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Als Single nicht allein in die Mission?!

Pia Möbus hat seit den 1990er Jahren auf den Philippinen gearbeitet – bis zur Erschöpfungsdepression. Ihr Fazit: Allein wohnen, das hat mir nicht gutgetan.

Genau an dem Tag, als ich zugesagt hatte, diesen Artikel zu schreiben, habe ich von zwei Single-Frauen gehört, die sich zusammen für einen Missionseinsatz in Asien bewerben wollen. Schon seit meiner ersten Tagung vor ca. 10 Jahren mit Solo&Co hatte ich die Idee, dass sich Single-Frauen (Single-Männer in der Mission sind leider so selten) zusammentun könnten und gemeinsam in die Mission gehen.

Schon mit 14 Jahren hatte Gott mir das erste Mal Mission aufs Herz gelegt. Ich hatte mir immer gewünscht, dass ich nicht alleine gehen muss, sondern einen Mann finde, der das gleiche Anliegen teilt. 1996 bin ich dann, als Single, mit OMF International (früher ÜMG) auf die Philippinen ausgereist. Fast die ganzen 9 Jahre habe ich dort mit einer Schweizer Kollegin zusammengewohnt, was super war. Gemeinsam den Alltag zu meistern, aber auch mal zusammen zum Strand zu fahren, und auch jemand zu haben, mit dem ich den Urlaub verbringen kann. Mir hat es einfach gutgetan, jemanden zum Reden zu haben. Schwer ist mir gefallen, dass sie ein Jahr vor mir in den Heimataufenthalt gegangen ist, und ich dann alleine war…

Nach meinem Heimataufenthalt stieß eine Filipina zu unserer Wohngemeinschaft. Als ich dann nach ein paar Jahren wieder vom nächsten Heimataufenthalt zurück auf die Philippinen kam, musste ich alleine wohnen: Die Schweizerin hatte geheiratet, die Filipina war umgezogen. Auch wenn unser 3-Frauen Haushalt nicht immer einfach war – manchmal kam ich mir vor wie das fünfte Rad am Wagen – war es doch viel besser als alleine.

Nach einem knappen Jahr musste ich aus gesundheitlichen Gründen zurück nach Deutschland: Erschöpfungsdepression! Das „Alleine-Wohnen“ war nicht der einzige Grund, aber einer von mehreren.

Seitdem arbeite ich in der deutschen OMF-Zentrale in Mücke/Mittelhessen und begleite dort Bewerber und Kandidaten bis zu ihrer Ausreise nach Asien. Eine wunderbare Arbeit, in der ich Menschen betreuen darf, die in Deutschland alles aufgeben, um Jesus in Asien zu dienen – Singles, Ehepaare und Familien.

Eine Single-Frau hat mir während dem Bewerbungsprozess gesagt, dass sie nicht gerne allein wohnen würde, ist aber weiter ihren Weg gegangen. Im internationalen Einführungskurs hat sie dann eine Amerikanerin kennengelernt, die fast zur gleichen Zeit wie sie in Japan angekommen ist, und jetzt wohnen die beiden zusammen. Gott kennt unsere Bedürfnisse, und hat oft ungeahnte Möglichkeiten, unsere Gebete zu erhören.

Wenn Gott mich heute nochmal zurück nach Asien berufen würde, würde ich nicht mehr alleine leben wollen, auch wenn ich dann woanders wohnen müsste. Manche mögen das anders empfinden, für mich weiß ich, dass mir das „Alleine“ nicht guttut.

Aber könnten sich Missionsinteressierte nicht auch schon vorher zusammentun? Über Missionsgesellschaften hinaus? Über Kontinente hinaus? Könnte Solo&Co da eine Rolle spielen mit dem Weltweit-Netzwerk?

Ich bin gespannt, was Gott tut!

Pia Möbus, Mücke