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EHELOS UM JESU WILLEN - Thema meines Lebens

Im Netzwerk Solo&Co gibt es eine kleine Gruppe „Ehelosigkeit um Jesus willen – ein Thema meines Lebens“. Einmal im Jahr trifft sich diese Gruppe zum Austausch. Diesmal ging es online um die Bedeutung von Mechthild von Magdeburg.

 

„Du brennender Gott in deiner Sehnsucht“

Herr, mein Geliebter, meine Sehnsucht,

mein fließender Brunnen, meine Sonne.

Und ich bin dein Spiegel.

Worte einer leidenschaftlichen Gottesliebe.

 

Geschrieben wurden diese Zeilen vor 800 Jahren von einer Frau, die ein für ihre Zeit recht untypisches Leben führte. Mechthild von Magdeburg (1207-1282), aus adligem Stand und mit höfischer Erziehung innerhalb von Burgmauern groß geworden, hatte im Alter von zwölf Jahren eine Gottesbegegnung, die ihre Lebensausrichtung bestimmen sollte.

Im Alter von 20 Jahren verließ sie die heimatliche Burg, um sich in Magdeburg der Pflege der Kranken und Fürsorge für die Armen zu widmen. Sie wählte die Lebensform einer Begine – ehelos, aber nicht als Nonne, lebte sie als freie Frau in einer Gesellschaft, in der Frauen eher wenig Möglichkeiten hatten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Bekannt geworden ist sie für ihre geistlichen Schriften, in denen sie ihre innige Liebe zu Christus und seine Beziehung zu ihrer Seele in kühnen, leidenschaftlichen, zärtlichen und unkonventionellen Bildern beschreibt.

 

Online-Treffen mit Tiefgang

Unsere Gruppe von bewusst ehelos lebenden Frauen innerhalb von Solo&Co traf sich am Epiphanias-Wochenende online, um sich mit dieser inspirierenden Frau zu beschäftigen.

Claudia Mißbach hatte sorgfältig und zielsicher das Programm vorbereitet und uns Mechthilds Leben und die Facetten ihres geistlichen Erlebens eindrucksvoll nahegebracht. Durch die kraftvollen, teils kühnen Texte Mechthilds ließen wir uns zu intensiven Gesprächen und sehr offenem Austausch über unsere eigenen geistlichen Erfahrungen auf unserem Weg der Gottesbeziehung anregen. Zeiten der persönlichen Reflexion und des Gebets füreinander gehörten ebenso zum Programm wie Geselliges – was auch online erstaunlich gut möglich war.

Es war ein Wochenende mit geistlichem und persönlichem Tiefgang, das dazu verlockt, sich weiter mit dieser Lehrerin der Gottesliebe zu beschäftigen und von ihr zu lernen, „nach der Führung des Herrn mit ihm zu tanzen“ und sich die Liebe eines Gottes gefallen zu lassen, der „vor Sehnsucht nach dem Menschen brennt“ und so zur Seele spricht (Gott zum Menschen!):

Du bist ein Licht vor meinen Augen,

du bist eine Harfe in meinen Ohren,

du bist ein Klang in meinen Worten,

du bist ein Gedanke meiner Heiligkeit,

du bist ein Ruhm meiner Weisheit.

Du bist ein Leben meiner Lebendigkeit,

du bist eine Verherrlichung in meinem Sein.

(Das fließende Licht der Gottheit, III,2)

 

(Bildquelle: www.stadtmarketing-magdeburg.de/de/starke-frauen/aaaa-mechthild.html)