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DER VEREINSAMUNG VORBEUGEN

Gut 50 Singles aus dem Dreiländereck Hessen/NRW/Rheinland-Pfalz erlebten einen mutmachenden ON TOUR-Tag in Dillenburg. Natürlich ging es um den Mut, gemeinsam statt einsam zu leben.

„Solisten im Orchester sind ganz besondere Leute, und wir als Singles sind es auch!“ Mit diesem Bildvergleich gelang Astrid Eichler ein guter Einstieg beim Solo&Co-Treffen Mitte März in der Freien evangelischen Gemeinde Dillenburg. „Ein gutes Solo spielen kann nicht jeder und zusammen mit dem Orchester klingt’s richtig gut.“

Rechtzeitig Gemeinschaft leben lernen

Viele Singles würden am AES-Syndrom leiden – arbeiten, essen, schlafen. Wenn dann z.B. im Rentenalter der Job aufhöre und die zu pflegenden Eltern versterben, fallen viele in ein Loch und vereinsamen, weil sie nicht rechtzeitig gelernt haben, ihr Leben mit anderen zu teilen. Deshalb lädt Solo&Co dazu ein, sich zu treffen, zusammen Zeit zu verbringen und gemeinsame Lebensperspektiven zu entwickeln.

Beispiele über gelebte Vielfalt

Wie unterschiedlich gemeinschaftliches Leben aussehen kann, zeigte sich an konkreten Beispielen aus dem Netzwerk: Eine Single-Frau zieht zu einer Witwe, mehrere Singles wohnen bewusst in einem Stadtteil, andere werden Teil einer vielköpfigen Lebensgemeinschaft oder beziehen gemeinsam ein Haus, um zusammen zu leben. „Eine weitere Möglichkeit ist eine WG auf Zeit“, stellte Claudia Heise, die Regional-Beauftragte bei Solo&Co vor: Sie öffnet an einem Samstag im Monat ihr Haus und jeder aus dem Verteiler kann kommen. „Ich bereite nichts vor. Was läuft, bestimmen die Teilnehmenden“, erklärt die gelernte Erzieherin. „Manche sitzen zusammen oder gehen spazieren, andere kaufen ein und kochen für alle.“ Auch Rasenmähen oder Mittagsschlaf sei möglich. „So leben wir einen Tag zusammen, nehmen Anteil am Leben der Anderen.“

„Natürlich läuft es nicht alles konfliktfrei ab, wenn sich Singles entscheiden, miteinander unterwegs zu sein“, so Astrid Eichler. Das sei genauso wie in Ehen und Partnerschaften. „Aber wir wollen Mut machen, sich auf das Abenteuer Gemeinschaft einzulassen.“

Walter Lutz, Haiger