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Newsletter Archiv Detail

Newsletter Dezember 2021

Guten Tag,
es weihnachtet sehr. Kerzen, Lametta, rote Äpfel, Orangen, Nüsse und Ge-
schenke, Fest der Familie...
Manche haben Stress im Kopf wegen der Geschenke für die Großfamilie
und den Freundeskreis, manche haben Stress im Herzen, weil sie nicht
wissen, wie sie feiern werden: wieder alleine und vielleicht einsam oder
findet sich noch jemand?
Wisst ihr schon, wie ihr feiert? In der Familie mit Geschwistern, Eltern,
Nichten/Neffen, mit der Solo&Co-Regionalgruppe oder der besten Freun-
din? Oder feiert ihr mit Menschen auf der Straße und verteilt Kekse und
Wärme? Jetzt habt ihr noch Zeit, euch zu kümmern und das Fest zu gestal-
ten!
Wir feiern die Geburt von Jesus; in schwierigen Umständen auf einer be-
schwerlichen Reise geboren in einer Art Notunterkunft, beschenkt von Ausländern, geflüchtet in die Fremde
wegen einer Morddrohung.
Heute hören und sehen wir in den Medien von den Flüchtlingen an der belarussischen Grenze, aus Syrien oder
so, vielleicht sind es Glaubensgeschwister, vielleicht einfach geliebte Geschöpfe unseres Gottes. Menschen mit
Sehnsucht nach Frieden, Wärme und Geborgenheit, wie wir.
Advent kommt aus dem Lateinischen und heißt Ankunft. Die Ankunft von Gott, unserem liebevollen Schöpfer.
Als Mensch kommt er auf die Erde, als hilfloses Baby. Und die Ankunft immer wieder neu in unseren Herzen.
Lasst uns in dieser Adventszeit unsere Herzen ganz weit aufmachen für seine Ankunft. Sehen wir ihn in den Ker-
zen, als das lebendige Wort, bei der Begegnung in unseren Nächsten?
Und er soll auch ankommen an der belarussischen Grenze, im Krieg in Äthiopien, bei der Hungersnot im Jemen
und überall dort, wo sein Licht gebraucht wird und seine Liebe nötig ist.
Lasst uns jedes Mal, wenn wir eine Kerze anzünden, für die Menschen beten, die in großer, ja vielleicht in größe-
rer Not als wir sind. Lasst uns die Zeit nutzen, wenn wir es gemütlich und heimelig haben, an andere in Not und
Verfolgung zu denken. Lasst uns das große Geschenk von Weihnachten empfangen, betrachten und weiterge-
ben.
Jesus, komm!
Monika Junker, LeitungsteamNetzwerk - Community
SO WAR‘S - UND DAS KOMMT
In der Regel findet am 1. November-Wochenende die Mitgliederversammlung von EmwAg e.V. statt. Dieses Tref-
fen gibt immer Anlass für Rückblick und Vorschau. Zum Jahreswechsel blättert Astrid Eichler gerne im alten und
im neuen Kalender.
2021 – Was für ein Solo&Co-Jahr!
Es kam immer noch ganz anders... wie oft haben wir das in diesem Jahr erlebt. Wir wussten
es schon Monate zuvor: Ein anderer wird den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit überneh-
men. Walter Lutz, der „Neue im Team“, hat sich gut reingefunden und ist inzwischen fest
verankert. Schade nur, dass wir nach wie vor nicht alle Ideen, die wir haben, umsetzen kön-
nen. Das ist immer noch dasselbe.
Im Leitungsteam war Anja Inerle nach einem Jahr im Leitungsteam endlich auch das erste
Mal live dabei. Thomas Müller wurde verabschiedet, Heiko Friedberger begrüßt. Wo Men-
schen sind, ist immer Bewegung, die einen kommen, die anderen gehen... Und immer ist
es traurig und fröhlich zugleich. Corona hatte uns über weite Teile des Jahres fest im Griff.
Vieles wurde ANDERS und wir haben ganz Neues entwickelt. Themen-Wochenenden gehen
auch ONLINE und die STILLEN TAGE mit Claudia Mißbach sind inzwischen fester Bestandteil
des Solo&Co-Kalenders – auch für 2022.
Unterwegs in den Regionen
Seit dem Organisationsentwicklungsprozess hatten wir es deutlich vor Augen und wollten
unbedingt an der Stelle, an der wir schwach entwickelt sind, etwas Anderes. Im August 2021
hat es begonnen: Mit einem Minijob als FrA (Fachberatung regionale Arbeit) ist Claudia
Heise angestellt. Ihr Einsatz hat inzwischen Fahrt aufgenommen und es ist spürbar, wie ein
frischer Wind weht.
Ein Pilotprojekt, noch ohne Claudia begonnen, ist die Zukunftswerkstatt für Solo&Co Baden-
Württemberg, die wir gemeinsam mit Susanne Pfeiffer aus Frankfurt/M. fortsetzen. Damit
wird vielleicht/hoffentlich etwas entwickelt, was es in anderen Bundesländern geben kann.
Wir brauchen es, damit sich die Regionen weiter entwickeln können.
Medien werden aufmerksamer
Ausgelöst durch Corona gab es vor allem in der 1. Jahreshälfte mehr Anfragen aus den Me-
dien. Die Alleinlebenden waren mehr in den Blick geraten und Journalisten stellten fest: Es
gibt keine Lobby für Singles. Gut, wenn wir da „einspringen können“.
Auch im Blick auf Gemeinden bewegt sich ganz zart etwas. Eine erste Bibelschule (BSK Ost-
fildern) hat „Arbeit mit Singles“ in ihren Stundenplan aufgenommen. Katholische Bildungs-
häuser fragen an für Fortbildungstage für pastorale Mitarbeiter mit dem Thema „Singles im
Blick“. Es bewegt sich was... Gern darf das mehr werden.
Für Gemeinschaft neue Angebote
Und dann gibt es noch den anderen Arbeitszweig von EmwAg e.V. – die Fachstelle Gemeinschaft. Auch hier
wächst Neues: Nachdem 2020 das Material für Kursleiter für die Reise in das Land Gemeinschaft fertiggestellt
worden war, haben sich engagierte Kursleiterinnen auf den Weg gemacht: Erst gab es „Come Together“ und „Die
bunte Truppe ohne Haus“. Die Erfinderinnen Andrea Schieweck und Sabine Lente haben sich zusammengetan
und einen neuen Online-Kurs in vier Modulen entwickelt und erstmalig durchgeführt. Ein anderes Team arbeitet
schon lange an einem hilfreichen Kleingruppenheft für Gemeinschaftssucher „Gemeinschaft gestalten“. In Kürze
wird es erscheinen und kann für viele eine konkrete Hilfe sein, mehr Gemeinschaft zu entdecken und zu gestal-
ten.
Jetzt sind wir unmittelbar vor dem GANZ ANDEREN JAHRESWECHSEL. Wir haben es uns nicht gewünscht, aber
die Entwicklung der vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass wir uns entschieden haben, diese Zeit online
miteinander zu verbringen. Wir freuen uns trotzdem auf das, was Gott für uns bereithält, haben wir es doch
schon oft erlebt, wie er uns überrascht.
2022 – Läuft an!
Hast du dir schon was vorgenommen, wo du dabei sein willst? Viele Angebote (nicht alle) findest du schon auf
unserer Website. Am besten gleich einplanen und anmelden. Es tut immer gut, in größerer Runde zusammen zu
sein, ermutigt und inspiriert zu werden und sich mit anderen zu vernetzen. Und dann bleibt es dabei: Solo&Co
ist das, was wir gemeinsam gestalten. Du kannst für deine Region ganz wichtig werden. Wenn du für deine Idee
Co-Leute suchst, helfen wir gern, damit neue Initiativen, Stammtische und Gruppen entstehen.
Notiere dir unbedingt den 15. Februar 2022 – Der Ehrentag der Singles! Wir feiern das wieder mit dem Dinner
for One&Co. Sei dabei!
Uns begleitet ja von Anfang an das Bild vom Garten. EmwAg e.V./Solo&Co und die Fachstelle Gemeinschaft sind
wie ein großer Garten. Da sind viele mit dabei und säen und pflanzen, gestalten, düngen und ernten. Ich bin
schon gespannt, was wir in einem Jahr entdeckt haben werden an neuen Pflanzen und Früchten.
Schauen wir dankbar zurück und kreativ nach vorn.            
Astrid Eichler, Leitung der Geschäftsstelle
Netzwerk - Community
EINSAMKEIT MACHT DICH KAPUTT
Wahrlich keine Überraschung! Medizin, Psychologie, Pädagogik und Politik sind sich einig: Einsamkeit ist nicht gut. In
unserem 4. Teil der Serie Einsamkeit schreibt Astrid Eichler:
Es steht schon in der Bibel: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist (1. Mose 2,18). Aber ist das wirklich alles, was
dazu zu sagen ist? Wer in die Bibel schaut, entdeckt hier, wie bei vielen anderen Themen, eine gewisse Spannung. Das
Leben ist immer wieder viel komplexer als dass man sagen könnte: Pass auf vor der Einsamkeit. Sie macht dich kaputt!
Mich fasziniert die Kraft, die in Einsamkeit liegen kann. Sie hat damit zu tun, dass die Einsamkeit immer wieder der Ort
ist, in dem Menschen Gott begegnen. Die Bibel und die Kirchengeschichte sind voll von Beispielen, wie Menschen in der
Einsamkeit von Gott gerufen, korrigiert, beauftragt, zugerüstet werden.
Die Wüste ist der Ort schonungsloser Einsamkeit. Hier erhält Mose seine Berufung. Hier wird Jesus vorbereitet und zu-
gerüstet für seinen Dienst (vgl. Mt. 4). Ohne Einsamkeit keine Vollmacht.
Von Jesus heißt es später: Ganz früh, es war noch Nacht, ging Jesus allein an einen einsamen Ort, um zu beten. (Mk.
1,35 NLB) Seinen Jüngern sagt er: Kommt, wir ziehen uns an einen einsamen Ort zurück, wo ihr euch ausruhen könnt
(Mk. 6,2 NLB).
Ja, Einsamkeit kann uns zerstören. Es kann uns aber auch kaputt machen, wenn wir immer auf der Flucht vor ihr sind.
Schmerz ist immer ein Signal für etwas, was nicht in Ordnung ist. Und so ist der Schmerz der Einsamkeit für mich ein
Signal, dass etwas im Leben „nicht in Ordnung ist“. Diesen Schmerz gilt es nicht (nur) zu betäuben, sondern auf ihn zu
hören.
In den Jahren, in denen ich im Gemeindepfarramt – zuständig für mehrere Landgemeinden – tiefe Einsamkeit empfand
und daran litt, erlebte ich folgendes: Wieder einmal hatte ich ein seelsorgerliches Gespräch gesucht. Am Ende bot mir
mein Gegenüber an, einen Bibelvers zu ziehen. Ich hoffte auf einen wohltuenden Zuspruch, auf Trost und Ermutigung.
Was hielt ich in der Hand? „Wenn ich nur dich habe, frage ich nichts nach Himmel und Erde.“ (Ps. 73,25 LUT)
Wie bitte? Nur Gott...? Mir schossen die Tränen in die Augen. Ich fühlte mich ertappt. Wenn ich diesen Satz sagen könn-
te, dann hätte die Einsamkeit ihre zerstörerische Kraft verloren. Hier sind wir an einer Schnittstelle zu unserem Thema:
Einsamkeit macht krank. Ja, so ist es. Wir brauchen die Verbundenheit mit anderen Menschen. Aber wehe uns, wenn
wir meinen, andere Menschen könnten unsere tiefste Einsamkeit stillen. Das eben geht gerade nicht!
Dass Einsamkeit so sehr um sich greift und Menschen zerstört, hat letztlich damit zu tun, dass wir unsere tiefste Bestim-
mung, die Verbundenheit mit Gott, verloren haben. Die tiefste Einsamkeit unseres Herzens kann KEIN anderer Mensch
ausfüllen. Sie ist der Ort, an dem Gott wohnen will. Hier sucht er uns und will unser Leben erfüllen.
Und dann kommt es darauf an, dass wir nicht sagen: „Ach, Gott und ich – das reicht. Damit ist alles gut.“ Nein! Es ist
nicht gut, wenn der Mensch allein ist. Was Gott in der Einsamkeit, im Schmerz um die fehlende Verbundenheit in unser
Herz hineinlegt, das will er vielfältig mit anderen teilen. Damit will er nicht, dass wir allein sind. Es kommt darauf an,
dass wir einsam sind, damit wir Gott in der Tiefe unseres Herzens empfangen. Und dann geht es darum, dass wir Sein
Leben in uns mit anderen teilen.
Wer nicht von Gott empfängt, wird immer von anderen Menschen erwarten, dass sie geben, was sie nicht geben kön-
nen. Das zerstört jede Gemeinschaft und lässt uns einsam zurück. Wer aber von Gott empfängt, ist dazu bestimmt, die
anderen zu suchen und sich mit ihnen zu verbinden, damit das Leben, das von Gott kommt, fließen kann. Als Men-
schen, die von Gott erfüllt sind, werden wir in Gemeinschaft zu den Menschen, die Gott sich gedacht hat.
Netzwerk - Community
HEIKO FRIEDBERGER – NEU IM LEITUNGSTEAM
Heiko Friedberger kommt aus Schöningen im östlichen Niedersachsen. Der Elektrotech-
niker, Freiwilliger Feuerwehrmann, Positivdenker und Hobby-Gärtner ist Nachfolger von
Thomas Müller im Leitungsteam.
„Man wächst mit seinen Aufgaben“, sagt Heiko und geht daher seine neue Aufgabe im Lei-
tungsteam von Solo&Co mit Elan an. Das Netzwerk kennt er schon lange: „In 2012 habe ich
an einer Veranstaltung zum Thema „In meinem Lebensgarten“ teilgenommen und Astrid Eichler erlebt. Die Idee
von „Solo&Co“ – damals noch „EmwAg“ – hat mich angesprochen.“ Zwei Jahre später folgte ein Themenwochen-
ende auf dem Dünenhof. „So bin ich immer mehr ins Netzwerk reingekommen. Beim „Anderen Jahreswechsel“
2019 in Loccum habe ich mich um die Technik gekümmert. Irgendwie muss ich das ganz gut hinbekommen
haben und – zack – seitdem bin ich fest mit Solo&Co unterwegs.“
Dabei hat Heiko erlebt: Singlesein ist kein Mangel oder etwas Unvollkommenes. „Die Bibel berichtet an einigen
Stellen von herausragenden Singles. „In Vision & Fundament“ auf der Website wird das wunderbar beschrieben.
Schaut da mal rein!“
Was Heiko auf dem Herzen liegt, ist ein wertschätzender Umgang miteinander. „In unserer sich immer schneller
drehenden Welt tritt das oft in den Hintergrund. Hier fühle ich mich bei Solo&Co gut aufgenommen und ver-
standen.“ Und: „Ich habe nicht alles, was ich mir wünsche. Aber ich liebe alles, was ich habe – und bin dem Herrn
dankbar für diesen Reichtum.“
Wichtig bei allen Aufgaben sei es, sich immer wieder Freiräume zu suchen und einzunehmen. „Man darf sich
nicht verzehren und muss auch einmal „fünfe gerade sein lassen“, wie man bei uns sagt. Vor einiger Zeit habe
ich das nicht beachtet und bin prompt auf die Nase gefallen. Das soll mir nicht wieder passieren.“
Heiko mag Skandinavien, Technik, Lobpreis und Musik, gutes Essen, Podcasts, Fahrradtouren, den Harz und das
Meer – also genug Anknüpfungspunkte, mit ihm ins Gespräch zu kommen. „Ein Reisewunsch ist eine Rundreise
durch Irland. Vielleicht mit einer Single-Gruppe? Das wäre toll!“
Kontakt: Heiko.Friedberger@soloundco.net
Netzwerk - Community
AUFBRUCH IN 2022!
Wir sind voller Hoffnung, dass das Neue Jahr gut wird! Daher planen wir Monat für Monat interessante Angebo-
te, Wochenenden, Infotage und mehr – mal in Präsenz, mal online. Hier ein kleiner Vorgeschmack:
22.01.: Stiller Tag zum Jahresanfang (online)
Innehalten, zum Herzen Gottes kommen und Orientierung finden zum Weitergehen...
28.-30.01.: Guter Umgang mit „schlechten“ Gefühlen (Marburg)
Gefühle sind nicht störende Begleiterscheinungen, sondern gehören zu unserem Leben...
15.02.: Dinner for One&Co (überall)
An vielen Orten gemeinsam das Leben feiern, gut essen, sich wertschätzend unterhalten...

Schau immer wieder auf www.soloundco.net/comm-mit und finde dein Event!


Telefon-Aktion
RUD MICH AN UND WAS DRAUS WURDE
IAnnette und Ute wohnen 600 km auseinander und haben sich auf das
Solo&Co-Experiment eingelassen, miteinander per Telefon Leben zu
teilen. Was sie dabei erlebt haben?
Annette:
Im Frühjahr 2018 nahm ich am Singletag in Bremen teil, lernte so So-
lo&Co kennen. Ich trug mich in den E-Mail-Verteiler ein. So bekam ich im
März 2020, als Corona unser Land lahmgelegt hatte, das Angebot von
Solo&Co, in diesen schwierigen Zeiten einen Telefonkontakt zugelost zu
bekommen. Ich, ein Nordlicht aus Bremen, meldete mich zur Telefon-Ak-
tion an, denn ich lerne immer gerne nette Leute kennen. Zur Telefonak-
tion bekam ich Ute aus dem Raum Stuttgart vermittelt. Das erste Tele-
fonat dauerte gleich über eine Stunde, und wir waren uns einig, weiter
telefonisch in Kontakt bleiben zu wollen. Wir telefonierten jeden Monat
miteinander, lernten einander immer mehr kennen, und so entwickelte
sich ein vertrauensvoller Kontakt.
Wir nahmen Anteil am Leben der anderen, schickten uns zwischendurch auch Nachrichten per WhatsApp. So
auch Anfang Januar 2021. Ute schrieb mir, dass sie sich zum Single-Urlaub auf Rügen angemeldet hatte, die
Solo&Co in Kooperation mit der Liebenzeller Mission durchführen wollte. Während Ute noch voll im Berufsleben
steht, begann für mich ein neuer Lebensabschnitt als Rentnerin. Ich hatte noch keine Ideen und Pläne, musste
und wollte erst mal in meinem neuen Leben ankommen. Doch die Idee vom Urlaub im Sommer am Meer weck-
te neue Lebensgeister und so meldete ich mich dazu an und informierte Ute. Wir telefonierten weiter, über-
legten, wie das Kennenlernen wohl werden würde. Im April war ich eine Woche in Karlsruhe – eine Chance, sich
vorab schon mal kennenzulernen. Aber unsere Terminkalender passten nicht zueinander. So warteten wir beide
gespannt auf unsere erste persönliche Begegnung auf Rügen.
Wir genossen die Zeit dort mit Ausflügen und in netter Gemeinschaft und gönnten uns einen Abend zu zweit,
der sehr gesprächsintensiv war. Wir freuen uns, dass wir uns über Solo&Co kennengelernt haben und werden
weiterhin in Kontakt bleiben.
Ute:
„Verlieren kannst du nichts“, sagte ich mir, als das Angebot von Solo&Co kam, einen Telefonpartner zu bekom-
men. Unter „normalen Umständen“ ständig unterwegs und im Ort gut vernetzt, konnte ich mir ein Telefonat
mit einer unbekannten Person durchaus vorstellen – und Zeit war definitiv dafür frei während des ersten Lock-
downs. Annette war schneller mit dem Anrufen. Und es blieb nicht bei dem einen Telefonat. Anfangs wöchent-
lich, später, als das Leben wieder etwas Fahrt aufnahm und auch unterbrochen durch Reha und Urlaub etwas
seltener, hielten wir Kontakt. Die Aussicht, uns jemals persönlich zu treffen, war gering. Über 600 km liegen
zwischen unseren Wohnorten.
Und auch unsere Interessen sind durchaus unterschiedlich: Annette ist viel mit dem Fahrrad unterwegs, ich
schnüre gern die Wanderstiefel. Aber so gab es immer viel zu erzählen! Angespornt durch das Solo&Co-Festival
im Herbst 2020 habe ich mich bereits früh für den Rügen-Urlaub angemeldet – auch das wegen Corona; sonst
bin ich lieber im Ausland unterwegs und schlafe auch eher nicht zwei Wochen am Stück im selben fremden Bett.
Aber so ergab sich nun tatsächlich die Chance, sich persönlich zu begegnen...
Spannend! Wie Annette wohl aussieht? Mit Internet-Suche hatte ich mich zurückgehalten – und mich amüsiert,
dass Annette die „falsche“ Ute ergooglet hatte und so auch überrascht war, wer da vor ihr stand. Den Abend für
uns beide auf Rügen mussten wir uns bewusst reservieren, da wir tagsüber meist mit unterschiedlichen Grup-
pen unterwegs waren. Aber von Angesicht zu Angesicht redet es sich nochmal ganz anders als am Telefon.
Ohne Corona und das Solo&Co-Angebot hätten wir uns vermutlich nie kennengelernt!
Weltweit
WARME WEIHNACHTEN
Weihnachten – das Fest, das mit Sicherheit auch diesmal unser Jahresende
schmücken wird. Ob wir es mögen oder nicht, Weihnachten kommt! Das er-
lebt auch Missionarin Bettina Mütze in Äthiopien.
Weihnachten in Äthiopien feiern wir im 4. Monat nach unserem Jahreswech-
sel – also mitten in der warmen und trockenen Jahreszeit. Nun braucht man
keine Sorge mehr zu haben, beim Gang in die Stadt vom nächsten Regen-
guss überrascht zu werden. Die steigenden Preise bei Zwiebeln und Knob-
lauch sowie das Geblöke der Schafe an den Marktplätzen helfen mir bei der
inneren Einstellung auf Weihnachten.
Wer – wie die meisten meiner Freunde – einen Verwandten auf dem Land hat, bittet diesen doch zumindest ein
Huhn mitzubringen, denn dort kostet es nur die Hälfte. Auch der Anblick von Kleinbussen mit auf’s Dach gebun-
denden Hühnern oder Schafen, die durch die lodernde Hitze der Trockenzeit reisen, erinnert mich an das bevor-
stehende Fest.
Die frischen, grünen Kaffeebohnen werden um diese Zeit teurer, denn wer will am Weihnachtsfest ohne diesen
köstlichen Duft des Röstens sein? Und wenn das Fest unmittelbar vor der Tür steht, gibt es die Büschel von lan-
gen, grünen Grashalmen direkt vor der Kirche zu kaufen. Damit wird am Festtag der Fußboden dekoriert.
Nun ist Weihnachten – „Genna“, wie wir in Äthiopien sagen – am 7. Januar im abendländischen Kalender, am
Ende des Monats Tahsas, dem vierten von 13 Monaten des Kalenders, nach dem hier alles läuft. Wir schreiben
auch nicht das Jahr 2021, sondern haben vor etwa vier Monaten den Jahreswechsel zwischen 2013 und 2014 des
amharischen Kalenders gefeiert.
Die Konfrontation mit einer ganz anderen Fest-Kultur, als Single in einem fremden Land, war schwer für mich in
den ersten Jahren. Wenigstens an den Feiertagen sollte doch endlich mal wieder „alles normal sein“. Doch den
deutschen ‚Heiligabend‘ kennt kaum jemand, weltweit gesehen. Selbst die Dänen, wo er fester Bestandteil des
Festes ist, feiern ihn anders, und die Amerikaner begehen eigentlich nur den 25. Dezember.
Und doch hatte dieses „anders“ auch gleichzeitig etwas Befreiendes. Von den Traditionen loszulassen. Auch hier
alles zu hinterfragen. Leben in einer anderen Kultur fordert ständig heraus, Dinge zu hinterfragen. Und dann
begegne ich in der Stadt einem Straßenverkäufer. Durch meine weiße Hautfarbe keimt Freude auf bei ihm. Er
bietet mir seine neueste Ware an, passend zur Saison: einen aufblasbaren, dickleibigen Mann in einem roten
Mantel! Einen Weihnachtsmann! Ich muss lachen. Haben es die westlichen Traditionen tatsächlich auch bis hier-
hin geschafft! Einen Weihnachtsmann – bei guten 30°C! Dieser rote Dickmann hat nichts mit Weihnachten zu
tun, das weiß ich. Und doch kaufe ich ihn, denn irgendwie erinnert er mich an Heimat...
“Solo&Co weltweit” trifft sich ca. zweimonatlich zum Zoom-Stammtisch mit themenbezogenem Input und Austausch.
Wenn du dazu eingeladen werden möchtest, weltweit interessiert oder tätig bist – melde dich an über
weltweit@soloundco.net

Infos gibt es unter www.soloundco.net/community/weltweit.


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WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER
Der Themen-Tag für Singles in Dortmund zum Thema „Die verflixte Sache mit der Ge-
meinschaft“ im November war anders als geplant und doch wunder-voll, im wahrsten
Sinne des Wortes – voller Wunder. „Ich fand es eigenartig, als mitten im Sommer ein
Studientag in Aachen am 14. November online verlegt wurde. Ich wollte nach dem
Themen-Tag in Dortmund und einem Predigtdienst dorthin weiterfahren – und dann kam alles ganz anders und
ich staunte... nicht nur über die Aachener Entscheidung. Es gab noch mehr zu staunen“, sagt Astrid Eichler.
„Seit einem Jahr bin ich nebenberuflich in einem Pflegeheim tätig. Dort gab es seit 6. November Bewohner und
Mitarbeiter mit einer Corona-Infektion. Die Situation spitzte sich zu. Es fielen viele Mitarbeiter aus und ich spürte
die Not der Verantwortlichen. In mir klang die Frage auf: Wer ist mein Nächster? (vgl. Lk.10,29) In mir formte sich
eine klare Antwort. Ich konnte nicht zu den Singles im Ruhrgebiet fahren und die Senioren und Mitarbeiter im
Stich lassen...
1. Wunder: Wir kamen mit Leitungsteam, Vorstand und mit dem Dortmunder Team unkompliziert am Donners-
tagabend zu einer einmütigen Entscheidung – traurig – aber voller Vertrauen zu Gott und untereinander stellten
die anderen mich frei. Monika aus dem Leitungsteam war sofort bereit, inhaltliche Teile zu übernehmen. Durch
die Reduzierung ihrer Arbeitszeit konnte sie sich am nächsten Tag den Vorbereitungen widmen. Und ich hatte
tatsächlich ungewöhnlich früh schon manches für Dortmund vorbereitet, sogar eine Power Point Präsentation.
2. Wunder: Am Freitagmorgen nahm ich per Smartphone verschiedene Videobeiträge für beide Veranstaltungen
auf. Es floss und funktionierte. Wer weiß, wie oft Technik gerade dann, wenn es drauf ankommt, nicht funktio-
niert, der weiß, was für ein Wunder es ist. Auch der Videoschnitt gelang.
3. Wunder: Am Samstag in Dortmund hatte niemand daran gedacht, wie die Videoton-Übertragung laufen sollte.
Walter war dafür zuständig, dass es irgendwie funktionieren sollte. Aber es fehlt ein Kabel... Während das Dort-
munder Team gerade für das technische Gelingen betete, stöberte er in einer Abstellkammer... und fand eine
Kiste voller Kabel – darunter auch zwei, die zusammen zum Adapter wurden, um Notebook und Verstärker zu
verbinden.
4. Wunder: Ich war am Wochenende im Pflegeheim überaus gefordert. Die Situation war sehr speziell und es
war so kostbar zu spüren: ich bin am richtigen Platz, genau dort, wo Gott mich jetzt haben will. Und am Montag
wurde ich nicht in Aachen erwartet. Das war schon im Sommer entschieden worden. Wie gut!
Als ich mit einigen vom Dortmunder Team telefonierte, waren wir voller Dank. Es war alles GANZ ANDERS ge-
laufen, aber voller Wunder... und die fast 50 Teilnehmenden gingen beschenkt nach Hause. Es war ein Gemein-
schaftserlebnis besonderer Art. Gemeinschaft war nicht „verflixt“, wie es im Thema des Tages hieß, sondern
wunderschön spürbar. Und wir haben es ganz praktisch geübt: Gemeinschaft braucht Flexibilität. Wo Vertrauen
herrscht, ist vieles möglich und dann ist Gemeinschaft ein großes Geschenk.“             
Astrid Eichler

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