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Über hundert Leute beim Videotalk

Im Buch „Date Your Singles!“ geht es um brisante Themen wie: Haben Gemeinden diese wachsende Zielgruppe wirklich im Blick? Der Videotalk sprach Bände...

Warum fühlen sich Singles in Gemeinden oft stigmatisiert? Welche beispielhaften Lebenskonzepte gibt es für Singles?

„Viele Singles bekommen in der Gemeinde vermittelt, alleine nicht genug zu sein“, sagt Johanna Weddigen, die neben Tobias Faix dieses inspirierende Grundlagen-Ideen-Buch herausgegeben hat. Das habe ihre Studie aus 2020 gezeigt, bei der über 3.000 Singles befragt wurden zu Alltag, Glaube, Sexualität, Kirche und Partnerfrage.

Johanna Weddigen, die in der Single-Hauptstadt Hamburg lebt und Geschäftsleitungsmitglied bei Alpha Deutschland ist, war beim Erscheinen der Studie Single. Heute lebt sie in einer Beziehung. „Ich mochte mein Singleleben. In Beziehung mit anderen zu leben, bedeutet sich täglich auf das Gegenüber einzustellen, sich abzusprechen, vieles anzusprechen. Aber es hat meine Meinung bestärkt: Beide Lebensformen sind gleichwertig.“

Wie kam es zum Videotalk?

„Einer unserer Autoren hatte die Idee für einen Online-Austausch, um das Thema unter die Leute zu bringen. Wir haben mit vielleicht vierzig Teilnehmenden gerechnet und es wurden über hundert! Das zeigt die Aktualität des Themas.“

Was beschäftigte die Talker besonders?

„Erstaunlich ist immer noch die Frage, ob das Leben als Single von Gott gewollt ist. Dazu haben wir herausgearbeitet, dass Familien und Alleinlebende in der Bibel gleichberechtigt nebeneinander aufgestellt sind. Auch das Thema Sexualität hatte Raum: Hier plädiere ich für mehr Mündigkeit statt Scham.“

Welche Resonanz gibt es auf das Buch?

„Bei Gemeinden und Leitern wächst die Erkenntnis: Es müssen die verschiedenen Menschen in der Gemeinde wahrgenommen werden mit ihren Bedürfnissen. Und die Frage: Wie können wir sie ansprechen in unseren Gruppen, Gottesdiensten und Aktivitäten.“

Haben Sie einen Wunsch an Gemeinden und Singles?

„Wollen Gemeinden alle Menschen erreichen und ihnen eine Heimat bieten, müssen sie deren Lebenswelten im Blick haben – Familien, Paare und eben auch Singles. Ich wünsche mir Gemeinden, in denen sich unterschiedliche Menschen wohlfühlen. Und dass wir wie Jesus auf Leute zugehen. Und ich will Singles Mut machen, Dinge zu initiieren und ihre Wünsche an die Gemeinde zu äußern.“

Die Fragen stellte Walter Lutz

 

Buchbesprechung