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Beieinander - Traum oder Alptraum?

Machen wir weiter mit unserem Schlüsselwort ...EINANDER - diesmal: beieinander.

Wenn wir ZUEINANDER gekommen sind, dann sind wir BEIEINANDER. Das könnte so schön sein!

Es gibt so viele Träume über das Beieinandersein. Aber auch viele Alpträume. Es ist nämlich gar nicht so einfach, beieinander zu sein und zu bleiben. Da können viele Verheiratete Geschichten erzählen. Wer eine Trennung und Scheidung erlebt hat, weiß wie schwer es ist und wie schmerzlich, wenn es nicht gelingt.

Auch für uns Singles ist es eine Herausforderung, das Beieinander so zu gestalten, dass man beieinander bleiben kann. Wir haben doch gedacht, dass Gemeinschaft so schön ist. Ist sie auch. Aber sie ist auch schwierig.

In den letzten Jahren begegne ich vielen Menschen, die sich mehr Gemeinschaft wünschen und höre sehr viele Träume von Gemeinschaft; und doch gibt es (noch) so wenige, die mehr Gemeinschaft (er-)leben oder deren Traum sich erfüllt.

Wir wünschen uns mehr Gemeinschaft. Warum eigentlich? Ja, „es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“ (1. Mose 2,18a). Ich brauche doch Gemeinschaft! Der Mensch ist für Gemeinschaft geschaffen. Das sagen nicht nur Theologen, sondern auch Anthropologen, Psychologen, Hirnforscher, Therapeuten. Ja, es geht mir besser, wenn ich mit anderen zusammen bin, wenn ich Zugehörigkeit erlebe, wenn wir beieinander sind.

Ich werde nie vergessen, wie ich nach Impulstagen zum Thema Gemeinschaft ganz begeistert war von allem, was wir miteinander bewegt hatten, ausgetauscht, gelernt. In der Nacht träumte ich und plötzlich klang ein Satz in mir auf, der mich aus dem Schlaf riss. Hellwach notierte ich: „Es gibt keine Gemeinschaft ohne Hingabe.“ Ich wusste: DAS ist es! Unsere Gemeinschaftsträume werden sich nur erfüllen, wenn wir bereit sind zur Hingabe.

Gott hat uns nicht als unabhängige Einzelgänger geschaffen, die ab und zu mal mit anderen Berührung haben, sondern als Gemeinschaftswesen, die sich mit anderen verbinden und einander Zugehörigkeit schenken. Es ist sein Herzenswunsch, dass wir beieinander sind und bleiben. Es geht also gar nicht so sehr darum, ob meine Wünsche nach Gemeinschaft sich erfüllen – und vielleicht auch noch so, wie ich es mir vorgestellt habe – sondern es geht darum, dass ich bereit werde, mich auf den Wunsch Gottes einzulassen, dass wir in Gemeinschaft sind. Das ist dann ein Abenteuer… mit viel Spannung, viel Schmerz und viel Schönheit.

Astrid Eichler, Leiterin der Geschäftsstelle