail an:
andersbegabte@gmail.com
Wir kommen gerne mit dir ins Gespräch!                
Die Initiatorinnen: Jessica und Marcella
Serie Einsamkeit
KEINE KONTAKTE UND DIE FOLGEN
In unserer Reihe über Einsamkeit schreibt Irene-Widmer-Huber im 3. Teil über die Folgen.
„Seit Corona könnte ich mich als telefonische Beraterin anstellen lassen“, sagt Irene Widmer-Huber von der
Fachstelle Gemeinschaft. Aus dem, was davor gut in der Freizeit zu bewältigen war, ist mittlerweile eine ernst-
hafte Aufgabe geworden. Hier einige aktuelle Beispiele (*Namen sind geändert):
Vorgestern war es wieder so weit: „Grüezi Frau Müller*, ich habe ihre Nachricht auf dem Telefonbeantworter
gehört. Sie haben mich gesucht?“ „Ja, Frau Widmer, ich bin viel zu viel allein,“ platzte es ohne Umschweife aus ihr
heraus. Und dann begann sie zu erzählen: Von ihrem Mann, der gestorben ist. Von erwachsenen Kindern, die
weggezogen sind. Von ihrer Pensionierung, dem Leben mit gewissen körperlichen Beschwerden. Wie sie Kon-
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wo es so schön – aber leider für sie auf die Dauer viel zu teuer war. Ob sie
vielleicht bei uns wohnen könne? Leider, so versuchte ich ihr zu erklären, sei
unser Gemeinschaftshaus voll besetzt. Wir suchten im Internet gemeinsam
nach Alternativen und ich konnte sie – nach geschlagenen 1,5 Stunden am
Telefon! – mit einer weiterführenden Telefonnummer verabschieden.
Gestern war mein offener Mittagstisch in unserer Lebensgemeinschaft. Wir
saßen zu Elft um unseren grossen Stubentisch bei offenem Fenster. Das Es-
sen war gut und die Stimmung auch. Eine buntgemischte Schar: einzelne Mit-
wohnende, eine befreundete Familie und mitten unter ihnen eine Handvoll
jener Menschen, die dankbar unseren Moment des Miteinanders annehmen.
Und heute? Heute konnte ich Herrn Mayer* eine Telefonnummer für ein
Wohnen in Gemeinschaft weitergeben. Ihm habe ich erst vor kurzem wegen
einer Wohnung absagen müssen. Er war so bitter enttäuscht. Und Frau Mül-
ler hat mich nochmals zu erreichen versucht: Wird denn nichts frei bei uns?
Nein. Auch das nicht. Leider nein.
Und um ganz ehrlich zu sein: wir wären mit Frau Müller wohl auch überfor-
dert. Die vielen einsamen Stunden haben sie sehr geprägt. Oder wie sonst
lässt es sich erklären, dass sie mir, einer wildfremden Person, das Herz aus-
geschüttet hat? Über 90 Minuten und trotz mehreren Versuchen von mir, das
Gespräch abzukürzen oder gut zu beenden?
Gesund leben lernen und bewusst Beziehungsfähigkeit trainieren
Was ich seit langem predige und im Kopf schon immer wusste, ist in meinem
Alltag dringlichste und bittere Realität geworden: Es ist nicht gut – es ist wirk-
lich nicht gut, wenn der Mensch allein bleibt. Die Gefahr ist zu gross, dass wir
krank, elend und allein in unserer Wohnung enden – und einer wildfremden
Person unser Herz ausschütten. Einfach, weil es niemanden sonst mehr gibt.
Eigentlich ist unsere Gesellschaft ja gesundheitsbewusst geworden: Wir investieren Geld in unser Fitnessabon-
nement, wir essen gesund, vielleicht vegetarisch oder vegan. Wir bewegen uns, schauen mit kritischem Blick auf
die Waage und diskutieren unsere Work-Life-Balance.
Was aber ist mit unseren sozialen Kontakten, mit unseren Freundschaften, mit den Treffen von Solo&Co, mit
unserer Wohnform? Ist es vielleicht gerade das, was wir letztlich als „zuviel“ aus unserem Terminkalender
streichen? Zögern wir vielleicht gerade da, uns verbindlich festzulegen? Geben wir auf, weil wir die menschliche
Spezies so mühsam finden? Und begreifen nicht, dass wir dabei sind, unsere persönliche Beziehungsfähigkeit zu
vernachlässigen.
Mir erscheint das alles höchst ungesund: Beziehungsfähigkeit geschieht nicht einfach so. Sie braucht Training.
Sie wächst in den Schwierigkeiten, in Konflikten, im gelebten Alltag mit Menschen. Scheint es uns zu kompliziert?
Entschuldigen wir uns mit schlechten Erfahrungen und sitzen lieber zuhause am Computer?
Da wäre vielleicht einmal ganz selbstkritisch zu fragen: Geben wir denn das gesunde Wandern auch nur deshalb
auf, weil uns einmal Kälte und Regen erwischte? Wohl kaum. Und so ist es auch mit unserer „Beziehungsfitness“:
Damit wir gesund bleiben - psychisch, physisch, geistlich - wagen wir das tägliche Training, öffnen wir unsere
Stuben, organisieren einen Spielenachmittag, kochen gemeinsam (Bild), gehen zusammen wandern. Vielleicht
schon nächstes Wochenende durch einen schönen Herbstwald...!        
Irene Widmer-Huber, Schweiz
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PERSÖNLICH REIFEN – SO KANN’S GEHEN!
Gemeinsam mit meiner Freundin Birgit lese ich das Buch „Die Kunst des
reifen Handelns“ von Thomas Härry vom SCM Verlag. Es geht um persön-
liches und geistliches Wachstum. Es ist ein gutes Buch, um miteinander ins
Gespräch zu kommen, da am Ende jeden Kapitels Ideen „Zur Vertiefung“ ge-
geben werden.
Der Schweizer Autor zeigt fundiert und praxisnah den Weg zu einer gefestig-
ten, reifen Persönlichkeit, die in sich ruht, mit anderen liebevoll und fair um-
geht, aber dabei dennoch klare Vorstellungen und Ziele hat. Thomas Härry
bezieht ein, was die Bibel dazu zu sagen hat. Die Psychologie ist ebenso an
Bord. Er benutzt Beispielgeschichten, um seine Ausführungen zu erklären.
16 Kapitel voller Fragen und Ideen:
Wie entsteht eine solche Persönlichkeit?
Welche Rolle kann dabei der Glaube spielen?
Was bedeutet Reife?
Und was hat Verantwortung damit zu tun?
Im zweiten Teil des Buchs geht es um das reife Handeln im Alltag zu den Themen wie:
Verfügbar sein – sich abgrenzen
Konflikte vermeiden – zulassen
Unabhängig oder eingebunden sein
Stärke zeigen – verletzlich sein
Probleme lösen – Ungelöstes aushalten
Also Themen, die uns als Singles (besonders) betreffen. Ich kann das Buch sehr empfehlen für Freundschaften,
Hauskreise oder Gemeinschaften, um sich näher kennenzulernen, über Vorstellungen und Werte ins Gespräch
zu kommen, sich selber zu reflektieren und bei guten Beziehungen ehrliche und liebevolle Rückmeldungen zu
bekommen.
Ein Buch, das auch Älteren einiges im Leben verständlicher machen kann und viele Anregungen zum eigenen
Handeln bietet.                                    
Monika Junker, Leopoldshöhe
Die Kunst des reifen Handelns
Thomas Härry
SCM-Verlag - ISBN 9783417268348
256 Seiten - verfügbar als Buch, E-Book und Hörbuch - 19,99 €
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ALS SOLIST/IN ALLEIN AUF WEITER FLUR...?
In einigen Regionen ist so richtig viel los für Singles: Offene und geschlossene Treffen, Stammtische, WhatsApp-
Gruppen für Unternehmungen und vieles andere mehr. Manchmal gibt es als Highlight sogar einen Regionaltag,
an dem die Solisten eines ganzen Bundeslandes und darüber hinaus zusammenkommen. So wie am 13. No-
vember in Dortmund, wo unter dem Titel „Die verflixte Sache mit der Gemeinschaft“ alle Nordrhein-Westfalen,
-Westfälinnen und Angrenzende eingeladen sind – da geht jedem Netzwerker das Herz auf!
Was nun, wenn man als Single grundsätzlich an Solo&Co interessiert ist oder sich durch den Besuch von größe-
ren Veranstaltungen (Festival, ON TOUR, Themen-Wochenenden, Urlauben) bereits irgendwie zugehörig fühlt,
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Thomastr. 4 | 14624 Dallgow-Döberitz | 03322-439225 | info@soloundco.netaber es in der eigenen Region weit und breit keine Treffen gibt? Da „Trübsal
blasen“ ausscheidet, möchte ich euch hier zwei Möglichkeiten ans Herz legen:
Wir machen inzwischen einige Online-Angebote ganz verschiedener Art, an
denen man von jedem Winkel der Welt aus teilhaben kann. Einige sind auf
der Website öffentlich ausgeschrieben, zu anderen werden alle eingeladen,
die in unserer Datenbank registriert sind. Das ist nicht dasselbe wie ein ech-
tes Treffen, aber trotzdem erstaunlich gemeinschaftsstiftend!
Und dann gibt es ja tatsächlich Singles, die Lust haben, ein neues kleines Tref-
fen in ihrem Ort anzufangen. Die können uns gerne kontaktieren für Start-
Ideen, Unterstützung und Begleitung. Wir können euch auch helfen, weitere
Interessierte in eurer Region zu finden – das ist der Vorteil eines Netzwerkes.
Nur Mut!
Ein Beispiel für ein aktuelles Start-Up: In Mecklenburg-Vorpommern war
unser Netzwerk bisher noch nicht in Form von Gruppen oder Veranstaltungen vertreten, aber es gab einzelne
Interessenten. Seit dem Sommer haben wir uns bereits mehrmals über Zoom getroffen, auch einmal vor Ort in
Schwerin, und das nächste Präsenztreffen steht im November an. Es bleibt spannend, zu schauen, welches zarte
Pflänzchen Gott da wachsen lässt. Macht gerne weitere Singles im Nordosten auf uns aufmerksam!
Fazit: Allein muss nicht sein!                            
Claudia Heise, Ahrensburg

SÜDSUDAN IM HERZEN -
DANKBAR IN DEUTSCHLAND
Sind es wirklich schon über 5 Jahre her, seitdem ich zurück bin aus dem Süd-
sudan? Eine Nation, die es noch gar nicht gab, als ich vor 23 Jahren das erste
Mal dort landete, „...im Land jenseits der Ströme von Kusch, ein Volk, das
hochgewachsen und glatt ist, das schrecklicher ist als sonst irgendeins“ (Je-
saja 18,1).ausbilden lassen, das könnte bei der Sache helfen. Aber vor allem
bringe ich 21 Jahre Erfahrung in vielfältiger Singlearbeit mit, habe noch länger
das Thema Gemeinschaft auf dem Herzen und liebe es, zu vernetzen.
Dorfgesundheitsarbeit und Gemeindearbeit, Ausbildung von Gesundheitshel-
fern und Begleitung waren meine Aufgaben, teils im internationalen Team,
die letzten Jahre „allein” mit den Südsudanesen. Viele Jahre hatte Gott mich
auf diesen Einsatz „auf einem anderen Stern“ liebevoll vorbereitet. Rück-
blickend kann ich manchmal selber nicht glauben, wie wir in dem Bürger-
kriegsgeplagten Land unseren Alltag verbracht haben. Meine südsudanesischen Kollegen und Freunde waren
dabei noch mehr in Gefahr als ich. Die Sicherheitslage (lokale Angriffe, unzählige Waffen), die Versorgung (kaum
Lebensmittel, Diesel knapp), Dürre, Flut (Hütten und Straßen unter Wasser), Hitze rund um die Uhr (also mög-
lichst draußen schlafen), Schlangen, Skorpione,...
Mittendrin Alltag. Das morgendliche Gebet der Mitarbeiter: „Thank you Lord, for the gift of Life” war echt, eben-
so unser englisches Lieblingslied: „Because He lives I can face tomorrow, ...all fear is gone...”. Gottes Gegenwart
war spürbar, auch in den vielen schönen Momenten. Abends gab es immer Grund zu danken.
Zurück in die Zukunft
Meine Rückkehr nach Deutschland zeichnete sich mit Mutters zunehmender Schwäche ab und ich bin dankbar,
dass ich sie im Alter unterstützen kann. So ging ich auch mit dem Segen meiner südsudanesischen Freunde
zurück.
„Re-entry“ ist in der Regel ein langer Prozess und verläuft meist eher holprig. Sowohl man selber als auch die
eigene Kultur haben sich weiter entwickelt. Das sorgt oft für Überraschungen, teils Befremden, teils Verlust.
Auf meinem Facebook-Profil und Fotos lebe und arbeite ich immer noch im Busch – das sollte ich längst aktu-
alisieren. Auch hat es lange gedauert, bis ich wieder meine deutsche Bibel hergenommen habe. Meine große
Weltkarte über dem Schreibtisch bleibt. Sie ist nicht hübsch und der Südsudan nachträglich eingezeichnet (mit
10 Jahren die jüngste Nation, mit einer verheerenden Bilanz).
Anders als bei manchen Rückkehrer-Freunden lief es bei mir leicht. Ich kam zurück in mein schönes Zimmer an
der Ostsee, hatte ein Auto, konnte eine nahe Gemeinde finden, fand schnell
Arbeit – und ein paar wertvolle neue Freundschaften entstanden. Danke,
Herr!
10.000 Gründe dankbar zu sein
Mein Grundgefühl ist eine Dauerdankbarkeit im Herzen: asphaltierte Stra-
ßen, sogar ohne Löcher oder Barrikaden; bedenkenlos unterwegs sein, sogar
im Dunkeln; Polizei, die kommt und hilft, wenn man sie ruft (sie hat Benzin im
Tank, muss nicht bezahlt werden). Die Bank hat immer Geld; nur ein Zierzaun
ums Haus, keine Kinder gucken stundenlang durch die Latten; Telefon geht;
sauberes Trinkwasser läuft immer; die Regale sind voll – immer. Ich habe
einen Kühlschrank; Quark zum Frühstück; ich kann hemmungslos draußen
essen (tut man nicht, wo viele Menschen hungrig unterwegs sind). Das Kran-
kenhaus hat immer geöffnet, ich muss nicht erst bezahlen, und auch keine
Handschuhe oder Medis mitbringen, Personal ist immer im Dienst. Es gibt
überall Auskünfte und Infos; ich darf heiraten, wen ich will – muss aber nicht; ich plane mein Leben eigenständig
und muss nicht meine Verwandten versorgen, weil ich einen Job habe; keine Ausgangssperre während der Wah-
len; wunderschöne, abwechslungsreiche Jahreszeiten,...
Alles, was sich meine südsudanesischen Freunde in ihren kühnsten Träumen vorstellen, habe ich hier – JEDEN
TAG!
„Wie war es in Afrika? Sehnst Du Dich manchmal zurück?” werde ich gefragt. Ja, ich denke viel an die Menschen
und Freunde, die ich zurückgelassen habe und die im „Dauer-survival modus“ leben. Die erlebte Verbundenheit
mittendrin ist ein ganz besonderer Schatz, den man auch nur schwer kommunizieren kann. Er spornt an zur Für-
bitte und zur Dauerdankbarkeit im Herzen. Ich bleibe mit Gott im Gespräch, und wenn es sein kann, wird er zur
rechten Zeit wieder eine Tür öffnen zu den Menschen jenseits der Ströme von Kusch, deren Leben und Sehnen
ich teilen durfte.                                
Nicola Limburger, (Kellenhusen)
Netzwerk - Community
DIE „ANDERSBEGABTEN“ - ECHT AKTIV
Wir sind eine bunte Gruppe von Singles, die mit den Herausforderungen der
unterschiedlichsten Handicaps ihr Leben gestalten. Vor allem sind es körper-
liche Einschränkungen, aber auch Beeinträchtigungen durch Depression o.ä.,
mit denen wir zu kämpfen haben.
Wir kennen die Gleichung „Single + Handicap = Herausforderung“ aus eige-
nem Erleben und gehen bewusst damit um: Wir wollen, dass unser Leben
nicht um unser Handicap kreist, sondern um Jesus Christus. Wir wollen unser
Leben mit anderen teilen und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gegen-
seitig unterstützen. Dazu gehören unregelmäßig versandte Rundmails und
monatliche Zoom-Treffen.
Wer Interesse an unserer Gruppe hat, meldet sich bitte mit einer E-Mail an:
andersbegabte@gmail.com
Wir kommen gerne mit dir ins Gespräch!                
Die Initiatorinnen: Jessica und Marcella
Serie Einsamkeit
KEINE KONTAKTE UND DIE FOLGEN
In unserer Reihe über Einsamkeit schreibt Irene-Widmer-Huber im 3. Teil über die Folgen.
„Seit Corona könnte ich mich als telefonische Beraterin anstellen lassen“, sagt Irene Widmer-Huber von der
Fachstelle Gemeinschaft. Aus dem, was davor gut in der Freizeit zu bewältigen war, ist mittlerweile eine ernst-
hafte Aufgabe geworden. Hier einige aktuelle Beispiele (*Namen sind geändert):
Vorgestern war es wieder so weit: „Grüezi Frau Müller*, ich habe ihre Nachricht auf dem Telefonbeantworter
gehört. Sie haben mich gesucht?“ „Ja, Frau Widmer, ich bin viel zu viel allein,“ platzte es ohne Umschweife aus ihr
heraus. Und dann begann sie zu erzählen: Von ihrem Mann, der gestorben ist. Von erwachsenen Kindern, die
weggezogen sind. Von ihrer Pensionierung, dem Leben mit gewissen körperlichen Beschwerden. Wie sie Kontakte gesucht – und bald wieder abgebrochen hat. Von einer Wohnsituation,
wo es so schön – aber leider für sie auf die Dauer viel zu teuer war. Ob sie
vielleicht bei uns wohnen könne? Leider, so versuchte ich ihr zu erklären, sei
unser Gemeinschaftshaus voll besetzt. Wir suchten im Internet gemeinsam
nach Alternativen und ich konnte sie – nach geschlagenen 1,5 Stunden am
Telefon! – mit einer weiterführenden Telefonnummer verabschieden.
Gestern war mein offener Mittagstisch in unserer Lebensgemeinschaft. Wir
saßen zu Elft um unseren grossen Stubentisch bei offenem Fenster. Das Es-
sen war gut und die Stimmung auch. Eine buntgemischte Schar: einzelne Mit-
wohnende, eine befreundete Familie und mitten unter ihnen eine Handvoll
jener Menschen, die dankbar unseren Moment des Miteinanders annehmen.
Und heute? Heute konnte ich Herrn Mayer* eine Telefonnummer für ein
Wohnen in Gemeinschaft weitergeben. Ihm habe ich erst vor kurzem wegen
einer Wohnung absagen müssen. Er war so bitter enttäuscht. Und Frau Mül-
ler hat mich nochmals zu erreichen versucht: Wird denn nichts frei bei uns?
Nein. Auch das nicht. Leider nein.
Und um ganz ehrlich zu sein: wir wären mit Frau Müller wohl auch überfor-
dert. Die vielen einsamen Stunden haben sie sehr geprägt. Oder wie sonst
lässt es sich erklären, dass sie mir, einer wildfremden Person, das Herz aus-
geschüttet hat? Über 90 Minuten und trotz mehreren Versuchen von mir, das
Gespräch abzukürzen oder gut zu beenden?
Gesund leben lernen und bewusst Beziehungsfähigkeit trainieren
Was ich seit langem predige und im Kopf schon immer wusste, ist in meinem
Alltag dringlichste und bittere Realität geworden: Es ist nicht gut – es ist wirk-
lich nicht gut, wenn der Mensch allein bleibt. Die Gefahr ist zu gross, dass wir
krank, elend und allein in unserer Wohnung enden – und einer wildfremden
Person unser Herz ausschütten. Einfach, weil es niemanden sonst mehr gibt.
Eigentlich ist unsere Gesellschaft ja gesundheitsbewusst geworden: Wir investieren Geld in unser Fitnessabon-
nement, wir essen gesund, vielleicht vegetarisch oder vegan. Wir bewegen uns, schauen mit kritischem Blick auf
die Waage und diskutieren unsere Work-Life-Balance.
Was aber ist mit unseren sozialen Kontakten, mit unseren Freundschaften, mit den Treffen von Solo&Co, mit
unserer Wohnform? Ist es vielleicht gerade das, was wir letztlich als „zuviel“ aus unserem Terminkalender
streichen? Zögern wir vielleicht gerade da, uns verbindlich festzulegen? Geben wir auf, weil wir die menschliche
Spezies so mühsam finden? Und begreifen nicht, dass wir dabei sind, unsere persönliche Beziehungsfähigkeit zu
vernachlässigen.
Mir erscheint das alles höchst ungesund: Beziehungsfähigkeit geschieht nicht einfach so. Sie braucht Training.
Sie wächst in den Schwierigkeiten, in Konflikten, im gelebten Alltag mit Menschen. Scheint es uns zu kompliziert?
Entschuldigen wir uns mit schlechten Erfahrungen und sitzen lieber zuhause am Computer?
Da wäre vielleicht einmal ganz selbstkritisch zu fragen: Geben wir denn das gesunde Wandern auch nur deshalb
auf, weil uns einmal Kälte und Regen erwischte? Wohl kaum. Und so ist es auch mit unserer „Beziehungsfitness“:
Damit wir gesund bleiben - psychisch, physisch, geistlich - wagen wir das tägliche Training, öffnen wir unsere
Stuben, organisieren einen Spielenachmittag, kochen gemeinsam (Bild), gehen zusammen wandern. Vielleicht
schon nächstes Wochenende durch einen schönen Herbstwald...!        
Irene Widmer-Huber, Schweiz
Buchtipp
PERSÖNLICH REIFEN – SO KANN’S GEHEN!
Gemeinsam mit meiner Freundin Birgit lese ich das Buch „Die Kunst des
reifen Handelns“ von Thomas Härry vom SCM Verlag. Es geht um persön-
liches und geistliches Wachstum. Es ist ein gutes Buch, um miteinander ins
Gespräch zu kommen, da am Ende jeden Kapitels Ideen „Zur Vertiefung“ ge-
geben werden.
Der Schweizer Autor zeigt fundiert und praxisnah den Weg zu einer gefestig-
ten, reifen Persönlichkeit, die in sich ruht, mit anderen liebevoll und fair um-
geht, aber dabei dennoch klare Vorstellungen und Ziele hat. Thomas Härry
bezieht ein, was die Bibel dazu zu sagen hat. Die Psychologie ist ebenso an
Bord. Er benutzt Beispielgeschichten, um seine Ausführungen zu erklären.
16 Kapitel voller Fragen und Ideen:
Wie entsteht eine solche Persönlichkeit?
Welche Rolle kann dabei der Glaube spielen?
Was bedeutet Reife?
Und was hat Verantwortung damit zu tun?
Im zweiten Teil des Buchs geht es um das reife Handeln im Alltag zu den Themen wie:
Verfügbar sein – sich abgrenzen
Konflikte vermeiden – zulassen
Unabhängig oder eingebunden sein
Stärke zeigen – verletzlich sein
Probleme lösen – Ungelöstes aushalten
Also Themen, die uns als Singles (besonders) betreffen. Ich kann das Buch sehr empfehlen für Freundschaften,
Hauskreise oder Gemeinschaften, um sich näher kennenzulernen, über Vorstellungen und Werte ins Gespräch
zu kommen, sich selber zu reflektieren und bei guten Beziehungen ehrliche und liebevolle Rückmeldungen zu
bekommen.
Ein Buch, das auch Älteren einiges im Leben verständlicher machen kann und viele Anregungen zum eigenen
Handeln bietet.                                    
Monika Junker, Leopoldshöhe
Die Kunst des reifen Handelns
Thomas Härry
SCM-Verlag - ISBN 9783417268348
256 Seiten - verfügbar als Buch, E-Book und Hörbuch - 19,99 €
Netzwerk - Community
ALS SOLIST/IN ALLEIN AUF WEITER FLUR...?
In einigen Regionen ist so richtig viel los für Singles: Offene und geschlossene Treffen, Stammtische, WhatsApp-
Gruppen für Unternehmungen und vieles andere mehr. Manchmal gibt es als Highlight sogar einen Regionaltag,
an dem die Solisten eines ganzen Bundeslandes und darüber hinaus zusammenkommen. So wie am 13. No-
vember in Dortmund, wo unter dem Titel „Die verflixte Sache mit der Gemeinschaft“ alle Nordrhein-Westfalen,
-Westfälinnen und Angrenzende eingeladen sind – da geht jedem Netzwerker das Herz auf!
Was nun, wenn man als Single grundsätzlich an Solo&Co interessiert ist oder sich durch den Besuch von größe-
ren Veranstaltungen (Festival, ON TOUR, Themen-Wochenenden, Urlauben) bereits irgendwie zugehörig fühlt, aber es in der eigenen Region weit und breit keine Treffen gibt? Da „Trübsal
blasen“ ausscheidet, möchte ich euch hier zwei Möglichkeiten ans Herz legen:
Wir machen inzwischen einige Online-Angebote ganz verschiedener Art, an
denen man von jedem Winkel der Welt aus teilhaben kann. Einige sind auf
der Website öffentlich ausgeschrieben, zu anderen werden alle eingeladen,
die in unserer Datenbank registriert sind. Das ist nicht dasselbe wie ein ech-
tes Treffen, aber trotzdem erstaunlich gemeinschaftsstiftend!
Und dann gibt es ja tatsächlich Singles, die Lust haben, ein neues kleines Tref-
fen in ihrem Ort anzufangen. Die können uns gerne kontaktieren für Start-
Ideen, Unterstützung und Begleitung. Wir können euch auch helfen, weitere
Interessierte in eurer Region zu finden – das ist der Vorteil eines Netzwerkes.
Nur Mut!
Ein Beispiel für ein aktuelles Start-Up: In Mecklenburg-Vorpommern war
unser Netzwerk bisher noch nicht in Form von Gruppen oder Veranstaltungen vertreten, aber es gab einzelne
Interessenten. Seit dem Sommer haben wir uns bereits mehrmals über Zoom getroffen, auch einmal vor Ort in
Schwerin, und das nächste Präsenztreffen steht im November an. Es bleibt spannend, zu schauen, welches zarte
Pflänzchen Gott da wachsen lässt. Macht gerne weitere Singles im Nordosten auf uns aufmerksam!
Fazit: Allein muss nicht sein!                            
Claudia Heise, Ahrensburg
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